Tod eines Kritikers

tod_eines_kritikers_0.jpgHans Lach wird verhaftet: Mordverdacht. Auf der Party seines Verlegers hatte er einen für seine Verrisse gefürchteten Kritiker bedroht. Am nächsten Morgen findet sich dessen blutdurchtränkter Pullover, nur von der Leiche fehlt jede Spur. Dafür treten immer neue Verdächtige auf den Plan.

Meine Gedanken zum Buch: 

Angeblich sieht ein Blinder, dass es sich hier um Marcel Reich-Ranicki handelt. Und das nicht nur im Schlechten. Gewisse Albträume hat Herr Walser hier sicherlich verarbeitet. MRR hat ihn ja immer wieder scharf im Visier gehabt (nicht immer nur positiv).
Die Verknüpfung der Handlung mit dem inhaftierten Vergewaltiger Mani Mani, dessen Innenleben vor uns ausgebreitet wird, stört ein wenig den Lesefluss, macht jedoch das Buch um eine bunte Facette reicher. Ich habe mich sehr amüsiert und oute mich wieder als Walser-Fan.

Ich hatte noch nie zwie Menschen erlebt, die so zärtlich zusammengehörten wie diese zwie. Und das wirkte als reine Schönheit. Ich hätte am liebsten in die Hände geklatscht vor Zustimmung.

Seitenangabe für Zitat1: 
119

Die Megafiguren gibt es eben dazu, daß sie dürfen was alle wollen, aber nicht dürfen.

Seitenangabe für Zitat2: 
128

Und ich schwieg auch, obwohl ich nicht sicher war, daß wir über dasselbe schwiegen.

Seitenangabe für Zitat3: 
151
Verlag: 
rororo (Suhrkamo 2002)
Auflage: 
Taschenbuch
ISBN: 
9783499252266