Salem's Lot

In seiner Kindheit erlebt der junge Ben Mears in seiner Heimatstadt Jerusalem's Lot Schreckliches. Er flieht vor seiner Vergangenheit – bis er schließlich in die Stadt zurückkehrt, um sich seinen Ängsten zu stellen.

Er nimmt sich vor, das alte Marsten-Haus zu mieten, in dem er vor vielen Jahren als kleiner Junge den längst gestorbenen Besitzer lebendig an einem Strick in einem Zimmer vorfand. Doch muss er feststellen, dass das Haus bereits vermietet ist – unerwartet, hat doch die ganze Stadt Angst vor dem alten Haus.

Die neuen Mieter sind scheinbar Geschäftsleute – eine Spedition hat eine seltsame, große Kiste dort abgeliefert. Ben möchte mehr über die Fremden herausfinden - und schon bald gibt es erste Opfer in Salem's Lot.

Einige Menschen sterben an Blutarmut, bei dem Totengräber findet er schließlich Bisswunden am Hals. Ben Mears geht der Sache trotz Angst und Gefahren weiter auf den Grund – bis schließlich der Vampirismus gänzlich und unkontrolliert in der Stadt umhergreift.

Meine Gedanken zum Buch: 

Ein geniales Buch - spannend, fesselnd, grausig, unerwartet und auch deprimierend, wie die Siuation unaufhaltsam immer hoffnungsloser wird. Und es ist gemein, obwohl ich das ja eigentlich bei King gewohnt bin.
Aber eigentlich ist das, was sich hinter den Fensterfassaden der Stadt abspielt viel schrecklicher als der Blutrausch der Vampire, die Ja eigentlich nichts dafür können.
 
Das Buch ist eine Hommage an Bram Stokers Dracula, eines der Bücher, die den Autor schon in seiner Kindheit faszieniert haben und das ihn letzlich zu diesem Buch inspiriert hat. Deshalb ist es empfehlenswert, sich zuerst Bram Stokers Werk vorzunehmen, was das Leseerlebnis noch um einen Grad intensiver macht, da man die vielen Anspielungen erkennen kann.

Verlag: 
Pocket Books
Auflage: 
Reprint (1. November 1999)
ISBN: 
ISBN-13: 978-0671039745

Kommentare

Für mich war dieses Buch eines der schlechtesten Vampirbücher, die ich je gelesen habe. Platt gezeichnete Figuren, eine langweilige Handlung, nur Klischees, hirnlose dumme Monster. Kein Vergleich zum durchtrieben charmanten Grafen aus Transsylvanien, der würde sich dabei im Grab umdrehen ;-). Schon seltsam, wie man über ein und das selbe Buch zwei so konträre Meinungen haben kann!
 
Mit Bram Stokers "Dracula" hat dieses Buch meiner Meinung nach nur eines gemein, nämlich das Grundthema. Mag schon sein, dass King sich daran orientiert hat, merken tut man nach meinem Empfinden garnichts davon, dafür ist "Salem's Lot" viel zu banal und einfallslos, und sprachlich liegen da Welten zwischen diesen beiden Werken. Stokers Roman ist so einfallsreich gestaltet, mit Briefen, Tagebucheintragungen, persönlichem Empfinden und Erfahrungen, allein dafür steht das Buch schon über vielen anderen in diesem Genre. Dass King schreiben kann, hab ich in "The Green Mile" erkannt, aber hier tarnt er es meiner Meinung nach sehr geschickt oder er passt sich einfach ans Genre des Dreigroschenromans an, dem seine Darstellung von Vampiren sicher nähersteht als der Vorlage von Bram Stoker.
 
Sorry, ich will hier niemanden kränken, TinaMarie, wir "kennen" uns ja auch schon lang genug. Und sehr oft sind wir ja einer Meinung, hier liegen wir 180 Grad auseinander. Auch interessant!

...wie unsere Meinungen da auseinandergehen - ich habe dieses Buch geliebt und konnte es gar nicht weglegen und ich habe auch vor, es irgendwann einmal wieder zu lesen.
 
Nun ja, ich mag Stephen King nun einmal und ich finde, dass er auch hier - wie schon oft - die zwischenmenschlichen Abgründe großartig beschreiben hat.
  
Fandest Du tatsächlich Stokers Dracula charmant? Also ich fand ihn vom ersten Moment nur abstoßend - er hat doch seine Opfer genauso hypnotisiert und ausgesagt wie Barlow ...
 
Ach übrigens, ich bin doch nicht gekränkt nur weil Du eine andere Meinung hast! Ganz im Gegenteil, ich bin sehr interessiert daran - also mach ruhig weiter damit Smile

Uff, gut zu wissen! Wink Ich drück mich oft so drastisch aus, und das kommt nicht immer überall gut an...
 
Naja, charmant ist vielleicht das falsche Wort, aber irgendwas hat der Gute, das mich immer fasziniert hat. Vielleicht hab ich auch zu viel hineininterpretiert, weil er im Film ja wirklich ein echter Verführer ist, vor allem dann in London. Kennst Du "Bram Stoker's Dracula" von Coppola? Das ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme, und ich mag die Interpretation der Geschichte sehr gern, weil sie nah am Original bleibt, und nur das Unterschwellige herausarbeitet, das in der viktorianischen Zeit natürlich undenkbar gewesen wäre. Allein die Szenen, wo er die schöne Lucy verführt - schmacht!
 
Liebe Grüße,
Germana

... ich habe ihn vor Urzeiten im Kino gesehen und immer wieder im Fernsehen - er gehört auch zu meinen Lieblingsfilmen Smile
 
Das Schöne an Büchern ist ja, dass es einem selbst überlassen bleibt, was man hineininterpretiert oder wie die Charaktere vor dem geistigen Auge erscheinen ...
 
Ich finde auch das Buch hervorragend - das ist einfach ein Klassiker; diese düstere Athmosphäre hat kein anderer so beklemmend dargestellt (ich habe Deine Buchpatenschaft bereits kommentiert ...) - und das hat der Film auch perfekt umgesetzt.
 

Ja, hab ich eh gesehen. Man darf ja auch nie vergessen, dass Stoker einer der ersten war, der SO eine Geschichte geschrieben hat, er hat ja quasi das Genre begründet. Allein DAS muss man ihm anrechnen. Die Zeit war damals natürlich reif für diese Art von Geschichte, aber wer weiß schon, wie viele es erfolglos probiert haben?