Jedermanntod

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Salzburg im Sommer, belagert von Touristenscharen und Festspielgästen. Auf der "Jedermann"-Bühne vor dem Dom liegt ein Toter. Ein prominenter Toter. Der Tod höchstpersönlich. Hans Dieter Hackner, der gefeierte Darsteller des Todes in Hofmannsthals "Jedermann". In seiner Brust steckt die Kopie eines Renaissance-Dolches, an seinen Füßen fehlen die Schuhe. Alles viel zu theatralisch, denkt Kommissar Martin Merana, und beginnt seine Ermittlungen in einer Welt, die ihm fremd ist: die Welt der Salzburger Festspiele mit ihren extrovertierten Künstlern und fädenziehenden Managern ...

Meine Gedanken zum Buch: 

Endlich einmal etwas Neues aus der Region! Bei Jedermanntod handelt es sich um einen - das kann man schon erraten, wenn man mit dem Begriff "Jedermann" etwas anfangen kann - Salzburger Krimi. Selber aus dieser Region stammend musste ich mir dieses Buch natürlich unbedingt zulegen. Ich möchte mir zwar den Jedermann eines Tages ansehen, bin aber ansonsten nicht so der Festspielfan, weshalb mir die Hauptfigur des Romans, Kommissar Merana, sehr sympathisch war, da dieser einige meiner Ansichten darüber teilt. Angefangen schon von der Idee, den Tod sterben zu lassen bis hin zu einer zynischen Boshaftigkeit, wie der Autor sie hier teilweise an den Tag legt, um mit der Festspielstadt abzurechnen, konnte mir dieser Krimi auch den einen oder anderen Lacher abgewinnen.
Der Krimi hätte für mich persönlich vor allem am Schluss noch etwas mehr Spannung vertragen, aber im Endeffekt hat es auch wieder einmal gut getan, einen Krimi zu lesen, dessen Handlungsverläufe nicht total an den Haaren herbeigezogen waren und der trotzdem Lust gemacht hat auf mehr. Teil 2 - Wasserspiele - werde ich mir sicher auch bald zulegen.

An Toten haben die Salzburger Aasgeier wenig Interesse. Tote geben nichts her. Kaufen keine Souvenirs. Essen keine Pommes frites. Zahlen keinen Eintritt. Tote interessieren die Salzburger Aasgeier nur, wenn sie so berühmt sind, dass man ihr Bild auf Marzipankugeln und Likörflaschen kleben kann. Und solche Tote sind meist 200 Jahre alt.

Seitenangabe für Zitat1: 
9

Jetzt lag er hier. Ein toter Tod. In grünen Socken.

Seitenangabe für Zitat2: 
15
Verlag: 
Gmeiner-Verlag GmbH
Auflage: 
4. Auflage
ISBN: 
978-3-8392-1089-5