Maghrebinische Geschichten (Audiobook)

Maghrebinische_Geschichten.jpgGregor von Rezzori: "Ich berichte Ihnen hier von dem sehr großen und ruhmreichen Lande Maghrebinien. Es ist in keinem Atlas eingezeichnet. Manche behaupten, es liege im Südosten - oder gar: es sei schlechthin der Südosten damit gemeint. Aber was ist der Südosten, ich bitte Sie? Um in der verdorbenen Sprache des Westens zu reden: Ein höchst relativer Begriff im kopernikanischen Weltsystem." Den Kosmos Maghrebinien bevölkern verschmitzt schlaue, stolze, verschlagene und bevorzugt Knoblauch kauende mächtige und weniger mächtige Männer. Ebenso unnahbare Zirkassierinnen, ebenholzfarbige Nubierinnen und zarte, quittengelbe Mädchen aus Zipangu.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dieses Buch hat sicher seinen Platz in der Literatur, aber ich musste es nach einer Stunde abbrechen, weil es mich so genervt hat.  Diese jiddischen Witzerl und Andekoten reizen mich überhaupt nicht, manche haben auch schon einen elendig langen Bart. Und auch die Weisheiten des Hodscha Nasreddin finde ich nicht so berauschend.
Peter Matic liest sehr gut, keine Frage, aber ich habe für Diese Art des Geschichtenerzählens einfach nichts übrig. Für alle, die gerne orientalische Märchen und Gleichnisse lesen, ist dieses Buch sicher amüsant.

Verlag: 
Komplett Media
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3831260652

Kommentare

Ich glaube da tut man den Geschichten unrecht, es sind weder Gleichnisse noch Märchen - sie sollen es auch gar nicht sein und orientalisch schon zweimal nicht !

Es sind m. M. nach auch keine jiddischen Witzchen, vielleicht wird man ihnen gerecht mit der Bezeichnung "Eulenspiegel", der Schelm hält den Menschen einen Spiegel vor, in Form von Schelmengeschichten.
Gut Schelme mögen heute im Zeitalter der Elektronik nicht mehr modern sein - ja vielleicht sogar unbekannt sein - deswegen gibt es sie aber doch - oft versteckt.

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Nur am Rande :
Die Geschichten selbst waren ein Welterfolg und KULT im deutschen Radio & TV

rotbart

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren

Dan Browns Bücher sind auch Welterfolge..... mehr kann ich dazu nicht sagen. Ausser natürlich, dass "man" - in diesem Falle ICH - den Geschichten ja ihren Platz lasse.
 
Tatsächlich werden am Anfang etliche Witze erzählt, die einen Rabbi zum Thema haben. Dass Hodscha Nasreddin als der Eulenspiegel des Ostens bezeichnet wird, weiß man ja, wenn man seine Heimat besucht hat, aber ich  - und ich betone es noch einmal - ICH kann damit nichts anfangen, es amüsiert mich nicht, es langweilt mich, weil ich das meiste eh schon 100x gehört oder gelesen habe.

Wenn das so ist, dann ist es so und dagegen ist ja auch nichts einzuwenden.
Ich fand nur die "....orientalischen Märchen..." keine gute Bezeichnung.

Im übrigen noch ein Hinweis die Geschichten wurden zuerst erzählt ! Rezzori war ja beim NWDR und hat diese Geschichten abends im Radio erzählt. Man müsste direkt mal suchen ob es noch Kopien davon gibt und mit der "modernen" Erzählweise vergleichen - könnte ganz spannend sein.

(NWDR = nordwestdeutscher Rundfunk = der Vorläufer von NDR und WDR, ein von der englischen Besatzungsmacht lizensierter Sender !
Es stammt also aus den Anfangstagen des Radios)

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren