Stadt der Verlierer

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Matthias hat viele Beziehungen. Und er hasst es, wenn Frauen ihm widersprechen. Als er eines Tages im Lainzer Tiergarten eine Frau, die sich umbringen wollte, rettet, beginnt eine weitere, geheimnisvolle Affäre. Zur gleichen Zeit bekommen Emma Novak und Mick Hammerl, Privatdetektive, einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie sollen den Sohn von Greta Mautner finden, den diese einst nach der Geburt zur Adoption freigegeben hatte. Routine, denken sie, bis wieder eine Frau gefunden wird, jetzt aber wirklich tot ... Ein ironisches, zuweilen groteskes Panoptikum der Stadt Wien und ihrer Bewohner: skurril, komisch, makaber und höchst spannend.

Meine Gedanken zum Buch: 

Kapitel 1, 2 und 3 unterscheiden sich total und jedes Mal wenn man mit dem Kapitel fertig ist, glaubt man, man habe gerade ein neues Buch angefangen zu lesen... Erst ab Kapitel 4 beginnt so richtig zum LAufen, da keine neuen Personen mehr vorkommen und schon kann man zum Assoziieren beginnen.
Das Buch ist fesselnd und man kann es nicht mehr weglegen und es ist sehr temporeich geschireben. Ganz nebenbei passieren 2 Morde und einen darf man hautnah miterleben und Matthias hat sehr viele Affären und die beschreibt er auch ausführlich...
Die Auszeichnung mit dem Friedrich-Glauser-Krimipreis 2008 ist gerechtfertigt und ist eine kleine Anerkennung für ihr tolles Buch

Ich besah mir die Gitarre. Zwei Wirbel waren gebrochen.
Aber es war nicht so schlimm, man würde weiter darauf spielen können.
"Na hören Sie, junger Mann! Haben Sie gar kein Schamgefühl?" sagte jemand. Ich wandte mich um. Hinter mir stand eine kleine alte Frau in braun-weiß klarierten Stoffpantoffeln, einem geblümten Nachthemd und einem schwarzen Köder an der Leine.
Ein Taxi hielt neben uns an. Die Fahrerin steckjte den Kopf aus dem Fenster. Sie grinste. Ihre Haare waren nicht länger als einen halben Zentimeter, und trug große runde Ohrringe.
"Soll ich Sie irgendwohin bringen?"
"Nein. Danke, nein."
"Den können Sie doch nicht mitnehmen" sagte die alte Frau und blinzelte die junge aus den trüben Augen an. "Haben Sie den kein Schamgefühl?"
Die Fahrerin lachte, schüttelte den Kopf und fuhr weiter Die alte Frau und der schwarze Köder stellten sich vor mch hin und betrachteten mich voll Interesse.
"So etwas habe ich noch nie erlebt", sagt die Alte. "Steht splitternackt mitten auf der Wiedner Hauptstraße. Und ich wohne seit vierundvierzig hier. Nein warten Sie. Es muss fünfundvierzig gewesen sein. Wir wurden ausgebombt, wissen Sie. Vorher wohnten wir in Simmering. Wir hatten großen Glück"

Seitenangabe für Zitat1: 
14
Verlag: 
Hanser
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
10: 3-446-20817-8