Wilhelm Meisters Lehrjahre

Wilhelm Meister, Sohn eines reichen Kaufmanns, reist im Auftrage seines Vaters, um unvollendete Geschäfte einem gütlichen Ende zuzuführen. Wilhelm jedoch sehnt sich nach einer Karriere als Schauspieler und sieht sich als Hüter der wahren und edlen Künste. Schon bald trifft er auf eine Gruppe mittelmäßiger Schauspieler, die er auch sogleich begleitet und sich mit ihnen in die verschiedensten Abenteuer stürzt, bis er nach langem endlich erkennt, trotz gegenteiliger Überzeugung nur an der Oberfläche der Kunst verweilt zu haben.
Die Verstrickungen dieser unsteten Zeit beginnen sich endlich aufzulösen und Wilhelm wird mit Hilfe gutmeinender Freunde zum wahren, jedoch nicht minder leidenschaftlichen Bildungsbürger.

Meine Gedanken zum Buch: 

Wie bei allen Werken Goethes steht der Mensch im Mittelpunkt. Die universelle Bildung ist das Mass aller Dinge, die Beobachtungsgabe der Natur und die Fähigkeit sich in Diskussionen lebhaft zu Artikulieren, ist das Werkzeug sich ihrer zu bemächtigen.
Die Triebfeder zu alldem ist Sehnsucht und Liebe.
Eines der schönsten, tragischsten und fordernsten Bücher, die ich je gelesen habe. Zeitlos gültig.

Wilhelm hatte kaum seine Stube erreicht, als er seine Kleider abwarf und nach ausgelöschtem Licht ins Bette eilte. Der Schlaf wollte sogleich sich seiner bemeistern; allein ein Geräusch, das in seine Stube hinter dem Ofen zu entstehen schien, machte ihn aufmerksam. Eben schwebte vor seiner erhitzten Phantasie ds Bild des geharnischten Königs; er richtete sich auf, das Gespenst anzureden, als er sich von zarten Armen umschlungen, seinen Mund mit lebhaften Küssen verschlossen und eine Brust an der seinigen fühlte, die er wegzustoßen nicht Mut hatte....

Seitenangabe für Zitat1: 
340

Es sind nur wenige, die den Sinn haben und zugleich zur Tat fähig sind. Der Sinn erweitert, aber lähmt; die Tat belebt, aber beschränkt.

Seitenangabe für Zitat2: 
566
Verlag: 
Insel Verlag
Auflage: 
Erste Auflage 1980
ISBN: 
3-458-32175-6