Pilgern auf Französisch

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Clara, Claude und Pierre sind entsetzt: Das Erbe ihrer Mutter wird erst ausbezahlt, wenn sich alle drei zusammen als Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. Schlimmeres können sich die drei kaum vorstellen, denn erstens können sie sich nicht ausstehen, und zweitens ist Wandern ein Strafe für sie. Doch das Geld können alle gut gebrauchen, und so schließen sie sich widerwillig einer illustren Wandergruppe an. Der Weg nach Santiago de Compostela ist lang, und die Reise dahin voller überraschender Einsichten - Eine wunderbare, tiefsinnige Komödie über das Leben.

Meine Gedanken zum Buch: 

Herzerwärmend. Fesselndes Buch. Mein Herz strahlt und ich trage ein Lächeln auf den Lippen. Das Buch ist ganz einfach toll und lesenswert und der Film sehenswert.
Buch und Film so ident!

Camille und Elsa sitzen ganz hinten in der Kirche, abseits von den anderen.
Hinter ihnen macht Clara in Selbstgesprächen ihrem Ärger über die Geistlichen Luft, noch angespornt von der Heiterkeit, die sie bei den beiden Frauen auslöst.
"Also wirklich! Jetzt seht euch doch nur mal diesen Pfaffen und seine Hausmütterchen an! Genau das ist katholische Kirche: ein riesiger Verein von Pädophilen und unterwürfigen Frauen. Durchschnittsalter funfundsiebzig, grob geschätzt... Präser sind verboten, auch wenn es mittlerweile weltweit bald fünfzig Millionen Aidstote gibt... Aber das juckt diesen Schwanz von Papst ja nicht. Er schwenkt sein Kruzifix, sammelt die Kohle ein, und die Banker des Vatikans zocken an der Börse..."
Elsa und Camille prusten vor Lachen.

Seitenangabe für Zitat1: 
47

Die Pilger sind nun seit zwei Wochen unterwegs.
Nach zwei Wochen auf dem Jakobsweg kommt eine entscheidende Wende. Der Körper hat sich an die Anstrengung gewöhnt, der Geist sträubt sich noch ein wenig dagegen. In schwierigen Augenblicken würde man immer noch am liebsten kehrtmachen.

Seitenangabe für Zitat2: 
129

Auf seinem Flug verströmt der Botafumeiro Weihrauchwölkchen, die die ganze Kathedrale mit Duft erfüllen. Diese eindrucksvolle Zeremonie hat ihren Ursprung übrigens darin, dass man im Mittelalter die Kirche nach der Pilgermesse desinfizieren musste, weil die Pilger sich wochenlang nicht gewaschen hatten. Der Gestank war offenbar nur schwer auszuhalten.
Und auch heute haben die Pilger - die echten, jene, die rund eintausendsechshundert Kilometer gewandert sind und in Herbergen geschlafen haben -, wenn sie in Santiago ankommen, einen besonderen Geruch am Leib.

Seitenangabe für Zitat3: 
222
Verlag: 
Piper-verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
10: 3-492-25270-2

Kommentare

Tolle Buchpatenschaft - teilweise sehr amüsant geschrieben hat das Buch auf jeden Fall aber auch Inhalt mit Tiefgang. Die Idee diese 3 Streithähne auf eine Pilgerreise zu schicken (was man für Geld nicht alles auf sich nimmt!!!) ist einfach brillant und auch die einzelnen Mitglieder der Truppe ergänzen sich hervorragend.
Habe am Samstag Abend zu lesen begonnen und das Buch heute in meiner Mittagspause fertiggelesen. Die Neugier hat mich überwältigt, ich musste einfach wissen wie sich die Geschichte eines jeden weiter entwickelt.
Eine Passage auf Seite 215 hat mich persönlich sehr nachdenklich gestimmt: "Um die berühmte Urkunde zu bekommen, muss man den Verantwortlichen im Pilgerbüro zudem versichern, dass man den Jakobsweg aus religiösen  Gründen gegangen ist. Wer nicht gläubig und auch noch so dumm ist, dies laut zu sagen, guckt in die Röhre. Doch wenn man lügt und erklärt, man habe sich aus regligiöser Überzeugung auf dem Pilgerweg begeben, bekommt man was man will."
Eine, für mich sehr befremdende Regelung!!!

Ja, der Film war auch ein Hammer.
Das Buch hat, finde ich viel mit Spiritualität und weniger mit der katholischen Kirche zu tun.

Ich glaube der ursprünglich religiöse Hintergrund von Pilgerreisen ist in der Jetzt-Zeit schon ein wenig in den Hintergrund getreten (wie man es auch in diesem Buch gut sieht).
Pilgern steht für mich gleich mit "Selbstfindung" und eine solche Reise muss beim besten Willen nicht nur auf einem religiösen Hintergrund basieren. Mich würde es ziemlich ärgern wenn ich mir meine Urkunde nach all den Strapazen nur durch eine Lüge/Funkerei abholen könnte (denn ohne dieses Dokument würd ich sicher nicht wieder nach Hause fahren!!!)

Alles was mit diesem Weg zusammenhängt, finde ich sehr  interessant, weil auch meine Schwester den spanischen Teil gegangen ist. Wie unterschiedlich doch die Motivation der verschiedenen Pilger ist! Der Film war absolut köstlich, das Buch hab ich ja noch nicht gelesen.
Was mich auch immer wieder beeindruckt, dass Geschwister, auch wenn sie das Leben auf ganz verschiedene Wege geschickt hat, doch eine gemeinsame Herkunft und eine gemeinsame Geschichte haben. Geschwister sind diejenigen, die wir uns immer nahe halten sollten - auf unserem Pilgerweg!