Zusammen ist man weniger allein

Philibert, ein Adeliger, fristet sein Dasein als Ansichtskartenverkäufer und teilt seine viel zu große mit Antiquitäten und riesigen Bildern vollgestopfte Wohnung mit dem Koch Franck. Während sich Philibert mit seiner ruhigen Art schwer mit Frauen tut ist Franck das genaue Gegenteil. Die Putzfrau Camille wohnt zunächst in einer zugigen Dachwohnung, wird aber als sie dort fiebergeschüttelt liegt von Philibert in die Wohnung gebracht und dort gesundgepflegt und bleibt auch weiterhin dort wegen des großen Platzangebots.

Doch es verlangt Philibert (der gerne geschichtliche Details erzählt aber vom Leben kaum Ahnung hat), Franck (der zwischen Arbeit, Liebschaften und seiner Großmutter Paulette, die im Seniorenheim ist, pendelt) und Camille (die nach langem wieder zu malen beginnt) doch einiges ab zusammenzuleben.

Bei einem Besuch bei Großmutter Paulette beschließen sie auch, diese in die Wohnung mitzunehmen und Camille erklärt sich bereit die Tagespflege zu übernehmen.

Ein herzerwärmende Story wie kompliziert und doch schön Zusammenleben sein kann.

Meine Gedanken zum Buch: 

Anfangs erscheinen die Thematik und auch die Personen eher absurd und man es sich nicht wirklich vorstellen, wie eine nähere Verbindung zwischen ihnen bestehen kann. Aber man sieht, dass Menschen, die von anderen möglicherweise wegen einer bestimmten Eigenschaft belächelt oder gar ausgelacht werden, doch ihr leben bestreiten und auch Liebe erfahren können.

Verlag: 
Fischer
Auflage: 
10. Auflage
ISBN: 
ISBN-10: 3596173035

Kommentare

Ich hatte auch Anfangs Probleme mit den Personen und ihren Problemen in typisch französischem Milieu, aber dann kam ein Punkt an dem alles zusammenpasste und ich dieses Buch nicht mehr weglegen konnte!

Beate

dieses Buch zu lesen (danke, Lisbeth, für die Leihgabe) und es berührt mich sehr. Heute, bei meiner Zugfahrt nach Hause, las ich gerade Folgendes:
Franck besucht seine Großmutter einmal in der Woche im Altersheim. Sie spricht nicht mehr mir ihrem Enkelsohn, da er sie in dieses Heim gebracht hatte. Bei einem neuerlichen Besuch beginnt er einen etwa vier Seiten langen Monolog, in dem er seine Beweggründe darlegt. Ich war so gerührt (und wohl auch seine Großmutter), dass ich beinahe weinte (sie weinte tatsächlich; sie hatte aber den Vorteil, dass sie nicht im Zug saß...).
Es beginnt Seite 158: "Hör zu, Paulette Lestafier, hör mir gut zu: Du hast allein in einem Haus gelebt, das du geliebt hast und ich auch. Du bist in aller Frühe aufgestanden, hast dir deinen Malzkaffee gekocht, hast ihn getrunken und dir dabei die Farbe der Wolken angeschaut, um zu wissen, wie das Wetter wird. Dann hast du deine Zöglinge gefüttert, stimmt's? Deine Katze, die Katzen der Nachbarn, deine Rotkehlchen, deine Meisen und alle Spatzen dieser Welt..."
 
Es gefällt mir sehr sehr gut.

Ich habe dieses Buch soeben gehört, Nina Petri macht es wohl zum besonderen Erlebnis. In Papierform hätte es mich mit den vielen Dialogen vielleicht sogar etwas gelangweilt, aber Frau Petri arbeitet sensibel alle Nuancen heraus, die einem sonst durchaus einmal entgehen könnten. Wirklich zu empfehlen.
 
Die Geschichte selbst hat mich von Anfang an sehr berührt, vor allem Paulette, die mich so sehr an meine Großmutter erinnert hat. Intelligent, selbständig und voller Angst, ihr Haus und ihre Katze verlassen zu müssen. Aber auch die anderen Figuren wachsen einem schnell ans Herz, und es ist wunderbar, wie jeder mit Hilfe der Anderen seinen Weg zu sich selbst und ins Leben wieder findet.
 
Ein schönes Buch! Eines der wenigen Hörbücher, die ich nicht verkaufen, sondern sicher noch einmal hören werde.

ich bin gerade ungefähr in der Mitte des Buches.
Manchmal habe ich Probleme mir die Umgebung vorzustellen,
aber da ich den Film (der sehr gut ist) gesehen habe,
sind schon ein paar Bilder in meinem Kopf, die das Buch
vervollständigt. Ich liebe die Geschichte, weil sie mich hoffen lässt.

Alles ist gut

Kati

Eine tolle Verfilmung dieses Buches. Ich habe den Film jetzt gesehen  und er ist wirklich gut gelungen, ein Genuss. Nur - das Buch kann er nicht ersetzen. Der Film ist nach eineinhalb Stunden vorbei - das Buch begleitet viel länger.

Habe das Buch gerade durch und es hat mich sehr berührt. Die 3 (eigentlich 4) Hauptpersonen hatten allesamt eine schwierige Zeit - Kindheit, dass man sagen könnte: Was soll da noch draus werden. Doch jeder von ihnen versucht auf seine Weise, mit seinen Möglichkeiten das Leben zu gestalten. Dass sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit eine so tolle Stütze sein können finde ich super! Und das Happy End natürlich auch!