Orfanelle

Orfanelle.jpgVenedig, die "Serenissima", feiert ihren Abschied von der Weltbühne mit einem grandiosen Fest, in dem Luxus, Promiskuität, Geldgier, Spielsucht, Oper und Konzerte die Hauptrollen spielen. Antonio Vivaldi und das Mädchenorchester der Pietà ...Venedig, die "Serenissima", feiert ihren Abschied von der Weltbühne mit einem grandiosen Fest, in dem Luxus, Promiskuität, Geldgier, Spielsucht, Oper und Konzerte die Hauptrollen spielen. Antonio Vivaldi und das Mädchenorchester der Pietà ...
Die Folgen dieses immerwährenden Karnevals sind Hunderte von Kindern, die verkauft oder weggelegt werden - die Knaben als billige Arbeitskräfte aufs Festland, die Mädchen verschwinden anonym hinter den Babyklappen der Waisenhäuser. Sie werden zu Krankenschwestern, Mägden oder Nonnen erzogen und viele von ihnen schiffsladungsweise als Siedlerbräute nach Übersee verkauft. Die Begabtesten aber werden zu Musikerinnen ausgebildet. Orchester entstehen, die von den berühmtesten Komponisten unterrichtet und mit eigens für sie geschaffenen Werken versorgt werden. So schreibt Antonio Vivaldi (1678-1741), der rothaarige Priester mit dem Liturgiedispens, seine brillantesten Oratorien und Konzerte (u.a. auch Die vier Jahreszeiten) für die Waisenhausmädchen des Ospedale Santa Maria della Pietà, genannt Orfanelle, und feiert mit ihnen seine größten internationalen Triumphe. Franz Winter verwebt meisterhaft das Leben des weltberühmten Komponisten mit dem Schicksal zweier Findlingsmädchen.
Mehr anzeigen
Weniger anzeigen

Meine Gedanken zum Buch: 

Nun reise ich an einen Ort, an dem ich mich immer heimisch fühle: Venedig.
Dieses nette Büchlein hab ich auf der Buch Wien 2013 mitgenommen. Allein der Einband ist schon so gestaltet, dass ich es einfach mitnehmen musste... und dann spielt ja auch noch Vivaldi eine Rolle.... also, ein MUSS für mich.
Die "Orfanelle" sind begabte weibliche Weisenkinder des Ospedale Santa Maria della Pietà, die das "Glück" haben, nicht wie die andere als Siedlerbräute nach Überseh verkauf zu werden.... sie werden zu Musikerinnen ausgebildet. Orchester enstehen und sogar Vivaldi schreibt Stücke für sie.... Im speziellen geht es hier um die beiden Freundinnen Anna und Pelegrina... um ihre Wünsche und Träume, die sich aber... so befürchte ich, größtenteils nicht erfüllen werden....
 

Verlag: 
Braumüller Literaturverlag
Auflage: 
1. Oktober 2012
ISBN: 
978-3992000739

Kommentare

.... nun gut.... schön einiges gelesen, aber so richtig vom Hocker reisst es mich bisher nicht....
 
Der Autor überfordert den Leser!!!!!
Sprachlich sehr auslandend und üppig - sollte mir eigenltich gefallen - aber die Menge an Detais und Wortspielereien, die hier in jeden Satz gepackt werden, lässt mich als Leser oft ratlos von den Seiten aufblicken.
So viel Unnützes wird mitgeteilt.... und oft gibt es auch inhaltlicher Sprünge wo ich mir nur denke: "Huch... hab ich da jetzt was verpasst oder was ist überhaupt los???"
 
Heute Abend starte ich "Orfanelle, der zweite Versuch"... was soviel heißt wie ich beginne noch mal von vorn, denn entweder war ich unaufmerksam oder der Autor hat sich hier gewaltig verstrickt.... man wird sehen....

So, hier nun mein Fazit:
 
Der zweite Anlauf hat meinen ersten Eindruck bestätigt.... der Autor will zu viel.
Es gibt Schriftsteller wie zB einen Thomas Mann oder einen Hermann Hesse, die haben das Könnne Sätze zu schreiben, die trotz ihrer Länge und trotz aller Ausschweifungen ihren Inhalt nicht verlieren..... dafür braucht es aber sehr viel Fingerspitzengefühl.
Das hat Franz Winter für mich hier allerdings nicht bewiesen.
Eine jede Seite ist prall gefüllt mit den unterschiedlichsten Informationen, die teils in endlos lange Sätze gepresst werden und für den Leser oft wirklich nicht relevant sind.
 
Auch manch inhaltliche Sprünge haben mich beim zweiten Anlauf wieder erneut überrascht. So ist es für mich zB keineswegs voraussehbar wie auch logisch gewesen, dass sich zwischen Anna und Pelegrina eine Liebesbeziehung entwickelt hat.
Man glaubt an eine tiefe Verbundenheit zwischen den Mädchen, doch als die sich dann plötzlich regelrecht an die Wäsche gehen, kann man als Leser nur verständnislos den Kopf schütteln.
Dass sich diese Mädchen in einer Ausnahmesituation befinden und dadurch auch stärkere Zuneigungen zu einander entwickeln ist eine Sache, dass darauß aber auch eine körperlich, sexuelle Beziehung entstehen soll... nun gut, das ist mir definitv zu weit hergeholt und passt für mich auch überhaupt nicht in den Verlauf der Geschichte.
 
Was die beiden weiblichen Haupfiguren angeht..... sie hatten quasi Glück im Unglück. Durch ihre musikalische Begabung durften sie in der Pieta bleiben und dort auch eine einzigartige Ausbildung genießen. Die Erfüllung ihrer Wünsche und Träume bleibt trotz all dem aber fern. Dieser Inhalt (gepaart mit der Tatsache, das Vivaldi selbst in diesem Ganzen auch keine unwichtige Rolle spielt) hätte reichlich Potential für eine gute Erzählung abgegeben, hätte berühren können.... leider ist die Durchführung dieses Vorhabens meiner Meinung gescheitert.