So lange bin ich vogelfrei: Mein Leben als Straßenkind

Mit zehn Jahren zeigt Sabrina ihren Vater bei der Polizei an, ein Jahr später bricht sie aus dem Kinderheim aus und macht sich auf den Weg nach Köln. Sie landet auf der Domplatte, wo sie zum ersten Mal Geborenheit und Schutz unter den Obdachlosen erfährt, die hier leben. Doch Sabrina lernt auch, dass der Alltag auf der Straße vor allem Gewalt und Aggression, Drogenkonsum und Missbrauch bedeutet. Auf einzigartige Weise dokumentiert sie ihren täglichen Kampf ums Überleben - für das Recht auf Selbstbestimmung und Akzeptanz.

Meine Gedanken zum Buch: 

In "Mein Leben als Straßenkind - Solange bin ich vogelfrei" erzählt Sabrina Tophofen ihre eigene Geschichte. Durch ihre beste Freundin Katrin Melles erfährt sie, als sie beschließt, mit 11 Jahren aus dem Heim zu fliehen, dass es in Köln auf der Domplatte ein weiteres Mädchen gibt, dass vor einigen Jahren ebenfalls aus dem Heim geflohen ist. Iris Lerke, so ist deren Name, ist ihr einziger Anhaltspunkt. Nach der rasanten Flucht in Köln angekommen, wird sie jedoch sofort von einer Gruppe von Jugendlichen aufgenommen, mit denen sie von dem Tag an immer zusammen abhängt. Sie bekommt Topi als neuen Namen und macht erste Bekanntschaften mit Alkohol, Drogen und Joints, was ihr auch einmal zum Verhängnis wird. Man erfährt auch, warum ihre Familie wollte, dass sie ins Heim kommt, da das Buch auch einige Rückblenden beinhaltet. 
Der Schreibstil war okay, man konnte ihn aber nicht immer flüssig lesen.
Das Buch besitzt einige Bilder, die Topi in ihrem früheren Leben zeigen.
Ich war sehr beeindruckt, wie ein so junges Mädchen beschließt, ein Leben auf der Straße zu führen, weil im Heim unangenehme Dinge passieren, die sie nicht mehr auf sich sitzen lassen will.
Meiner Meinung nach ist dieses Buch auf jeden Fall lesenswert.

Vom Alter war sie noch ein Kind. Aber von ihrer Lebenserfahrung her war sie sehr viel weiter. Bei aller Unbekümmerheit und Lustigkeit merkte man schon, dass sie sehr viel mitgemacht hatte. Für ihr Alter war sie schon ziemlich abgezockt.
(Andreas Priesterath, Sozialarbeiter) 

Seitenangabe für Zitat1: 
55

Mein kleiner Bruder und ich haben früher of Kinderheim gespielt. Wenn meine Mutter uns mal wieder eingespeert hatte. An unserer Zimmertür gab es eine Kette. Die hat sie dann immer von außen eingehängt. Wir konnten durch einen kleinen Schlitz in die Wohnung schauen, hörten sie und unseren Vater miteinander reden. Die haben da draußen einfach weitergemacht. Wenn mein Vater nicht betrunken war, dann hat er für sie gekocht und sie haben lachend in der Küche gesessen. Ich glaub, die haben dann echt vergessen, dass wir auch noch da waren. Manchmal ist meine Mutter aber auch weggegangen. Dann hat sie uns vorher noch ein paar Chips oder zwei Scheiben Brot reingeworfen. Und war weg. Auch mal ein oder zwei Tage. Und dann haben mein Bruder und ich Heim gespielt. Um uns die Zeit zu vertreiben. Und um nicht an das leere Gefühl im Magen zu denken. Wir haben die Scheiben Brot in ganz kleine Stücke gerissen. Wir waren sicher, dass das Brot so viel länger reicht. Einer von uns war der Heimleiter. Der konnte bestimmen, wann der andere ein Stückchen Brot essen durfte. Und umgekehrt. Keine Ahnung, was wir daran so toll fanden...

Seitenangabe für Zitat2: 
65
Verlag: 
Arena
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3401065502 / ISBN-10: 3401065505

Kommentare

Danke für den Tipp und das Kompliment! (-:
Übrigens, morgen gehts wieder in die Bücherei. Da werde ich nach dem Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" Ausschau halten.
Liebe Grüße