Kopfsteinpflaster

Ilka Storck ist 33 Jahre alt, aufmüpfig, selbstironisch und pflegt einen humorigen Alltags-Sarkasmus. Sie arbeitet als Redakteurin bei einem Hamburger Fachzeitschriften-Verlag, der Einrichtungsmagazine herausgibt. Von ihren Kolleginnen in der Redaktion einmal abgesehen, besteht ihre journalistische Welt fast ausschließlich aus Männern, denen sie mal in Mokassins, mal auf High-heels, immer aber auf Augenhöhe begegnet. Innerhalb einer Woche hat sie plötzlich, erstens, einen neuen und dazu männlichen Kollegen und, zweitens, eine Leiche an der Backe. Als ihr auch noch ein falscher Schauspieler den entscheidenden Hinweis in einer seltsamen Geschichte um polnische Sofas gibt, steckt sie mittendrin in einer sensationellen Story, die selbst Ilka Storck fast die Sprache verschlägt....

Meine Gedanken zum Buch: 

Ich selbst bin Autorin von „Kopfsteinpflaster“ und möchte mein erstes Buch auf diesem Weg dem Forum gerne vorstellen. Ich hoffe, dass es nicht als unverfroren und link empfunden wird, eine Patenschaft für sein eigenes Werk zu übernehmen?
Ein paar Anmerkungen zu mir und damit zwangsläufig auch zu meinem Buch, das durchaus autobiografische Züge trägt: Ich bin Journalistin, inzwischen freiberuflich tätig, aber immer noch, wie Ilka Storck, auf die Möbelbranche spezialisiert.
„Kopfsteinpflaster“ zeichnet durchaus realistisch die Spielregeln eines von Männern dominierten Wirtschaftszweigs, in dem sich die Frau und Journalistin Ilka Storck mit einer gehörigen Portion Respektlosigkeit, einer sarkastischen „inneren Stimme“ und viel Selbstbewußtsein komfortabel eingerichtet hat. Der eigentliche Handlungsstrang, nämlich die Aufdeckung eines kriminellen Geflechts aus Bilanzfälschung, Kreditbetrug und Schmuggelhandel, gewinnt durch den Sprachwitz der Ich-Erzählerin eine pointierte Leichtigkeit ohne die Skrupellosigkeit des Verbrechens auszublenden. Im Nebenstrang kämpft auch Ilka Storck mit Beziehungs-Schlamassel und Selbstzweifeln an ihrer gelebten Prioritätenliste, auf der der Job nun mal ganz oben steht.
Eigentlich möchte ich „Kopfsteinpflaster“ gerne als Roman-Krimi bezeichnen.
Sollte ich mit dieser kurzen Darstellung Interesse an meinem Erstling geweckt haben, würde mich das außerordentlich freuen.

Der Konferenzraum hat den Charme eines Kühlschranks. Weiß, nackt gefließter Boden. Die einzige Pflanze der Örtlichkeit muss eine sehr starke Persönlichkeit in sich bergen. Ansonsten ist es kaum erklärlich, wie diese Palme es schafft, in dieser klinisch sterilen Atmosphäre zu überleben. Ich stelle mich seelisch darauf ein, dass gleich eine leichenblasse Sekretärin in hundert Prozent gebleichter Kleidung weißen Kaffee und farblose Kekse serviert.

Seitenangabe für Zitat1: 
53

Kurzum: Philipp Gerschwind ist ein überaus erfolgreicher Unternehmer. „Der jetzt quasi mit der Portokasse die armselige Hinterlassenschaft seines einstigen Weggefährten vor der totalen Zerschlagung rettet,“ zynikert meine innere Stimme. „Ja, aber bloßes Triumphgebaren ist diesem umsichtigen Menschen so fremd wie einem Goldschmied die Laubsäge“, antworte ich abwesend.

Seitenangabe für Zitat2: 
131

„Gefühlte Stunden später erscheint Frau Mansel erneut und spricht aufmunternd: „Es tut mir sehr leid, dass Sie solange warten mussten, aber Dr. Rogge bittet Sie nun wieder herein.“ Ich weiß nicht, ob ich gehen kann, vermutlich schlage ich der Länge nach hin, ich habe Pudding in den Knien. „Reiß dich gefälligst zusammen“, befiehlt jetzt auch noch meine innere Nervensäge, „verschaff dir wenigstens einen ehrenhaften Abgang.“ „Ja, prima“, höre ich mich l a u t sagen. Norbert Rückler und Jan Hansen sind nun endgültig von meiner totalen, unheilbaren, geistigen Umnachtung überzeugt.

Seitenangabe für Zitat3: 
190
Verlag: 
Frankfurter Literaturverlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN 978-3-8372-0736-1

Kommentare

Hallo Marina, wenn Du Dein Buch selbst so offen präsentierst, finde ich das garnicht unverfroren, sondern ich freue mich, dass wir wieder eine Autorin in unserer Mitte haben. Es klingt  interessant und lesenswert!
Liebe Grüße
Germana