Schweigeminute

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Stella Petersen war zweifellos eine der beliebtesten Lehrerinnen am Lessing-Gymnasium. Ihre Lebensfreude, ihre Intelligenz und Belesenheit verschafften ihr die Anerkennung und den natürlichen Respekt des Kollegiums wie den ihrer Schüler. Und gewiss führte die Liebe zu ihrem Schüler Christian, die über das ungleiche Paar am Ende der Sommerferien hereinbrach, zu jener Verwirrung der Gefühle deren Intensität und Kraft beide überwältigt.

Meine Gedanken zum Buch: 

Siegfried Lenz hat eine großartige Novelle geschrieben über die Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, eine Geschichte, in der unbeschreibliches Glück neben tief empfundener Trauer steht.
Leider nur 128 Seiten :-(((

Nach unserem Direktor sollte auch ein Schüler sprechen, sie forderten zuerst mich auf, wohl deshalb, weil ich Klassensprecher war, ich verzichtete, ich wusste, dass ich es nicht würde tun können nach allem, was geschen war.

Seitenangabe für Zitat1: 
8

Ich machte mich auf den Weg nach Hause, ich ging am Strand entlang, die Augen taten mir weh. Unter meinem Fuß brachen und knackten getrocknete Muschelschalen, meinen Fortgang schien niemand bemerkt zu haben.

Seitenangabe für Zitat2: 
127
Verlag: 
Hoffmann und Campe Verlag
Auflage: 
2. Auflage
ISBN: 
10: 3-455-04284-8

Kommentare

Bücherei Nitscha haben wir einen Literaturkreis. Alle Teilnehmer lesen das gleiche Buch und es wird anschließend darüber diskutiert.
Das Buch die Schweigeminute war unser letztes Buch das wir in Arbeit hatten. Es hätte Dir Markuskrimi bestimmt gefallen bei uns. Die Meinungen waren sehr unterschiedlich. Von fantastisch, begeistert, bis zu wenig die Leidenschaft eines jungen Mannes beschrieben. Mir hat es auch sehr gut gefallen. Für mich war es sehr traurig, dass diese Liebe nicht gelebt werden durfte.
Gruss Paula

Wo befindet sich die Bücherei Nitscha?
Leider konnte die Liebe nicht gelebt werden. Dieses Buch ist überhaupt nicht realitätsfremd, da es sicher heute auch viele Menschen gibt, die aufgrund großen Altersunterschied, beruflicher Status, familärer Hintergrund etc. etc. manchmal die Liebe nicht leben können, die sie gerne leben würden.

Die Bücherei Nitscha befindet sich im Gemeindehaus Nitscha 2. Nitscha liegt ganz in der Nähe von Gleisdorf. Die nächste Zusammenkunft ist am 2. Dez. 19 Uhr 30. Es wird das Buch "Ein liebender Mann " von Martin Walser, besprochen.
 

Ich fand das Buch "nett" - mehr fällt mir dazu nicht ein. Es hat irgendwie die Stimmung an einem Ostseestrand vermittelt, wobei ich nie verstanden habe, in welchem Jahrzehnt die Geschichte spielt.

Oft musste ich an "Hell in Frauensee" von Vicki Baum denken (es geht darum um einen jungen Mann, der in einem Seebad arbeitet, die Grundstimmung ist ansatzweise ähnlich), das mir eigentlich viel besser gefallen hat, obwohl es ein Happy End hat. Reich-Ranicki & Co. würden mich für diesen Vergleich wahrscheinlich steinigen, denn Vicki Baum wird - zumindestens von der Generation meiner Mutter - ja gern als "Gesellschaftsschreiberin" abgetan, aber ich finde ihre Geschichte hat mehr Witz, und der hätte der "Schweigeminute" auch nicht schaden können, auch wenn das tragische Ende ja immer wie ein Damoklesschwert über der Geschichte schwebt.

Mir fehlte auch der Tiefgang in der Beschreibung des Erzählers. Irgendwie habe ich nicht mitbekommen, wie viel ihm diese Beziehung jetzt wirklich bedeutet, auch wenn er davon schreibt, mit der Frau auf dieser Insel leben zu wollen, das ist ein Teenagertraum, nicht mehr. Immerhin wird ja aus der Ich-Perspektive erzählt, da wäre also gut Platz für mehr Emotion gewesen, die für mich aber erst zum Schluss hin greifbarer wird.

Wie gesagt, eine nette Lektüre, aber kein Buch, das ich jetzt unbedingt weiterempfehlen würde.
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Ich schließe mich dir an, und sage  eine nette Lektüre, aber kein Buch, das ich jetzt unbedingt weiterempfehlen würde.