Wien

Marina

Inhaltsangabe

Das Buch handelt von den Mädchen Lily und Marion, die im nazionalsozialistischen Wien bei ihrer Tante Frieda untergebracht sind, da ihr Vater mit der Stiefmutter Miriam wegen jüdischem Hintergrund in Südfrankreich auf der Flucht ist.

Tante Frieda weiß mit den Kindern aus eigener kinderlosigkeit wenig anzufangen, der Sachwalter Gustav Helmreich (der beste Freund des Vaters) kümmert sich rührend um die Mädchen, gibt ihnen sogar wöchentlich etwas Taschengeld mit dem die Kinder in die Oper... | ... weiterlesen

Gedanken zum Buch

Ein sehr berührendes, das gerade durch das "Nur-Andeuten" ein Grauen und Gänsehaut erzeugt.
Einerseits fühlen sich die Kinder durch die Oper wie in Watte gewickelt, doch gehen auch an ihnen die grauenhaften Machenschaften nicht vorbei.
In nur wenigen Zeilen am... | ... weiterlesen

Zitate

Lilis Mitschülerin Eva Zielinsky wird auf Veranlassung von Frau Doktor Krantz in die Krankenanstalt "Am Spiegelgrund" zur Untersuchung bestellt. "Routine", sagt man Frau Zielinsky. "Im Dienst der Volksgesundheit.... | ... weiterlesen

Der Vater macht das Heft zu.
Tante Frieda legt Patience.
Marschall Pétain übernimmt für Frankreichs unbesetzte Zone die deutschen Rassengesetze.
Die Kinder gehen in die Oper.

Michael Hausmann

Inhaltsangabe

Das Leben und Wirken von Erzherzog Johann, Vordenker und Enfant Terrible seiner Zeit. Anhand seiner Briefe und Tagebucheintragungen werden seine Leistungen für die Steiermark, insbesondere für Industrie und Tourismus geschildert.

Gedanken zum Buch

Für den heimat- und geschichtsinteressierten Leser sehr informativ. Erstaunlich was noch heute auf Erzherzog Johann zurückzuführen ist. Sehr flüssig geschrieben, hat nichts von einem trockenen Geschichtsbuch, da immerwieder Briefe und Tagebucheinträge die persönlichen Gedanken des Erzherzogs einf... | ... weiterlesen

Zitate

Es ist sonderbar wie es in Innerberg zugehet, ein Heer Beamter auf diesen Werken, die viel kosten, viel schreiben, wenig nützen...

Michael Hausmann

Inhaltsangabe

Leonidas Tachezy bekommt einen Brief seiner Jugendliebe Vera Wormser, in der er als wohlhabender Sektionschef gebeten wird ihrem 17 jährigen Sohn einen Platz in einer guten Schule zu besorgen. Leonidas ist wie vom Donner gerührt und ist der Überzeugung, das von seinem Sohn die Rede ist, der aus eine kurzen aber intensive Liebesaffaire mit Vera entsprossen ist. Das schlechte Gewissen beginnt ihn zu packen, wilde Phantasien machen sich breit, denn frühere Briefe von Vera hat er ungelesen vernic... | ... weiterlesen

Gedanken zum Buch

Schlechtes Gewissen und Taten aus längst vergangenen Tagen können das Jetzt aufs erstaunlichste beeinflußen. Hier hilft keine Abgebrühtheit, kein Training, denn der Schlag kommt ohne Vorwarnung in Momenten der größten Selbstgefälligkeit!

Zitate

Wenn er den Brief liest, wenn zur Gewißheit wird, was er nicht einmal zu ahnen wagen darf, dann gibt es kein Zurück mehr. [...] Ratlos steht er im engen Raum, während die Sekunden eilen. Ihm wird übel vor seiner eigenen Angst... | ... weiterlesen

Marina

Inhaltsangabe

Guter Überblick über die Arbeiten der Wiener Werkstätte, ihren Vertretern sowie deren Wirken im Bereich der Architektur, Kunst, Geschirr- und Möbelerzeugung.

Der Stil ist so simpel und mit einfachen Motiven bestückt, dass die Kunstwerke auch in der heutigen Zeit noch aktuell sind.

Gedanken zum Buch

Für jeden der die Jugendstilbauten von Otto Wagner, die Kunst von Klimt schätzt ein Muss.

