Tanz den Fango mit mir

Zaschkes schildert seine letzte Hoffnung, ohne Operation aus der Schonhaltung wieder in den aufrechten Gang und ins Arbeitsleben zurückzufinden, und die vorläufige Endstation seines schleichenden Leidensweges. So führt uns der Autor mit L3/4 und L4/5 (die Koordinaten seiner Schmerzen) an einen unwirklichen und zugleich erschreckend realen Ort, wo Dr. Seltsam fluchend die Lahmend heilt, „Chef“ einen schlammigen Gesangsverein leitet und wo die Zeit still steht.

Wer sonst, außer einem Mann mit Bandscheibenvorfall, dürfte sich so schonungslos und gleichzeitig sympathisierend über Mitpatienten und Ärzte, über das großes Leid und die kleinen Freuden eines Reha-Aufenthalts auslassen? Ein Insider-Bericht aus einem Parallel-Universum, das viele Menschen aus eigener Erfahrung kennen – und andere lieber nie kennen lernen möchten. Aber darüber zu lesen macht bei Christian Zaschke trotzdem Spaß und irgendwie auch ein bisschen Mut.

Wer dieses Buch liest, hat das beruhigende (und etwas beschämende) Gefühl, dass es anderen, wie dem tapferen Murat, noch schlimmer geht – und garantiert tagelang einen absurden Ohrwurm: „Tanz den Fango mit mir! Fango, Fango die ganze Nacht…

Meine Gedanken zum Buch: 

Manchmal dachte ich: Darf man so laut drüber lachen? Allerdings hätte ich ohnehin nicht anders gekonnt....
Dabei liegt die Antwort auf der Hand bzw. im Buch:
Klar darf ich! Sonst hätte der Autor wohl dieses Buch nicht so geschrieben, und vor allem nicht so genial formuiert und solche Situationskomik eingeflochten.
Absolut empfehlenswert - speziell für Personen mit "Krankenhaus- Reha-Erfahrung" Wink aber auch für alle, die schon mal längere Arztwege hinter sich haben.

Verlag: 
Goldmann
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
IBSN 978-3-442-31191-0

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