Two Girls, Two Catamarans

Dieses Buch aus 1969 ,vor allem aber die Leistungen von James Wharram ab 1955 haben eine Revolution ausgelöst zumindest unter Seglern und ein Boom von Blauwasserfahrten begann.
James Wharram (geb. 1928 in Manchester) hat von klein auf davon geträumt mit einem Boot über den Atlantik zu fahren - aber nicht mit einem "normalen" Segler, sondern mit einem polynesischen Katamaran.
Dummerweise war er in einer Arbeiterfamilie zur Welt gekommen und hatte kein Geld, ausser dem dass er selbst verdiehnte aber Boote kaufen oder bauen lassen ist teuer ! Irgendwann traf er Ruth (ein deutsches Mädchen) die seine Träume teilte und 1954 begann er mit einem Kapital von 200 engl. Pfund und Ruth seinen Traum umzusetzen und einen Katamaran selbst zu bauen.
In 1954 kam auch die zweite Frau in sein Leben Jutta , ebenfalls ein deutsches Mädchen und tatsächlich zu dritt schafften sie es so etwas wie einen polynesischen Katamaran zu bauen.
Am 27.9.1995 starteten sie in Falmouth und kamen nach vielen Schwierigkeiten und Problemen Anfang Februar 1956 in Trinidad an.
Das Buch ist die Beschreibung einer Reise und der Überwindung von Bergen voller Problem, aber wenn man nur an seine Sache glaubt und sein Ziel eisern verfolgt auch überwinden kann.

In Trinidad hatte er das gleiche Problem wie Columbus, das Holz seines Katamarans wurde durch den Bohrwurm zerstört und er musste ein neues Boot bauen die RONGO, damit kehrte er über New York und die gefährliche Nord Atlantik Passage zurück nach England.

Das Buch schildert offen alle Probleme, die harte Arbeit und auch die "ménage à trois", mit Ruth (die seine Frau wurde) und Sohn lebt er übrigens in Wales.

2008 mit 80 Jahren ist nochmals zu einer Pazificüberquerung aufgebrochen.

(unten angeben sind die Daten für die Erstausgabe, ein deutscher Nachdruck ist im Verlag Palstek erschienen, ansonsten auf der Webseite www.wharram.com nachsehen)

Meine Gedanken zum Buch: 

Dieses Buch zeigt eigentlich viel :
Jemand aus der Arbeiterklasse Englands ist besessen von einem Ziel, das er um jeden Preis erreichen will - allen elitären Zirkeln zum Trotz - weil er an sich glaubt findet er Menschen die ihm helfen. Helfen nicht mit Geld sondern mit Zuneigung , moralischer Unterstützung und praktischer körperlicher Arbeit.
Trotz vieler Widrigkeiten erreichen sie Ihr Ziel, ja mehr - James Wharram wird bekannt und widmet sich später dem Design von polynesischen Fahrten-Katamaranen, diese Baupläne verkauft er für wenig Geld an Selstbauer und noch später findet er eine Werft, die zu bezahlbaren Preisen Rümpfe und Takelage erstellen - oder wenn der Kunde es wünscht - auch das ganze Schiff.
Er selbst wird kein Multimillionär und Werftbesitzer, aber er kann mit seiner Frau Ruth und seinem Sohn in Wales leben und immer wieder auf Reisen gehen und Bücher schreiben. Er hat ganz nebenbei einen Boom in der Blauwasserseglei ausgelöst und wurde von vielen bewundert - genau wie auch Bernard Moitessier.
Ich habe die deutsche Übersetzung nie gelesen, aber intuitiv würde ich immer empfehlen zu versuchen das englische Original zu lesen, denn auch die Diktion der Sprache sagt etwas über den Autor aus.
Die modernen Schiffe von Wharram kann man sich auf seiner Webseite ansehen

One day I looked up to see an attractive girl.
"My name is Jutta," she said. " I want to help." I had heard these words before and knew the answer.
"Take this tar pot and brush. Crawl into that bow-hold and paint it"
To may surprise she did and returned again for more work.

Seitenangabe für Zitat1: 
13
Verlag: 
Abelard-Schuman London
Auflage: 
Erstauflage gebunden
ISBN: 
200 71623 9