Zitate

Reinhard E. Karner

Inhaltsangabe

das_bin_doch_ich_2_0.jpgEin Mann schreibt einen Roman, der Mann heißt Thomas Glavinic, der Roman heißt "Die Arbeit der Nacht". Doch vor dem Erfolg, den er will, hat die Welt noch all das aufgetürmt, was sie schon immer einem jeden Besessenen in den Weg gelegt hat: die quälenden Mitmenschen und das noch quälendere eigene Ich.

Gedanken zum Buch

Die vermeintliche Realität. Echt-Handlung, Echt-Namen, Echt-Gefühle, Echt-Zeit, aber doch Roman und ausgedacht - gut ausgedacht. Da ich mir immer die lustigsten Sätze anstreiche, wimmelt es in diesem Buch von Hackerln und Strichen. Sogar zu Rufzeichen (an der Seite, über... | ... weiterlesen

Zitate

Zuerst sehe ich mich bei den Romanen um. Von mir haben sie wie üblich keinen.

Manchmal werde ich gefragt, wieso ich für Lesungen so viel verlange, und ich antworte wahrheitsgemäß, ich habe viele Auslagen.

Ich setze mich, weise dankend den Kaffee zurück, die Kronen Zeitung nehme ich an (man muß wissen, was der Feind denkt: Sun-tzu).

Reinhard E. Karner

Inhaltsangabe

stierhunger.jpgEine junge Frau wird Komplizin einer verhermten Sissi-Verehrerin, die selbst vor Sprengstoff-Anschlägen nicht zurückschreckt. Die junge Frau leidet an Bulimie und will ihr Leben meistern, schafft es aber nicht. Verwoben ist die Geschichte weiters mit dem Tagebuch der Zofe von Kaiserin Sissi (in kursiv).

Gedanken zum Buch

Ein ganz verrücktes Buch im positivsten Sinn. Die Doppelhandlung verleitet zum Vergleichen, ohne das irgendwo durch die Autorin verglichen wird. Der Leser ist mündig genug alles zu erkennen. Die große Freiheit für den Leser, ein erhebendes Werk, trotz all der Scheußlich... | ... weiterlesen

Zitate

Die Milch in Wien entsprach nicht ihren Anforderungen. Kühe verschiedener Rassen aus ganz Europa wurden hier eingestellt, auch Ziegen und Hühner. Meine Rose war immer auf der Suche nach der perfekten Milch, die ihrer Schönheit u... | ... weiterlesen

Es herrschte ein ständiges Gewusel in Weiß auf ihrem Schoß und ein Gebell im Speisezimmer, sie untersuchte die Hunde auf Flöhe und zerknackte diese mitten auf dem Tisch.

Mein édes szeretett angyalom hatte immer Bedenken, dass ich zu stark würde, und zeigte sich beeindruckt von meinem Gewicht, ich musste regelmäßige Wägungen über mich ergehen lassen.

Reinhard E. Karner

Inhaltsangabe

In den belebtesten Straßen Wiens findet man kleine billige Läden, über deren Eingang steht groß und breit das Wort ROMANE. Für den, der hier kauft, gehört Literatur zu den Lebensmitteln, genau wie TABAK und SPIRITUOSEN in den Läden links und rechts der Romangschäfte. Natürlich ist es keine gute Literatur, die hier angeboten wird, aber darauf kommt es auch nicht an. Der Roman überlebt, weil er ein Begleitmedium des Lebens selber ist.

Gedanken zum Buch

Einiges an Romantheorie, das Schreiben und auch einige Empfehlungen des Autors. Italo Svevo, Robert Walser um nur zwei zu nennen. Fast ein Sachbuch. Nicht nur für Fans; jeder der gerne mehr als nur die erste schnelle Erklärung zu einem Thema hört, freut sich hier Zeile für Zeile und ist dankbar,... | ... weiterlesen

Zitate

Fast noch schlimmer als das eigene Scheitern ist, wenn wir einem guten Freund beim Scheitern zuschauen müssen. Dann müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß scheiternde Menschen vollständig verrannt sind.

Unter progessiven Literaturkennern kann man oft die Meinung hören: Je mittelmäßiger ein Roman ist, desto genauer möchte man wissen, wo er spielt. Man kann auch die Umkehrung dazu hören: Je besser ein Roman ist, desto bela... | ... weiterlesen

Den die Wirklichkeit der Literaturproduktion sieht so aus, daß wir nur pragmatisch urteilen sollten, das heißt von Fall zu Fall. Ist ein Roman so gebaut, daß wir am Ende der Lektüre nicht wissen müssen, wo er spielt, da... | ... weiterlesen

Reinhard E. Karner

Inhaltsangabe

Das Leben einer Pazifistin, die ihre beiden geliebten Ehegatten im Krieg verliert und zur unermüdliche Fürsprecherin für den Frieden wird, trotz eines Umfeldes von militärisch gesinnten und dominaten Personen.

Gedanken zum Buch

Schwerste Schicksalsschläge hauen dies Frau nicht um. Sie schwankt, aber sie fällt nicht. Die Idee, dass nicht der Krieg sondern der Frieden natürlich sei, hält sie am Leben.

Zitate

Die Nachrichten, die man erhält, sind spärlich; alle Postkommunikation natürlich unterbrochen; nur durch Brieftauben und Luftballons wird mit der Außenwelt verkehrt.

Neben den falschen Nachrichten gelangen auch einige wahre - deren Richtigkeit sich später bestätigte - bis zu uns.

Wenn ein Krieg ausgebrochen ist, so spalten sich alle Anhänger der neutralen Staaten in zwei Lager; die einen nehmen für diesen, die andern für jenen Teil Partei; es ist da wie eine große schwebende Wette, bei der jeder mithält.

Alex Gölles

Inhaltsangabe

Arbeit der Nacht
Stell Dir vor Du wachst auf und bist alleine. Wirklich ganz alleine, Du bist mitten in Wien, aber es gibt niemanden ausser Dir.
Das kann doch nicht sein. So begibt sich der Held auf die Suche durch Wien und Umgebung, besucht Ort einer vergessen Kindheit, doch überall muß er die Einsamkeit hin nehmen.
Es gibt nur ihn und sonst keinen und vielleicht sein eigenes Ich, als Schläfer, wenn er schläft. Doch ist dieser Schläfer wirlich er? Spielt ihm seine Einsamkei... | ... weiterlesen

Gedanken zum Buch

Sehr dunkel und schwarz, eine Richtung, die mich, so muß ich gestehen, eher anspricht. Ich finde das Buch deshalb genial, weil es mich gefesselt hat und ich nicht loslassen konnte. Das führte aber auch dazu, dass es mich auch manchmal in diesen Sog der Verzweiflung, Einsamkeit und Wahn... | ... weiterlesen

Zitate

Was er da sah, hatte noch nie ein Mensch gesehen. Auch nicht er selbst. Er lebte mit diesem Finger seit fünfunddreißig Jahren, doch wie es im Inneren aussah, wußte er nicht. Er wußte nicht, wie sein Herz aussah oder seine Milz. Nicht, daß er beson... | ... weiterlesen

Reinhard E. Karner

Inhaltsangabe

carl_hafners_0.jpgIm Winter des Jahres 1910 steht die Schachwelt kopf. Der in Wien und Berlin ausgetragene Kampf um die Weltmeisterschaft nimmt in der fünften Partie eine unvorhergesehe Wendung. Der als unschlagbar geltende Titelverteidiger Emanuel Lasker, berühmt auch als Gelehrter und Philosoph, ist durch einen Fehler, den sonst nur Anfänger machen, in Rückstand geraten. Ins Schlaglicht des Int... | ... weiterlesen

Gedanken zum Buch

Die Eigentümlichkeiten menschlicher Gespanntheit  und Vorfreude werden hier toll ausgedrückt. Diese genaue Beschreibung erheitert sehr beim Lesen. Auch verlangsamt das und macht die Geschichte sehr angreifbar. Ich empfinde das wie eine Zeitlupe, zur näheren Erklärung der... | ... weiterlesen

Zitate

Krawatten wurden zurechtgerückt, Schnauzbärte gezwirbelt und die sonstigen Nuancen des Lächelns zur Schau gestellt.

Nach drei Stunden Fahrt und etwas doppelt so vielen Flaschen Sekt waren die Hilfssekretäre unpäßlich. Horak und Wolf spielten eine Blindpartie. Mit stumpfer Miene raunten sie einander Züge zu. Alle paar Minuten stritten sie si... | ... weiterlesen

Nach dem fünften Zug war es die eben entleerte Blase, die Carl hinaustrieb. Von da an peinigten ihn seine Ausscheidungsorgane nicht mehr. Nur die Kälte wich nicht. Carl rieb sich Hände und Arme, er stand auf und ging umher. Nichts h... | ... weiterlesen

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