Sterneneis

Sterneneis.jpgWie berbringen eine Frau mittleren Alters und eni Mädchen im Teenageralter, das an Handy, PC und Fernsehen gewöhnt ist, drei Tage in völliger Abgeschiedenheit miteinander? Kristín Marja Baldursdóttir hat einen wunderbaren, atmosphärischen Roman geschreiben, der vor großem landschaftlichem Panorama seine Leser mit auf die Reise nimmt: eine Reise in das Land der Erinnerung und in das Reich der Phantasie.

Meine Gedanken zum Buch: 

Die Ich-Erzählerin Gunnur ist Psychiaterin und Mutter von 2 erwachsenen Kindern. Somit steht sie dem Teenager Hugrún Lind zwar nicht hilflos gegenüber, ist aber trotzdem immer wieder Opfer der pubertären Ausbrüche eines jungen Mädchens, das hin-und hergerissen wird zwischen Kindsein und das Gesicht zu wahren. Nur durch Gunnurs Jugenderinnerungen kommt das junge Mädchen zur Ruhe, zeigt Interesse, fragt nach, und so erfahren wir die Geschichte einer Frau, die in einem Island großgeworden ist, wo Kinder über die Ferien noch aufs Land geschickt wurden. Nicht aber etwa in die Ferien, nein, Gunnur musste sich schon mit acht Jahren ihren Unterhalt am Bauernhof durch Kinderhüten und andere Arbeiten verdienen. Eine gute Ausbildung war nicht geplant, aber die starke junge Frau hat ihren Weg gefunden, und vielleicht ist es gerade das, was sie mit dem jungen Mädchen verbindet, das ihr übers Wochenende anvertraut wurde.
Eine Lebensgeschichte, nicht allzu spektakulär, mit Höhen und Tiefen, gut zu lesen, immerwieder auch zum Schmunzeln, wenn man selbst den Umgang mit Teenagern immer wieder erleben durfte. Oder (zum Glück) schon hinter sich hat Wink

Seltsam, wie empfindlich Menschen ihren Kindheitserinnerungen gegenüber werden, wenn sie das mittlere Alter überschritten haben.

Und das kann ich dier prophezeien, es werden am Ende nicht die Naturkatastrophen, Meteoriten oder Hungersnöte daran schuld sein, wenn die Menschheit schließlich ausstirbt, sondern es wird ganz einfach die Tatsache sein, dass Frauen beschließen, keine Kinder mehr zu bekommen.  Es wrid so weit kommen, wenn die Herren sämtlicher Regierungen sich auch weiterhin damit abmühen, an der alten Macht festzuhalten, die sie ja angeblich schon seit Jahrhundeten innehaben, anstat sich in Tag und Warhheit - und nicht nur in ihren theoretischen Ansätzen - wie gleichberechtigt denkende Menschen zu benehmen.

Seitenangabe für Zitat2: 
125

Es sit schwierig, denjenigen zu zähmen, der die Wahrheit erkannt hat.

Seitenangabe für Zitat3: 
134
Verlag: 
Krüger
Auflage: 
2. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3810502667

Kommentare

Diese Schriftstellerin habe ich auch erst kürzlich für mich entdeckt. Auf dieses Buch kann ich mich noch freuen Smile
 
Lesende Grüße von Dido

Lesende Grüße von Dido

Ich habe auch schon "Die Eismalerin" gelesen und "Die Farben der Insel", beide Bücher findest Du hier ebenfalls, falls Du was dazu schreiben möchtest! Diese haben mir eigentlich noch besser gefallen, muss ich sagen. Heute ist mit der Post "Möwengelächter" gekommen, darauf freu ich mich auch schon! Macht schon Freude, mal etwas über so ein (mir zumindest) unbekanntes Land und seine Geschichte zu lesen, gell? Noch dazu in so guter Qualität.
Liebe Grüße,
Germana