Tödliches Gelübde: Maresciallo Bonanno stößt auf Schweigen

T__dliches_Gel__bde.jpgBei der 500-Jahrfeier einer Bruderschaft im sizilianischen Villabosco wird der Präsident des Ordens von einem mächtigen Holzkreuz erschlagen. Ein tragischer Unfall? Das Schweigen der Ordensbrüder spricht Bände. Und so findet Mareciallo Bonanno von den Carabinieri bald heraus, dass die verschwiegene Gemeinschaft noch ganz andere Leichen im Keller liegen hat ...

Meine Gedanken zum Buch: 

Der vierte und bisher letzte Teil der Maresciallo-Bonanno-Reihe greift wieder ein top-aktuelles Thema auf, indem er sich u.a. mit der Thematik der Selbstmordattentate beschäftigt und die Rechtfertigung des Tötens für einen höheren Zweck infrage stellt.
Wobei die Geschichte an sich großteils im Montanvalle spielt, wo einige sehr grausame Morde passieren, die alle im Zusammenhang mit einem antiken Holzkreuz zu stehen scheinen. Als sein engster Mitarbeiter schwer verletzt wird, zieht Bonanno gnadenlos alle Register seines berühmten Bulleninstinkts und heftet sich an jede Spur wie eine Zecke.
Ganz nebenbei macht er noch seiner geliebten Rosalia einen Heiratsantrag, die auf ihre ganz persönliche Weise mit einer erpresserischen Noch-Ehefrau abrechnet.
 
Wie immer steht im Vordergrund der Geschichte der übergewichtige Maresciallo, der so garnichts mit dem oben zitierten Montalbano aus der entsprechenden Reihe von Camilleri zu tun hat. Witzig trotzdem diese kleine Ehrerbietung an den großen Autor!
Alles in allem ein solider Krimi, gut zu lesen, unterhaltsam und spannend. Jetzt heisst es warten auf Teil 5!
 

Ich verstehe diese Welt nicht mehr, Mimmuzzu!
Selbstmordattentäter, die andere Menschen ermorden, religiöse Fanatiker, die nicht über ihre Nasenspitze hinaussehen, verfluchte Fundamentalisten, das kriegslüsterne Amerika, das sich keine Gelegenheit entgehen lässt, sich in Auseinandersetzungen einzumischen, Diktatoren, die im Luxus leben, während ihr Volk am Hungertuch nagt. Bruderschaften, die sich untereinander zerfleischen, und unser Holzkreuz mit seinem Geheimnis. Und alle sagen natürlich, sie wären im Recht. Aber wie kann man denn im Recht sein, wenn man dafür mordet, Mimmuzzu?

Seitenangabe für Zitat1: 
59

"Du hast erfahren, was du wissen wolltest, und nun behandelst du mich wie den letzten Dreck. Du kommst hier herein, frisch wie der junge Morgen, pflanzt dich vor mir auf, frisst dich voll wie ein Schwein und sagst keinen Ton. Du willst Krieg", beschuldigte ihn Marcelli.
"Beruhige dich, Marcé. Montalbano meint doch immer, man soll nicht reden, während man solche Köstlichkeiten genießt, also lass mich in Frieden essen."
Jetzt musste er auch noch den Commissario aus Vigáta aufs Tapet bringen, nur um seine Verfressenheit zu rechtfertigen.
"Wenn du mit deiner Mastkur fertig bist, erwarte ich dich in meinem Büro", meinte Marcelli gehässig und entfernte sich mid federnden Schritten.
"Sorg dafür, dass mein Kaffee bereitsteht", fauchte Bonanno zurück.

Seitenangabe für Zitat2: 
185
Verlag: 
Bastei Lübbe GmbH & Co.KG
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3404163298