Winter. Sie ist sechzehn. Zeit, zurückzukehren.

Nach dem Tod ihrer Eltern wächst das Mädchen Winter bei Onkel und Tante auf. Nun, mit 16, kehrt sie auf Warriewood zurück. Doch ein dunkles Geheimnis liegt über der Farm der Eltern. Sind die beiden tatsächlich gemeinsam ums Leben gekommen? Was geschah wirklich, damals vor 12 Jahren? Winter ist klar: Wenn sie sich eine Zukunft aufbauen will, musss sie erst eine Antwort auf die Fragen der Vergangenheit finden.

Meine Gedanken zum Buch: 

Hinweis: Es gibt bereits eine neue Auflage des Buches beim Carlsen Verlag mit dem Titel „Winter: Ein Mädchen sucht die Wahrheit“. http://www.amazon.de/Winter-Ein-M%C3%A4dchen-sucht-Wahrheit/dp/3551363056/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1284297175&sr=1-1
 
Winter kommt nach 12 Jahren wieder an den Ort zurück, wo sie früher zusammen mit ihren Eltern gewohnt hat, welche beide gestorben sind, als Winter vier Jahre alt war. Zunächst hofft sie jedoch nur, verblasste Erinnerungen wieder aufzuwecken, als sie kurz nach ihrer Ankunft bemerkt, dass die Verwalter des Hofes Ralph und Sylvia ein Geheimnis verbergen und ihre Eltern gar nicht am selben Tag gestorben sind, beschließt sie, den Fragen auf die Spur zu gehen.
Der Autor bemüht sich sehr, die Umgebung und mehrere Einzelheiten genau zu beschreiben, was eher schief geht. Ich war oft verwirrt von den vielen Beschreibungen, konnte mir so gut wie nichts dreidimensional vorstellen, wie ich es von vielen anderen Büchern gewohnt bin. Der Schreibstil war flüssig. Es gibt auch einige spannende Szenen im Buch, wobei die Spannung nicht erhalten bleibt und schnell wieder verfliegt.
Es ist mir bereis zu Ohren gekommen, dass der Schluss sehr abrupt kommt und man nicht über Winter's weiteres Leben erfährt, doch ich finde den Schluss genau passend und finde, John Marsden hat das gut gemeistert.
Alles in einem war es zwar eine gute Handlung, doch ich würde dieses Buch nicht weiterempfehlen, da ich mir sicher bin, man kann ein Ähnliches finden, das besser ist.

Ich fühlte mich wie das Äffchen mit der Pfote im Glas, das in seiner Gier, eine Hand voller Erdnüsse zu ergattern, den Arm nicht mehr herausbekommt und den Jägern prompt in die Falle geht.

Seitenangabe für Zitat1: 
13

Ich hockte mich auf meine Fersen. Ich spürte einen Schock in der Wirbelsäule, der meinen Rücken hinaufwanderte und meine Haare im Nacken zu Berge stehen ließ. Sie waren nicht am gleichen Tag gestorben.
Nicht am gleichen Tag. Unter meiner Haut kribbelte es, als stünde ich innerlich unter Strom. Das stimmte doch gar nicht. Ich hatte das ganz anders verstanden. Irgendwann musste ich alles schrecklich durcheinander gebracht haben.
Ich stand auf, setzte mich mit dem Rücken an den Baum und starrte auf die Inschrift. Nicht am gleichen Tag. Meine Mutter hatte nach dem Tod meines Vaters noch über ein halbes Jahr gelebt. Dann war sie auch gestorben. Aber wie? Bei einem Unfall? Davon war keine Rede. Nur eines war sicher: Ertrunken war sie nicht. Sonst hätten sie das auch auf ihren Grabstein geschrieben, passend zum anderen.
Wenn sie nicht ertrunken war, dann stimmte die Geschichte in meinem Kopf nicht, dann war alles, womit ich all die Jahre gelebt hatte, falsch. Dann war die Geschichte meines Lebens falsch. Dann hatte ich mein Leben auf einer Geschichte aufgebaut, die eine Lüge war.

Seitenangabe für Zitat2: 
56

Bevor ich aus Canberra fortging, während der langen Bahnfahrt und unzählige Male seit meiner Rückkehr hatte ich mich immer wieder gefragt, ob ich die Anwesenheit meiner Eltern auf Warriewood spüren würde. Würden sie mich auf Schritt und Tritt verfolgen? Würden sie in der Nacht plötzlich erscheinen? Würden sie in meinen Träumen eindringen? Oder würden sie sich vielleicht als meine Schutzengel herausstellen, die mich vor Gefahren warnten? Und ob sie wohl glücklich darüber waren, dass ich wieder hier war? Das Seltsame war nur, dass ich sie mir oft zornig vorstellte, wie dunkle Gewitterwolken. Weshalb sie auf mich böse sein könnten, wusste ich nicht.

Seitenangabe für Zitat3: 
108
Verlag: 
Ueberreuter
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3800029679 / ISBN-10: 3800029677

Kommentare

"Winter" war toll, was zum Schluss rauskommt glaubt man echt nicht.
Ich finde es allerdings genau umgekehrt: der Mittelteil war für mich sehr spannend aber der Schluss war recht abrupt.