Wächter der Nacht

Vampire, Gestaltwandler, Hexen, Magier - seit ewigen Zeiten leben die sogenannten "Anderen" unerkannt in unserer Mitte. Und seit ewigen Zeiten stehen sich die Mächte des Lichts und die Mächte der Finsternis unversöhnlich gegenüber, zurückgehalten nur durch einen vor Jahren geschlossenen Waffenstillstand. Zwei Organisationen - den "Wächtern der Nacht" und den "Wächtern des Tages" - obliegt es, das empfindliche Gleichgewicht der Kräfte aufrecht zu erhalten. Doch nun droht dieses Gleichgewicht zu kippen und die Welt ins Chaos zu stürzen...

Meine Gedanken zum Buch: 

Ähm, der Klappentext ist meines Erachtens nicht sehr hilfreich.
Im ersten Teil der Wächer-Reihe lernen wir Anton kennen, einen eher mittelmäßigen Agenten der Nachtwache. Er kümmert sich um kleine Delikte wie Verhaftung von Vampiren, Zerschlagen von Flüchen und generellem der Tagwache eines Auswischen. Doch dann entdeckt er zwei besondere Menschen: Jegor, ein Junge mit ungeheurem Potential. Die Chefs beider Wachen wollen ihn für sich gewinnen, denn obwohl ein Waffenstillstand herrscht, wissen alle insgeheim das irgendwann der Tag der Abrechnung kommt, ein Kampf. Und dann ist da Swetlana, die nach genauerem Hinsehen viel mehr zu bieten hat als auf den ersten Blick ersichtlich.
 
Was das Buch so fantastisch macht, ist der Erzählstil von Lukianenko. Kraftvoll, philosophisch, lustig, ernsthaft und wahrscheinlich einfach auch russisch, lässt er dem Leser keine Wahl. Ich war sofort mitgerissen von dem Sog, den das Buch erzeugt, stellenweise überrascht von der poetischen Sprache und auch berührt von diesem Kultbuch. Unbedingt empfehlenswert, sowie die drei folgenden Bücher zur Wächter-Reihe.

Verlag: 
Wilhelm Heyne Verlag München
Auflage: 
5. Auflage
ISBN: 
ISBN-10: 3-453-53080-2 / ISBN-13: 978-3-453-53080-5

Kommentare

Lukianenkos Bücher sind in ihrer Art und durch den eigenen Schreibstil nahezu einzigartig. Ich habe schon unzählige Fantasy- und Science-Fiction-Bücher "verschlungen", aber sowas wie Lukianenkos Bücher war noch nicht dabei. (Mit Ausnahme der Bücher Tolkiens, versteht sich).
Allerdings bin ich der Meinung, dass vor allem der zweite Teil, "Wächter des Tages" nicht gerade so gut gelungen ist, wie man es von Sergej gewohnt ist. Auch "Wächter des Zwielichts" ist nicht ganz so gut, erst bei "Wächter der Ewigkeit" hatte ich wieder das selbe Leseerlebnis wie bei diesem Buch.
glg. Stefan
 
Epistula non erubescit! (Marcus Tullius Cicero)

Sapentia potentia est.
(Francis Bacon)

SF und Fantasy sind eigentlich meine Genres, aber ich unterstütze jedes Buch das gut geschrieben ist, da waren die Wächter ein Zuckerl zum Lesen. Ich finde Wächter des Tages auch wunderbar, man musste sich nur umgewöhnen weniger von Anton und Co zu erfahren als im ersten Teil. Und die Romanze ist auch nett.
Es freut mich, dass Lukianenko auch anderen so gut gefällt wie mir. LG Christina

Dem Klappentext und auch der Beschreibung eines Arbeitskollegen nach, hab` ich mir Die Wächter der Nacht etwas mehr in Richtung Anne Rice` Vampierchroniken vorgestellt.
Anfangs war ich eher entäuscht, bis ich meine Erwartungen vergessen, und mich auf die Personen eingelassen hab`.
Ich konnte mich beim Lesen von Wächter der Nacht erst langsam an die so anderen Anderen gewöhnen.
Lukianenko schafft es z.B. den Fluch einer Mutter - der ja schon irgendwie moralisch verwerflich ist - so richtig böse dastehen zu lassen, als Möglichkeit der Entstehung des Katastrophenstrudels über Sweta .
Andreas

-- Andreas --

Eigentlich habe ich das Buch mehr oder weniger zufällig in die Finger bekommen.
 
Ich hatte von dem Fim eine Vorschau gesehen, habe ihn daraufhin gleich auf meine Liste der anzusehenden Filme gesetzt und es - wie so oft - nicht geschafft. Vor ein paar Monaten habe ich dann den Film im Fernsehen wiederentdeckt und war fasziniert.
 
Und unlängst habe ich alle 4 Bücher bei einem Freund entdeckt, der sie mir netterweise geliehen hat. Ich war von Anfang an gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Lukianenko erschafft eine fasziniernde Welt und gibt sich nicht einfach mit der Schwarz-Weiss-Malerei "Gut gegen Böse" zufrieden. Die Argumente beider Seiten sind durchaus nachvollziehbar - die Handlung ist komplex, die Charaktere einzigartig.
 
Und - ich finde - Anton ist alles andere als mittelmäßig, auch wenn er es selbst immer wieder betont; wie sonst könnte er die Zukunft auf grund seiner Entscheidungen so maßgeblich beeinflussen?