Pig Island (Die Sekte)

Pig_Island.jpgDer deutsche Titel von Mo Hayders im Original Pig Island genanntem Thriller Die Sekte führt in die Irre. Zwar gibt es auf der einsamen schottischen Insel Cuagach Eilean neben einer Schweinefarm und einer Giftmülldeponie auch die verschworene Gruppe religiöser Fanatiker der „Gemeinde für Psychogenes Heilen“, die in Verdacht steht, Satanismus zu betreiben. Aber deren Gründer, Pastor Malachi Dove, ist nach einem schweren Vergehen gegen die eigenen Regeln selbst aus der Sekte ausgeschieden und führt nun irgendwo in den Bergen ein verschrobenes Dasein. Dies erfährt der Journalist Joe Oakes gleich nach seiner Ankunft auf dem unwirtlichen Eiland, auf dem der Teufel leibhaftig umzugehen scheint. Trotz aller Warnungen der Bewohner macht sich Oakes auf die Suche nach Dove, der ihn seit einem Zusammentreffen vor Jahren ewige Rache geschworen hat.
Dann wird unter den Bewohnern der Insel, die Dove entmündigen lassen wollten, in deren Kirche ein blutiges Massaker angerichtet. Dove verschwindet, und Oakes muss aufgrund einer geheimnisvollen Prophezeiung annehmen, dass der dem Wahnsinn verfallene Ex-Priester, der seine exorzistische Brutalität zuvor schon an den Schweinen von Pig Island ausgelassen hatte, es nun auf ihn abgesehen hat. Tatsächlich wird Oakes Frau unter den Augen der Polizei ermordet. Und dann ist da noch Doves Tochter Angeline, zu der sich Oakes trotz ihrer Missbildung hingezogen fühlt. Welche Rolle spielt sie in dem Spiel, in dem der Journalist -- so viel ist von Anfang an klar -- nur verlieren kann?...

Meine Gedanken zum Buch: 

Im Vergleich zu "Der Vogelmann" oder "Die Behandlung" stellt dieser Thriller eine eher schwache Leistung dar.
Aufgrund der Ich-Erzählung ist er zwar hautnah und oft bis zur Unterträglichkeit spannend, aber irgendwie fehlt es der Geschichte an Kontinuität. Vieles, das anfangs so bedeutungsvoll wirkt, gerät einfach in Vergessenheit, spielt plötzlich keine Rolle mehr. Die detaillierten Beschreibungen sind sicher nicht für jeden Magen geeignet - Sensible, seid gewarnt! Die Geschichte gewinnt an Würze durch die geheimnisvolle Figur und ihr "Gebrechen", allerdings denke ich mir, dass jeder Mediziner nur die Hände zusammenschlagen würde.
Grundsätzlich ein ganz guter, lesenswerter Thriller, aber in meine Top 10 wird er nicht kommen.

Her voice alarmed the creature. The tail twitched again, then slid away into the trees and disappeared with a rustle, levaing nothing but leafy patches of shadow and sun.

Seitenangabe für Zitat1: 
123

A few yards up the path I came ot an abrupt halt, my heart thudding noisily in my skull. The moon was sending flittery shwadows of leaves across the clearing, and I knew instantly that something was dead wrong there. Instead of coming to safety I'd done the opposite: I'd stumbled into the heart of whatever had happened on Pig Island in my absence.

Seitenangabe für Zitat2: 
159
Verlag: 
Random House UK
Auflage: 
New Ed.
ISBN: 
ISBN-13: 978-0553814637

Kommentare

Vom Christkind bekommen und nicht wieder los gekommen. Wenn man "Tokio" von Mo Hayder gelesen bzw. gehört hat, dann kommt dieses Thriller etwas fade rüber...(wenn ich das so schreiben darf).
Trotzdem hat es mich gefesselt und eine eigene mystische, unheimliche Stimmung aufgebaut. Vor allem der erste Teil auf der Insel ist sehr gelungen. Der zweite Teil verliert etwas an Schnelligkeit, aber lässt dem Leser trotzdem das Buch nicht auf die Seite legen.
Aber das Ende? Ich weiß nicht, irgendwie hat es mich enttäuscht. Es war dann doch irgendwie zu einfach, finde ich. So wie tedesca geschrieben hat, einige sorgsam beschriebene Details verlaufen sich wieder.
Spannend auch die Schilderungen der 2 verschiedenen Ich-Erzähler, so kann man in 2 Rollen schlüpfen.
Wie geschrieben: Spannend, fesselnd, aufregend, aber schwaches Ende.