Terror (Audiobook)

Terror.jpgEngland, 19. Mai 1845. Zwei stolze Schiffe der Royal Navy segeln aus der Themsemündung und nehmen Kurs Richtung Norden: die "Terror" und ihr Schwesternschiff "Erebus". Es sind die modernsten Schiffe ihrer Zeit - gepanzert mit dicken Eisenplatten, ausgestattet mit Heißwasserheizungen, angetrieben wenn nötig mit Dampfmaschinen. Mit diesen beiden Schiffen soll es endlich gelingen, die legendäre Nordwestpassage zu finden, den freien Seeweg durch das bisher unüberwindliche Eis der Arktis in den Pazifischen Ozean.
Die Expedition steht unter dem Kommando des hochdekorierten Sir John Franklin. Nach etlichen gescheiterten Versuchen will er dieses Mal den Erfolg mit aller Macht erzwingen. Er treibt die beiden Schiffe und ihre einhundertdreißig Mann Besatzung immer weiter in die arktische Inselwelt hinein - bis sie schließlich hoffnungslos im Packeis festsitzen. Gefangen in einer alptraumhaften Eiswüste, versuchen die Männer, sich gegen die Kälte, den Hunger und die Attacken der Polarbären zu behaupten. Doch nach und nach werden die Schiffe von den gewaltigen Eismassen zerdrückt. Und der Terror beginnt...

Meine Gedanken zum Buch: 

Es geht um die berühmte Franklin-Expedition, die sich mit den Schiffen "Erebus" und "Terror" auf die Suche nach der Nord-West-Passage gemacht hat und auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist. Sprachlich fand ich das Buch sehr gut, Simmons hat einen ansprechenden Erzählstil, die Sprache ist niveauvoll und auch immer schön an denjenigen angepasst, um den es in der Geschichte gerade geht. Die Meinung , dass dieser im Grunde historische Roman gut auf ein menschenfressendes Monster hätte verzichten können, hat sich immer weiter verstärkt, vor allem, nachdem ich den Schluss gelesen hatte, der mir viel zu esoterisch war. Es ist ja schön, die Innuit mit ihren Bräuchen und Mythen in die Geschichte einfließen zu lassen, aber das war mir doch zu viel des Guten. Auch das holprige Reinpacken historischer Fakten fand ich unnötig. Visionen, intellektuelle Diskussionen zwischen Seeleuten, nur um Dinge unterzubringen, die die Besatzung der beiden Schiffe so garnicht wissen konnte, das fand ich sehr störend. Zu langatmig waren mir auch die Beschreibung der Schiffe, der Ladung und der Besatzung, aber damit konnte ich dann schon gut leben, denn wirklich fasziniert hat mich die einfühlsame Schilderung der Beziehungen zwischen den einzelnen Männern in all ihrer Sensibilität und natürlich auch Grausamkeit. Man kann sich schon vorstellen, dass es so gewesen sein könnte, mal wirklich abgesehen von dem absurden Schluss. Und wenn es jemanden interessiert, kann man sich bei wikipedia dieses letzte Schreiben der beiden Kapitäne anschauen, das verleiht dem Roman noch einmal mehr Würze. Ganz abgesehen davon, dass man drei der Toten fast unversehrt in ihren Gräbern gefunden hat, Eismumien, die vor einigen Jahren genauestens untersucht wurde. Dazu gibt es ein interessantes Sachbuch, Der eisige Schlaf: Das Schicksal der Franklin-Expedition. Und wer dann immer noch nicht genug von John Franklin hat, der sollte die Romanbiografie von Sten Nadolny lesen, Die Entdeckung der Langsamkeit.
Das Hörbuch wird wirklich hervorragend gelesen von Detlef Bierstedt, der den vielen Figuren tolle Stimmen gibt, ohne das Ganze zu einem Ein-Personen-Hörspiel ausarten zu lassen. Er verleiht der Geschichte Spannung und Gefühl und trägt für mich ganz wesentlich zur Qualität dieses Hörbuches bei.

Verlag: 
Audible GmbH
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
gibt's keine