Wahlkampf

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Mira Valensky wäre besser im Veneto geblieben. In Wien gerät die Journalistin mitten in einen Wahlkampf, bei dem die Mittel von mediengeiler Selbstdarstellung bis hin zu Mord reichen. Präsidentschaftskandidat Wolfgang A. Vogl kann nur gewinnen: Hinter ihm stehen die großen Parteien, die Wahlkampftruppe formt sein Image nach den jüngsten Meinungsumfragen, er hat das Geld. Die Journalistin Mira Valensky interessiert sich weit mehr für italienische Kochrezepte und Weine als für Politik. Trotzdem wird sie gegen ihren Willen vom Lifestyle- ins Politikressort versetzt. Sie soll über das „Menschliche“ im Wahlkampf berichten. Der angebliche Selbstmord eines Wahlkampfmitarbeiters bringt sie auf die Spur dubioser Machenschaften. Alle lächeln, aus allen Poren strahlt Sauberkeit, Dynamik, Enthusiasmus. Können das dieselben Menschen sein, die der Journalistin in der Nacht auflauern, um ihre Neugier mit Nachdruck zu stoppen?

Meine Gedanken zum Buch: 

Es ist der Erstkrimi von Eva Rossmann, man merkt, dass sich der Schreibstil mit jedem neune Krimi verändert bzw. verbessert hat. Droch, Vesna und Gismo sowie Zuckerbrot kommen in diesem Krimi auch schon vor und man sieht, wie Mira Valensky (Hauptdarstellerin) mit diesen Menschen Kontakte knüpft und 
Beziehungen aufbaut, die nicht nur in diesem Krimi sodnern auch in den anderen Krimis von Vorteil und hilfreich sein werden.
Durchwegs lesenswert, aber Mira Valensky war schon besseren Kriminalfälle auf den Fersen...

Die Gasse war menschenleer. Ich seufzte und zog meinen Schlüssel heraus. Ich ging in den großen offenen Torbogen. Hinter mir klirrte etwas auf dem Boden. Hoffentlich war Gismo nicht ausgerisen. Das hätte noch gefehlt.
Ich drehe mich um. Für den Bruchteil einer Sekunde blieb mir der Mund offen, dann knallte ein Faustschlag gegen mein Jochbein. Ich riss die Hände hoch. Ich muss mich wehren, dacht ich, wehren. Aber alles ging so schnell. Ich packte den Mann am Handgelenk und bemerkte, dass er nicht alleine war. Sein Komplize hieb mir genau in den Magen. Ich wunderte mich, dass das gar nicht so weh tat wie der erste Schlag. Nummer eins hatte sich losgerissen und traf mich mit der Faust am Ohr. Ich konnte nichts mehr hören, rund um mich klingelte es schrill, und ich hatte auf einmal einen roten Vorhang vor den Augen. Blut? Ohnmacht? Ich ließ meine Tasche fallen und schlug wild um mich. Zwei verschwommene Gestalten. Ein merkwürdig dumpfes und dann ein Stöhnen. Ich musste den einen getroffen haben. Meine Fingerknöchel taten mir weh. Dann wurden mir die Beine weggetreten. Ich schlug mit dem Kinn hart auf den Asphalt auf. Blut. Ich sah Beine. Liegend trat ich dagegen. Einer fiel um. War das ein Zahn in meinem Mund? Ich musste aufstehen, sie durften mich nicht weiter in den Bauch treten. Nein. Ich versuchte hochzukommen, aber mein Magen zog sich zusammen.

Seitenangabe für Zitat1: 
55
Verlag: 
Folio-Verlag
Auflage: 
2.Auflage
ISBN: 
13: 978-3-85256-332-9 / 10: 3-85256-332-1