Reckless: Steinernes Fleisch (Audiobook)

Reckless.jpgJahrelang ist es Jacob Reckless gelungen, im Zimmer seines verschwundenen Vaters unbeobachtet die Hand auf den Spiegel zu legen und so ins märchenhafte Reich dahinter zu gelangen. Dort hat er als erfolgreicher Schatzjäger unter anderem im Dienst der Kaiserin gearbeitet, ist dem Schuh von Aschenputtel ebenso hinterher gejagt wie dem Tischlein deck dich, dem Knüppel aus dem Sack oder dem Goldenen Ball, der jeden in sich hineinzuziehen vermag, der ihn berührt. Und er hat erfahren, dass sein Vater mit seinen Erfindungen den grausamen Goyls bei ihrem Kampf gegen die Menschen geholfen hat: jenen seelenlosen Wesen also, deren Haut (und Herz) aus Stein besteht.
Jetzt aber ist Jacobs jüngerer Bruder Will dem Schatzjäger ins geheimnisvolle Reich hinter dem Spiegel gefolgt – und gerät dadurch in tödliche Gefahr. Plötzlich droht er selbst zu einem Goyl zu werden: mit einer Haut aus Jade. Der Jade-Menschengoyl aber soll mit einer ungeheueren Macht ausgestattet sein, die sich der Goyl-Herrscher Kami’en zunutze machen könnte, um endgültig über die Menschen zu siegen. So jedenfalls hat es die Dunkle Fee erträumt, die an der Seite Kami’ens herrscht. Und während Jacob mit Wills Freundin Clara und der Gestaltenwandlerin Fuchs verzweifelt versucht, den Verfall von Wills fleischlicher Haut in Jade aufzuhalten, ist Will längst als Leibwächter des Goyl-Königs eingeplant. Eine unerbittliche Jagd gegen die Zeit beginnt, die Jacob kaum gewinnen kann...

Meine Gedanken zum Buch: 

Gleich einmal vorweg: "Reckless" ist das erste Jugend-Fantasy-Buch von Cornelia Funke, das mich nicht restlos begeistert. Irgendwie hat sie es diesmal nicht geschafft, den Figuren genügend Herz zu verleihen. Und damit meine ich nicht die steinernen Goyls, sondern auch das junge Mädchen, das am liebsten die Gestalt eines Fuchses annimmt, oder Jacob, den Helden der Geschichte, der alles tut, um seinen geliebten Bruder zu retten.
 
Spannend ist das Buch natürlich schon, und die vielen Zitate aus der Märchenwelt erinnern an die ersten (Vor)lesetage in der Kindheit. Auch wenn man ganz schön staunt, dass der Prinz Dornröschen in Wirklichkeit nie wachgeküsst hat....
 
Gut gelungen sind die Schilderungen der gruseligen Umgebung und der grausigen Goyls, aber im Grunde kommt man sich beim Lesen (oder Hören) vor, als hätte Frau Funke auch schon die Verfilmung der Geschichte im Hinterkopf gehabt. Diesen Eindruck vermitteln auch die Dialoge, vor allem die inneren Selbstgespräche von Jacob, der sich so immer wieder selbst motiviert oder seine Beweggründe hinterfragt.
 
Alles in allem würde ich das Buch nur bedingt weiterempfehlen, wobei ich natürlich den zu erwartenden zweiten Teil auch lesen werde. SO schlecht war es ja nicht, aber dem Standard einer Frau Funke wird es in keinem Fall gerecht.
 
Das Hörbuch wird ganz hervorragend gelesen von Rainer Strecker, der den Figuren dort Gefühle verleiht, wo die Geschichte sie vermissen lässt und somit dem Hörbuch eine Qualität gibt, die das gedruckte Werk leider nicht haben kann.
 
 
 

Verlag: 
Oetinger
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3837305180