Weltengänger

Lukianenko_Weltengaenger.jpgErst sieht es aus wie ein böser Scherz: Als Kirill eines Abends nach Hause kommt, trifft er in seiner Wohnung eine ihm völlig unbekannte Frau, die behauptet, sie lebe hier schon seit Jahren. Doch damit nicht genug: Auch an seinem Arbeitsplatz ist Kirill niemandem bekannt, ja sogar seine Verwandten und Freunde können sich nicht mehr an ihn erinnern - als hätte es ihn nie gegeben. Was ist geschehen? Wie kann es sein, dass manche Menschen einfach aus ihrer Existenz herausfallen? Und aus welchem Grund? Für Kirill beginnt das Abenteuer seines Lebens...

Meine Gedanken zum Buch: 

Alles in allem ein weiteres geniales Buch des russischen Star-Autors. Witzig und sehr lebendig geschrieben, außerdem sehr spannende Story. Nur der Abgang, sprich Schluss lässt etwas zu wünschen übrig, das ganze "Rätsel" wird für meinen Geschmack etwas zu plötzlich und banal aufgelöst.
Auf jeden Fall empfehlenswert!!!

Leicht erschaudernd betrachtete ich meine Hände. Da willst du dir in der Nase bohren und reißt dir gleich den halben Kopf ab...

Seitenangabe für Zitat1: 
181

>>Kotja!<< Ich breitete die Arme aus. >>Und womit hat dieses Schoßhündchen gedacht, als es zu kläffen anfing? Lass uns Bier trinken.<<
>>Du bist imstande, Bier zu trinken, während jemand eine Frau ermordet?<< Kotja fasste es nicht.
>>Du nicht?<<
Kotja ließ sich die Frage durch den Kopf gehen. >>Doch<<, gestand er zerknirscht ein. >>Ständig bringt irgendwo auf der Welt irgendjemand wen um. Deswegen wollen wir doch nicht verdursten.<<

Seitenangabe für Zitat2: 
287
Verlag: 
Wilhelm Heyne Verlag
Auflage: 
2. Auflage, Deutsch
ISBN: 
978-3-453-52349-4 / 3-453-52349-0

Kommentare

Ich hätte auch noch ein paar hundert Seiten vertragen.
Mir hat besonders die Beschreibung der verschiedenen Welten gefallen, hätte mir aber gewünscht noch mehr über die einzelnen Welten zu erfahren.
Der Schluss war meiner Meinung nach nicht sehr banal, eher verwirrend für den Protagonisten selbst. Auf jeden Fall lässt Lukianenko das Ende so offen, dass jederzeit ein Folgeband daraus werden kann - egal ob mit Kotja oder Kirill als Hauptperson.
 
Zitat Seite 331:
Ein ganz normaler Baum. Ein Apfelbaum. ... Und was für ein liebliches, betörendes Aroma jede einzelne Blüte verströmte!
Als ich über den Zweig fuhr, schluchtzte ich vor Rührung sogar auf "Es blüht ein Apfelbaum - was für ein Wunder..." intonierte ich mit einer Stimme, die innerer Aufruhr zittern ließ.
... So ein flaumiges Ding, das an den Kopf eines Neugeborenen erinnert ... das bei Bewegungen den Rücken wölbt ... Eine wunderbare Raupe ...
Dann tat ich etwas Seltsames! Aus unerfindlichen Gründen hob ich die Hand, um mir eine Ohrfeige zu verpassen.
 
Wer weiß, wie viele Menschen sich in die daraufhin beschriebene Welt sehnen würden...
 
Andreas

-- Andreas --

Also, eigentlich gibts ja schon einen Nachfolgeroman, aber die Beschreibung bei Amazon stimmt irgendwie nicht ganz, die scheint von der Story her nämlich die gleiche zu sein wie bei Weltengänger...
(http://www.amazon.de/Weltentr%C3%A4umer-Roman-Sergej-Lukianenko/dp/3453524608/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1219338380&sr=8-2)
Was die Welten betrifft, hast du Recht, aber in der Hinsicht ist Lukianenkos Buch "Spectrum" noch besser!
glg, Stefan
 
Epistula non erubescit! (Marcus Tullius Cicero)

Sapentia potentia est.
(Francis Bacon)

Das wusste ich nicht, dass es von Weltengänger schon einen 2. Teil gibt. Möchte ich auf jeden Fall lesen.
Bin schon sehr neugierig, ob Kirill zum abtrünigen Kurator wird, oder zu einem noch über den Funktionalen und Kuratoren stehendem abtrünigen.
 
Ja, das eine oder andere Bier, das man trinkt während rundherum das Leben nicht auf Biertrinktempo herabgebremst wurde.
Lukianenkos Bücher sind ja voll von solchen "Weisheiten" - sprich voll mit der Beschreibung von gewöhnlichen Lebenssituationen wie z.B. Biertrinken, in Zusammenhang mit außergewöhnlicheren Lebenssituationen.
 
Die Einleitungen der Kapitel in denen er auf die folgende Handlung hinführt, hätte ich am liebsten übersprungen, waren es aber doch wert gelesen zu werden.
Andreas

-- Andreas --

Naja, es sind in Lukianenko's Büchern sicherlich öfter Teile, die etwas langweilig sind. Trotzdem lohnt es sich allemal, auch das zu lesen, denn wenn Lukianenko eine Stärke hat, dann die, zu den banalsten Alltagssituationen originelle, oft witzige Kommentare zu geben, wie du bereits treffend erwähnt hast. Und man weiß nie, wann mal wieder so eine Situation kommt!!
Epistula non erubescit! (Marcus Tullius Cicero)

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