Sturz der Titanen: die Jahrhundertsaga (Audiobook)

Sturz_der_Titanen.jpgEuropa, 1914: Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie, die durch politische Spannungen zerrissen wird. Eine Familie aus England zwischen Arbeiterschicht und Adel. Und zwei Brüder aus Russland, die in den Strudel der Revolution geraten und sich auf verschiedenen Seiten gegenüberstehen. Ken Folletts neue Trilogie spielt zwischen 1914 und 1989 und erzählt von drei Familien aus drei Ländern, deren Schicksale auf dramatische Weise miteinander verknüpft sind - und wird Geschichte schreiben!

Meine Gedanken zum Buch: 

Ich habe "Sturz der Titanen" al 37-stündiges ungekürztes Hörbuch gehört (von audible.de) - ein sehr beeindruckendes Werk!
Über 1.000 Seiten bzw. 37 Stunden Spieldauer, aber nicht einmal hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, keine Sekunde lang habe ich mich trotz der ausführlichen Schilderungen der politischen Hintergründe für den 1. Weltkrieg gelangweilt. Irgendwie erinnert mich das Buch an "Krieg und Frieden", aber es ist weitaus unterhaltsamer und etwas weniger detailliert in den Kriegsbeschreibungen.
Die Hauptfiguren leben in England, Russland, Deutschland und den USA und sind auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden. Wallisische Minenarbeiter, englische Adelige, deutsche Diplomaten, russiche Arbeiter, alle erleben die Vorkriegszeit und vor allem den 1. Weltkrieg auf ihre Art mehr oder weniger dramatisch. Während in England weiter Teegesellschaften gegeben werden und die Frauen um ihre Rechte kämpfen, hungern die Russen und gehen auf die Barrikaden, kämpfen nicht nur mehr im Krieg, sondern auch gegen das eigene Regime. Der Zar wird abgesetzt, die Bolschewiken übernehmen die Macht, Engländer und Deutsche versuchen finanziell und durch den EInsatz ihrer Truppen in das Geschehen einzugreifen, die Revolution in ihrem Sinne zu lenken. Nach dem Krieg werden die Deutschen beinhart in die Knie gezwungen, die Inflation treibt selbst die reichsten Adeligen in den Ruin, macht einst feine Damen zu Hausfrauen, die in Mietshäusern wohnen und Geld verdienen müssen.
Historische Fakten werden mit Geschichten über Liebe, Verlust und Angst zu einem spannungsgeladenen Roman verbunden. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, und Philipp Schepmann hat mit seiner Art zu lesen sicherlich das Seine dazu beigetragen.

Verlag: 
Audible GmbH
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
keine vorhanden

Kommentare

Bis etwa zum letzten Drittel des Romans hat mir alles gefallen, was Ken Follett zu erzählen hatte. Besonders originell fand ich die Idee, die Protagonisten dreier Nationen miteinander in Beziehung zu setzen. Irgendwo sind sie sich immer wieder über den Weg gelaufen und auch für mich war es fast so, als hätte ich alte Bekannte wiedergetroffen.
Im letzten Drittel jedoch ist die Geschichte gekippt, oder besser gesagt, sie ist aus dem Ruder gelaufen. Wenn ich nicht gewußt hätte, dass ich noch immer denselben Roman lese, hätte ich gedacht, nun ein Sachbuch über den 1. Weltkrieg in Händen zu halten. Ich bin an historischen Ereignissen ja durchaus interessiert, mag sie auch gerne in Romane eingeflochten, aber das war mir des Guten fast zu viel. Die Recherchearbeit des Autors in allen Ehren, aber so detailiert wollte ich über den Frontverlauf und sonstige politische Hintergründe eigentlich gar nichts wissen. Das persönliche Schicksal der Protagonisten ist mir im Gegenzug beinahe abhanden gekommen.
Mir wäre lieber gewesen, Ken Follett hätte keine Fortsetzungsbände geplant, sondern diese mehr als 1000 Seiten dazu benutzt, seine Geschichte in gestraffter Form zu präsentieren. Für mich wäre in diesem Fall weniger vielleicht mehr (Lesespaß) gewesen.
Meinen Respekt, tedesca, dass Du diesen Hör-Marathon absolviert hast. Daran wäre ich ganz sicher gescheitert. Ich habe schon beim Buch nur mit Mühe bis zum Ende durchgehalten und werde mir auch keine weiteren Fortsetzungen aufhalsen.

Also wenn mir ein Buch so gut gefällt und es noch dazu so animiert gelesen wird, dann ist es mir egal, wie lang es dauert. Und wenn es die beiden Faktoren nicht erfüllt, dann brech ich es sowieso ab. Gelesen hätte ich es vielleicht garnicht, ich bin ja nicht SO der Follett-Fan, aber oft hört sich eine Buch besser als es sich liest.