Verkürzte Landschaft

Georg PAulmichl kombiniert sprachliche Elemente, die eigentlich nicht zusammenpassen, ohne weiteres miteinander. Und er tut das sehr häufig und fast auf jeder sprachlichen Ebene. Er bildet neue, noch nie gehörte Wörter.
Ich behaupte nicht, dass sich der Autor bewusst ist, welchen Hintersinn er in seinen Entwürfen erzeugt.

Meine Gedanken zum Buch: 

Es ist so amüsant dieses Buch zu lesen. Wie treffend dieser Georg Paulmichl Dinge beschreibt, lässt mich immer wieder staunen.
Wir haben schon Abende verbracht mit Gästen und haben Tränen gelacht über Beschreibungen, wir könnten es nicht nicht treffender sagen, als dieser behinderte Bursche.

Schnee
Der Schnee hat sich über unsere Landschaft niedergelegt.
Die Augen staunen, denn alles ist in weiss gehüllt.
Der eiskalte Wintermann hat uns in die Kälte verwiesen.
Jeder will dem Schnee zu Leibe rücken.
Ganz Europa klirrt vor klirrender Kälte.
Auch auf dem Kirchplatz wird tapfer geschaufelt.
Die Wolken lassen sich nicht von den Menschen ins Bockshorn jagen.
Schneemänner entspringen aus den Böden.
Die Kinder haben ihre höllische Freude. 

Seitenangabe für Zitat1: 
69

Erntedank,
Seit Menschengedenken wird geerntet.
Dort wo viel wächst, lohnt es sich auch zu feiern.
Mit verzierten Wagen zieht die Bauernschaft zur Kirche.
Auch der liebe Gott nimmt an den Ernteerträgen teil.
Nach der besinnlichen Meßfeier wird im Festsaal gefeiert bis zur Besinnungslosigkeit.......

Seitenangabe für Zitat2: 
77

Friedhof
Der Friedhof ist für jeden Menschen da. Der Friedhof steht fest in den Händen des Todes. Immer wieder müssen die Totengräber das Erdreich ausschöpfen. Blumen und Kränze geben dem Grab die letzte Ehre.Der Tod bietet allen Menschen die gleiche Stirn. Wer lange unter der Erde liegt wird, wird dem Staube verfallen.

Seitenangabe für Zitat3: 
78
Verlag: 
Haymon-Verlag, Innsbruck
Auflage: 
4. Auflage
ISBN: 
3-85218-070-8