Porträt in Sepia

Portr__t_in_Sepia.gif»›Das Licht ist die Sprache der Fotografie, die Seele der Welt. Es gibt kein Licht ohne Schatten, wie es kein Glück ohne Schmerz gibt‹, sagte Don Juan Ribero vor siebzehn Jahren zu mir an diesem ersten Tag in seinem Atelier. Ich habe es nicht vergessen. Aber ich darf nicht vorgreifen. Ich habe mir vorgenommen, diese Geschichte Schritt für Schritt zu erzählen, wie es sein muß.«
Aurora del Valle, aufgewachsen im pompösen Haus ihrer Großmutter, hat eine bewegte Kindheit und Jugend zwischen Kalifornien, dem Europa der Belle Époque und Chile hinter sich. Je mehr sie aber von der Welt kennenlernt, um so deutlicher wächst in ihr das Bedürfnis, aus eigener Kraft zu leben. Eine Kamera, die sie als Kind geschenkt bekommt, wird ihr zum Mittel der Suche nach ihrer persönlichen Wahrheit. Als sie auf einem Foto, das sie selbst gemacht hat, mit dem Verrat des Mannes konfrontiert wird, den sie liebt, entschließt sie sich, das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu erforschen.

Meine Gedanken zum Buch: 

Mein erstes Buch von Isabel Allende - ich bin begeistert von ihren Erzählstil!!!!!!!!!!!!!!
Die Autorin packt geschichtliche Fakten in einen Roman und macht daraus eine Familiensaga aller feinster Sahne.
Man begleitet Aurora del Valle auf ihrem Weg zurück in ihre eigene Vergangenheit. Ihre Suche nach Antworten und Erinnerugen bis hin zum Kampf um die eigene Freiheit ist so mitreisssen und kraftvoll geschrieben, dass man gebannt an diesen Zeilen hängt.
Zu Beginn war ich ein bisschen skeptisch - 460 Seiten dicht geschrieben - aber keine Spur von Langeweile oder Durststrecken. Kleine inhaltliche Flauten macht Allende mit ihrem tollen Erzählstil sofort wett.
Einzig und allein der Schluss war mir persönlich ein bisschen zu lau, ansonsten aber in tolles Buch von einer fabelhaften Autorin.
Sicher nicht ihr letzter Roman, der sich zukünftig in meinem Bücherregal finden wird Smile

Verlag: 
Suhrkamp
Auflage: 
1. Auflage 2001
ISBN: 
123456-0605040201

Kommentare

Du hast ja mit dem letzten Teil der Trilogie angefangen - lies auf jeden Fall die anderen beiden in der richtigen Reihenfolge, auch wenn jedes für sich allein gut dastünde, es macht einfach mehr Freude.
Das Geisterhaus
Fortunas Tochter
Beide wunderschön zu lesen, ich mag Allende auch sehr!

Ja, da bin ich auch schon drauf gekommen, aber mir ist das Buch ja als Schnäppchen - € 2,-- oder so -ja regelrecht entgegengesprungen, da musst ich einfach zuschlagen.
Heißt das, dass Aurora de Valle in den beiden anderen Teile auch schon als Hauptfigur vorkommt?????

Nein, soweit ich mich erinnern kann, nicht. Die Geschichten stehen auch nur in einem sehr lockeren Zusammenhang, deshalb ist es auch nicht weiter schlimm, wenn man sie nicht in der richtigen Reihenfolge liest.

Gut, denn sonst hätt mich das schon bin bisschen geärgert.
Mit um die 500 Seiten sind die beiden anderen Romane ja auch nicht grad kurz, aber bei Allende`s Schreibstil bin ich mir sicher, dass die genauso flüssig zu lesen sind wie  "Portät in Sepia".
Zuerst war ich ja schon ein bisschen skeptisch, allein schon mal durch die Dicke (ich lese normal nicht so gerne solche Schinken - 500 Seiten ist echt die Schmerzgrenze) und dann auch durch die Aufmachung. Dieses altmodische Cover macht zwar neugierig auf das Buch, aber dann doch ein bisschen unsicher. Wie ich es da zuerst inmitten eines ganzen Haufen von verschiedensten Büchern liegen gesehen hab, sind mir sofort die Konsalik-Schinken von meiner Mutter eingefallen Wink

Na geh, da waren doch immer Palmen drauf, oder?
 
Auf jeden Fall lesen sich alle Bücher von Isabel Allende wie dieses - sie rutschen runter wie ein Löfferl Nougat.

Häufig, aber nicht immer!!!!!!!!!!!! Wink
Mich hat`s nur gewundert. Wenn man das Cover so sieht könnte man ja fälschlicher Weise meinen, die Bücher stammen aus dem Jahre Schnee.... Aber vielleicht ist das ja so gewollt.......

In diesem Fall ist es klar: Sepia ist eine Bezeichnung für die Färbung alter Fotografien, somit passt das Bild zum Titel.

Ich kann mich deiner Meinung nur anschließen!
Zu Isabelle Allende ist nicht mehr zu sagen, nur dass man sich bei ihr von dicken Büchern nicht abschrecken lassen sollte. Gerade dieser Umfang ermöglicht es ihr erst, das Leben der Hauptpersonen  von allen Seiten zu beleuchten, in ihrer Handlung weit auszuholen und einen Bogen über die ganze Erzählung zu spannen, dass einem fast schwindlig wird.
Und, ach ja, bei einem solch bewegten Leben, bei dem Auf und Ab, bei diesen Verwicklungen erscheint mir mein eigenes Leben plötzlich so herrlich unkompliziert!

Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass ich es gelesen habe, aber eines ist mir hängen geblieben. Vor allem weil ich es seither immer wieder beobachtet habe:
Wenn man Fotos genau anschaut, kann man sehr viel herauslesen. Viel mehr, als man im Trubel des Lebens bemerken würde. Wie stehen die Menschen zueinander - am Foto und im Leben. Wer drückt sich an den Rand, wer versteckt sich hinten, wer schaut wirklich offen in die Kamera und legt quasi sein Herz offen.
Ein Foto sagt oft mehr als tausend Worte.

....so hab ich das noch nie betrachtet... aber du hast recht.... da kann man oft mehr rauslesen, als man sich denken würde!!!!! Also oft mal einen zweiten Blick riskieren... kann nie schaden.
 
Freut mich übrigens, dass dir das Buch auch so gut gerfallen hat.
Allende hat die Gabe zu schreiben, ohne das man beim Lesen ins Stocken gerät. Der Seitenumfang ihrer Bücher ist zwar immer wieder auf`s Neue eine Herausforderung, aber der kann man sich ohne Bedenken stellen.