Hypatia

Heute ist dein letzter Tag, liest Thonis auf dem Papyruszettel, und er weiss, die Drohung ist ernst gemeint. Das Leben in Alexandria hat er sich anders vorgestellt: mit neuen Freunden, mit mehr Zeit für sich und seine Gedichte. Aber seit er in Hypatias Dienste getreten ist, überschlagen sich die Ereignisse, denn die selbstbewwusste, hoch gebildete und politisch engagierte Frau fordert Bewunderung, aber auch Feindschaft heraus.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dies Biographie ist in eine Geschichte gepackt, aus der Sicht des jungen Thonis. Arnulf Zitelmann lässt das antike Griechenland lebendig werden, und man lernt eine beeindruckende Persönlichkeit kennen. Hypatia, eine Philosophin und Mathematikerin, die ihren eigenen Weg ging, ohne sich unterdrücken zu lassen.

Hypatia ordnete schweigend die Blätter, die ausgebreitet vor ihr lagen, und trat hinter dem Pult hervor.Thonis hatte mit ihrem Namen bisher keine Vorstellung verbunden, und wenn er sich von Hypatia ein Bild gemacht hätte, wäre es das einer ältlichen, hageren ein wenig vornübergebeugten Frau mit scharfem Blick gewesen. Nichts davon stimmte.

Seitenangabe für Zitat1: 
49

Herrin, was habt ihr mit dem allen zu schaffen?
Muss nicht die Vernunft Richterin sein? erwiderte Hypatia. Ich fürchte um unser Alexandria, Thonis.Sollte Kyrill sein Ziel erreichen, verliert unsere Stadt ihre Weltgeltung.
Wir können auf unsere jüdischen Handwerker,Wissenschaftler und Ärzte nicht verzichten. Selbst unter meinen Hörern finden sich Söhne aus den Familien des jüdischen Viertels.

Seitenangabe für Zitat2: 
69

Und überdies war Hypatia eine Frau. Ob sie sich selbst so fühlte, ist durchaus fraglich.

Seitenangabe für Zitat3: 
314
Verlag: 
Beltz &Gelberg
Auflage: 
2. Auflage
ISBN: 
3-407-78750-2