Traumfänger

Für die Amerikanerin Marlo Morgan beginnt alles ganz harmlos. Eines Tages erhält sie eine Einladung zu einem Treffen mit einem Aborigines-Stamm. Dieses ist als Auszeichnung für ihre erfolgreiche Arbeit mit jungen Halbblut-Aborigines in Australien gedacht. Gespannt macht sie sich für die Einladung zurecht: Ein neues Seidenkostüm, eine dazu passende Seidenbluse und elegante Pumps. Wenige Stunden später, nachdem sie vor ihrem Hotel mit einem Jeep abgeholt worden ist und eine stundenlange Fahrt durch den australischen Busch hinter sich hat, wird sie von einer kleinen Gruppe von Menschen eingeladen, an einem Walkabout teilzunehmen. Noch nie zuvor wurde einer Weißen, einer in den Augen der Aborigines "Veränderten", eine solche Ehre zuteil.

Marlo Morgan lernt in den nächsten Monaten die Unwichtigkeit des Zeitbegriffes kennen, ernährt sich von Maden, Krokodilen, Nüssen, Kräutern und Früchten und hätte niemals geglaubt, daß sie gebratene Ameisen als Delikatesse schätzen lernt. Sie wird in das erd- und naturverbundene Leben der Aborigines eingeweiht und erkennt, daß es hier Menschen gibt, die die Erde nicht ausbeuten, die in der Lage sind, sich telepathisch zu unterhalten und über medizinische Kenntnisse verfügen, die sie staunen lassen.

Meine Gedanken zum Buch: 

Ist auch schon länger her, dass ich es gelesen habe. Aber es ist total faszinierend wie die Aborigines mit der Natur im Einklang leben. Ich hab gerade, wieder ein paar wunderbare Einstellungen zum Leben gefunden, die in unserer Zeit, die immer hektischer wird, leider verloren gegangen sind.
Vielleicht würde uns so eine Walkabout gut tun, damit wir wieder das "Wichtige" im Leben sehen können...

Die Aborigines weigern sich, eine Schriftsprache zu benutzen, weil das ihrer Meinung nach dem Gedächtnis seine Kraft nimmt. Nur durch ständige Übung und Forderung könne man die bestmöglichen Gedächtnisleistungen erzielen.

Seitenangabe für Zitat1: 
86

Ohne einen Spiegel, der mir die Realität unbarmherzig vor Augen führt, konnte ich mich wirklich schön fühlen. Ich war es ganz offensichtlich nicht, aber ich fühlte mich so. Die Stammesleute akzeptierten mich so, wie ich war. Bei ihnen fühlte ich mich angenommen, einzigartig und wunderbar. Jetzt lernte ich, was für ein Gefühl es war, ohne Wenn und Aber einfach akzeptiert zu werden.

Seitenangabe für Zitat2: 
103
Verlag: 
Goldmann
Auflage: 
-
ISBN: 
3-442-43740-7

Kommentare

Ich finde ja besonders die Vergleiche mit der westlichen Welt sehr amüsant. Sie scheint sich also doch nicht ganz von der Kultur einfangen haben lassen.

sollte man dieses Buch. Es bringt einem in eine total andere Welt, diese ist so beeindruckend, weil wir so fern von dieser Einfachheit leben.
denkt Paula

alles in allem zu esoterisch und auch zu oberflächlich, weil so eine Geschichte einfach nicht ausreicht, um die Vielschichtigkeit der Aborigines-Kultur wirklich darzustellen. Mir hat's garnicht gefallen, ich hab es gleich nach dem Lesen verkauft (das mach ich mit allen Bücher, die ich nicht leiden kann).

@tedesca Mir gings mit dem Buch genauso - wie schon oben genannt finde ich die Vergleiche mit der westlichen Welt etwas eigenartig. Kenne wesentlich einfühlsamere Bücher als dieses.

Ich steh in meinem Umfeld mit dieser Meinung immer recht allein da, da freut man sich doch über Gesinnungsgenossinnen Smile

Dieses Buch hat mich gefesselt - von Anfang an. Ich wollte plötzlich auch dabei sein, wollte so werden wie sie, damit ich so fühlen, denken und leben kann wie sie-die Aboriginies. Wie einzigartig doch das Leben sein kann außerhalb unseres "zivilisierten" Daseins. Wie "echt" man leben kann. Nein-man scheint nur in deren Welt zu leben, denn wir hier existieren nur. Erledigen unsere Aufgaben, bis unser Dasein zu Ende ist. Die Anderen - die Leben wirklich. Und so lieben sie es auch - ohne jemals etwas zu zerstören. In Einheit mit der Natur. Als ein Teil der Natur.
Wie enttäuscht wurde ich an dem Tag, als ich die auf einer Reise Australier traf, die mir mitteilten, dass alles in diesem Buch nur "erstunken und erlogen" ist. Das nichts wirklich "Aborigine-like" ist. Das ganze Buch íst reine "Erfindung" und habe in Australien auch einige Empörung hervorgerufen, eben weil es nicht auf wirklichen Tatsachen basiert....
Was soll man nun glauben?

Glaub den Australiern! Ich hab auch schon mit welchen gesprochen, die genau der selben Meinung waren, und das waren liberale Menschen, die die Kultur der Aborigines sehr bewundert haben, die hatten keinen Grund, irgendetwas runterzumachen.
 
Bei diesem Buch handelt es sich um einen Wunschtraum, und wenn der bei Dir so angekommen ist, wie Du es schreibst, hat die Autorin ja ihr Ziel erreicht, egal, ob es die Wahrheit ist oder nicht.