Kann das alles Zufall sein? - Geheimnisvolles Universum

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Heinz Oberhummer erzählt in seinem Buch von der Geburt unseres Universums durch den Urknall vor etwa 13 Milliarden Jahren und macht einen winzigen Bruch in der Symmetrie von Teilchen und Antiteilchen für die Entstehung der Materie verantwortlich. Weiters erfährt der Leser vom Leben und Sterben der Sterne, in denen durch das nukleare Brennen alle die chemischen Elemente erzeugt wurden, die für die Entstehung des Lebens auf unserem Planeten notwendig waren. Wäre die Stärke der Kernkraft in den Wasser- und Sauerstoffatomen nur geringfügig anders verteilt gewesen, gäbe es diese für das Leben unerläßlichen Elemente nicht in genügendem Ausmaß, und wir wären aller Wahrscheinlichkeit nach nicht hier, um uns fragen zu können, warum es überhaupt etwas und nicht nichts gibt.
In weiteren Kapiteln denkt der Autor auch über die Möglichkeit anderer Lebensformen in unserem Universum nach und stellt seinen Lesern die Multiversumtheorie vor, die besagt, dass unser Universum nur eines von vielen sein könnte, die alle womöglich einem dauernden Wandel von Entstehen und Vergehen unterworfen wären.
In seinen Überlegungen wendet sich Heinz Oberhummer aber auch dem Raumschiff Erde zu und macht auf die Gefahren aufmerksam, die unserem Planeten sowohl von außen als auch von innen drohen.
In den letzten Kapiteln staunt der Wissenschaftler darüber, dass es dem Menschen mittels seines Abstraktionsvermögens gegeben ist, sich gedanklich sowohl in der Welt des Mikro- als auch des Makrokosmos zu bewegen und die geltenden Naturgesetze zu verstehen.
In den Schlußbetrachtungen bekennt sich der Autor zur Multiversumtheorie und gibt zu bedenken, dass allein diese Form der Schöpfung einem allmächtigen Gott würdig wäre, wie bereits Giordano Bruno durch rein philosophische Überlegungen vor mehr als 400 Jahren behauptet hat. Für diese Theorie, die er niemals widerrief, musste er im Februar 1600 in Rom den Tod auf dem Scheiterhaufen erleiden.

Meine Gedanken zum Buch: 

Heinz Oberhummer, Professor für Theoretische Physik, weiß seinen Lesern auf nur 160 Seiten Grundlegendes über das Universum so zu erklären, dass man auch schon Bekanntes besser versteht und Zusammenhänge erkennt. Mir haben außerdem seine persönlichen Gedanken zur Schöpfung und auch die historischen Rückblicke sehr gut gefallen. In seinen Formulierungen ist sein praktischer Sinn, sein Humor, aber auch sein Respekt vor den Wundern des Seins und seine Fähigkeit, noch immer staunen zu können, deutlich spürbar.
Manchmal hatte ich während des Lesens jedoch das Gefühl, dass es um Welten geht, die nicht real sein können, die mir so fremd und fern sind, dass sie sich meiner Vorstellung entziehen. Neu war für mich auch die Idee von der Multiversumtheorie, für die meiner Meinung nach schon der Umstand spricht, dass sie von der Amtskirche abgelehnt wird. Wenn man bedenkt, wie viele Lichtjahre von den Tatsachen entfernt die offizielle Kirche bei der Einschätzung naturwissenschaftlicher Fragen stets war, hat die Multiversumtheorie doch gute Chancen, sich eines fernen Tages als richtige Antwort auf die Fragen der Wissenschaft zu etablieren.
Mich hat der kleine Exkurs des Herrn Professor als Ausschnitt großen Wissens jedenfalls begeistert, und ich kann nur einmal mehr staunen über das Wunder der Schöpfung und die Fähigkeit des menschlichen Geistes, dieses wenigstens ansatzweise zu verstehen.  

Was ist der Unterschied zwischen einem Physiker, Philosophen und Theologen in der Suche nach der letzten und grundlegenden Wahrheit des Universums?
Der Physiker sucht in einem finsteren Raum nach einer vorhandenen schwarzen Katze.
Der Philosoph sucht in einem finsteren Raum nach einer nicht vorhandenen schwarzen Katze.
Schließlich sucht der Theologe in einem finsteren Raum nach einer nicht vorhandenen schwarzen Katze und schreit begeistert: "Ich habe sie gefunden!"

Seitenangabe für Zitat1: 
132
Verlag: 
Ecowin
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
9783902404541