Spätzle al dente

sp__tzle.jpgGigi ist zehn Jahre alt, als seine Familie vom sonnigen Sizilien ins Schwabenland auswandert, um das Augenleiden seines kleineren Bruders Filippo behandeln zu lassen. Eine komische Sprache, viel zu blasse Mitschüler, seltsames Essen, so vieles ist neu und befremdlich. Wie soll man es dort länger als zwei,drei Tage aushalten? Doch der Vater redet von zwei,drei Jahren... Und das in den 70er Jahren, in denen Rucola und Caprese noch keinen Einzug in deutschen Küchen gefunden haben. Italien ist so weit weg von der schwäbischen Provinz. Also muss sich Gigi arrangieren: mit Konservendosen statt sonnengereifter Tomaten, mit Spätzle statt Spaghetti und mit anderen Absonderlichkeiten in diesem fremden Land. Doch zum Glück trägt Gigi die Erinnerungen an glückliche Sommer in der Heimat und an seine quirligen Verwandten im Herzen. Und so lassen sich die seltsamen Gewohnheiten der Deutschen doch irgendwie mit Humor nehmen.

Meine Gedanken zum Buch: 

Grad erst bei Kapitel 12 angelangt, ist's mir bereits wert, es anderen vorzustellen. Die Geschichte über eine typisch-sizilianische Großfamilie, wie sie sich ein jeder "Nicht-Italiener" vorstellt. Viele Stereotypen, Deutsche wie Italiener. Viele Vorurteile. Das es in den 70ern spielt merkt man vielleicht vor allem an der Feindseligkeit, auf die die Familie und Gigi treffen. Zu dieser Zeit galt ein Italiener als echter "Gastarbeiter" - eben ein Itaker. Eine gewisse Abneigung, die sich inzwischen auf ganz andere Kuluren abgewälzt hat. Italien und dessen Lebensstil  hat sich  ja heutzutage fast als Erstrebenswert in manchen Köpfen festgesetzt - eben "la dolce vita".
Genauso nette Lektüre wie "Maria-ihm schmeckts nicht" ,nur etwas ernster gehalten.

Als wir mit Mama am zweiten Tag nach unserer Ankunft in Deutschland zum ersten Mal einen Supermarkt betraten, bahnte sich die ultimative Katastrophe an: keine Salsiccia, kein Parmesan, weder Oliven, Pancetta, Mortadella oder Focaccia noch Arancini, Mozarella, italienische Salami, eigelegte Artischoken oder Tomaten und schon gar kein köstlicher Fisch in allen Variationen, keine Muscheln, Garnelen...niente!
Das alles - und noch viel mehr - gab es hier n-i-c-h-t  zu kaufen! Wenn die Kälte, die unfreundlichen Nachbarn, die kahle Wohnung und alles andere noch nicht zum Heulen gewesen wären, spätestenz jetzt war das Fass voll!

Seitenangabe für Zitat1: 
26
Verlag: 
Ullstein Buchverlag GmbH
Auflage: 
1. Auflage Juni 2007, 5.Auflage 2007
ISBN: 
ISBN 978-3-548-26671-8