Liebe und Tod auf Bali

Liebe_und_Tod_auf_Bali.jpgMonate verbrachte Vicki Baum auf Bali, drang in die Geschichte dieser Insel ein, beobachtete und verstand die Mentalität einer exotischen Kultur. Aus ihrer reichen Kenntnis schildert sie das intakte, von Ritualen bestimmte Leben eines balinesischen Dorfs und seine Vernichtung durch holländische Kolonisatoren am Anfang dieses Jahrhunderts - den Moment eines historischen -Weltuntergangs-, in dem sich die Poesie vom Leben und Sterben einer östlichen Tradition verdichtet, die inzwischen wiederentdeckt worden ist und immer mehr an Faszinationskraft gewinnt.

Meine Gedanken zum Buch: 

Anhand der Schicksale von Familien unterschiedlicher Kasten erhält der Leser interessante Einblicke in ursprüngliche Sitten und Gebräuche sowie in den Glauben der Menschen auf Bali. Mit dem Blick in die Vergangenheit wird die „alte Zeit" jedoch nicht etwa glorifiziert, sondern ganz objektiv mit ihren Licht- und Schattenseiten dargestellt: Auf der einen Seite das harte Leben der Reisbauern, die mitleidslose Rechtssprechung, die streng hierarchische Gesellschaftsordnung sowie die von der Kolonialmacht ausgehende Bedrohung; andererseits aber zahlreiche frohe Feste, Tänze und familiärer Zusammenhalt.
Vicki Baum beschreibt das Leben der Balinesen zur damaligen Zeit einfühlsam und sensibel für deren kulturellen Eigenheiten und entwirft zugleich eine spannende, fesselnde Geschichte, die nicht nur ins Gepäck jedes Bali-Reisenden gehören sollte, sondern auch dem an fremden Kulturen Interessierten zuhause eine lesenswerte Lektüre bietet.

Verlag: 
Kiepenheuer & Witsch
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3462031225