Nicole Nottelmann

tedesca

Inhaltsangabe

Endlich eine Biographie über den ersten Medienstar der deutschen Literatur: Vicki Baum. Aus dem Wien des 19. Jahrhunderts in die Konzertsäle Deutschlands und als Schriftstellerin über das Berlin der Zwanzigerjahre nach New York und Hollywood - der phänomenale Aufstieg einer Frau mit großen Ambitionen und großem... | ... weiterlesen

Gedanken zum Buch

Wie viele hier wissen, bin ich seit langem ein Fan von Vicki Baum. Ich bin über "Von Liebe und Tod auf Bali" zu dieser Autorin gekommen - einem der wenigen Romane über diese wundervolle Insel - , die leider eine zeitlang ziemlich in Vergessenheit geraten war bzw. als "Unterhaltungsliteratur" abge... | ... weiterlesen

Zitate

Baum war keine klassische Schönheit, eine zierliche, etwas gedrungen wirkende Frau von kaum 1,55 Größe, und mit ihren zweiundvierzig Jahren war sie auch nicht mehr ganz jung. Doch sie besaß eine einnehmende Persönlichkeit, und sie umgab die Aura des Erfolgs. Als sie 1926 , als Redakteurin des Magazins Die Dame, nach Berlin gekommen war, hatte sie in der Hauptstadt kaum jemand gekannt. Mittlerweile war Vicki Baum die berühmteste Autorin Deutschlands. In Berlin sah man sie Beobachtern zufolge überall: in Restaurants, auf dem Tennisplatz, auf Botschaftsempfängen und bei Theaterpremieren, wie heute auf ihrer eigenen.

Seite 13

In uneindeutigen Ende von Kristall im Lehm formulierte Vicki Baum ihre Hoffnungen und Ängste so eindringlich wie zuletzt in Marion. Am Ende rückt die Zivilisation der Alm immer näher. Das bedeutet übersetzt nichts anderes, als dass Baum selbst bewusst war, dass sie ihre Strategie des "Gar-net-Ignorierens" nicht für immer würde durchhalten können. Die Realität (die Krankheit, der Tod) würde sie irgendwann einholen. Aber bis dahin wollte sie sich auf ihrer "Alm" verschanzen. Trotz aller Skepsis, trotz allem Pessimismus beinhaltet der Roman auch eine Hoffnung, eine Botschaft, die Vicki Baum beschwörend an sich selbst und ihre Leser richtet. Es ist die Botschaft Kringeleins aus Menschen im Hotel: "Wunder" können geschehen, nur in ganz anderer Form, als wir sie erwarten. Selbst wenn man viel Leid erfahren hat, selbst wenn man unheilbar krank ist, kann man sich selbst heilen, indem man sich selbst vertraut.

Seite 344
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