Hier kocht der Wirt

Ein Wiener Kunsthistoriker fährt nach Gerlamoos, einem kleinen Weiler im oberen Drautal, um in der Georgskirche die weltberühmten Fresken des Thomas von Villach zu bewundern.
Doch der ortsansässige Wirt, den den Schlüssel verwahrt, hat seine eigenen Vorstellungen über das, was ein Fremder wissen muss, um die Kunst des Thomas so richtig zu würdigen. Und so bekommt der Wiener vorerst nicht den Schlüssel, sondern einen langen Monolog zu hören.
Er erfährt manches über Naturkatastrophen, die hohe Kunst, aber auch über Wirtshausbesucher und Stammtische, wo ja oft höchst eigenwillige Antworten auf alle Lebensfragen gefunden werden.

Meine Gedanken zum Buch: 

Nach anfänglichem Kopfschütteln, weil sich ja keine Handlung in diesem Buch entwickelt,  mußte ich oftmals herzlich lachen und noch öftern schmunzeln.
Denn was dieser Kunsthistoriker so alles über sich ergehen lassen muß, besitzt einen derart komischen Moment! Wie einfach hat er sich das vorgestellt: er kommt aus Wien angereist, holt sich den Schlüssel, betrachtet die Fresken und fährt wieder heim. Doch da hat er nicht mit dem Wirt gerechnet. Denn "hier kocht der Wirt"! Nachdem man weiß was damit gemeint ist, klingt das fast wie eine Drohung. Es gibt keine Möglichkeit dem zu entrinnen. Und langsam wird es Abend und die Fresken sinken in die Dunkelheit des nicht elektrifizierten Kircherls.
So wie dem Kunsthistoriker ergeht es mir doch manchmal auch! Ein einfaches Vorhaben erweist sich wegen nicht beeinflussbarer Widerstände als unmöglich! Zuerst Geduld, dann Ärger, Zorn, man verhandelt, schließlich kann man sich dem "Schicksal" nur ergeben und nehmen, was möglich ist.
Also ein Lehrbuch für viele Lebenssituationen!
Wichtig dabei ist nur: Aufs Lachen dabei nicht vergessen!!!

Verlag: 
Residenz Verlag
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
3-7017-0898-3