Hell in Frauensee

Ein Sommerroman, der in einem kleinen österreichischen Kurort am Frauensee spielt. Im Mittelpunkt der vielfältigen und sich überschneidenden Liebeskonflikte steht der junge und sportliche Ingenieur Hell, der eine große Erfindung gemacht hat, sie aber noch nicht anbringen konnte und deshalb kurz entschlossen für die Ferien Schwimmlehrer wird.

Er hat es nicht leicht, denn er nimmt diese ungewohnte Stellung durchaus ernst. Ohne es zu wollen, wird er in die mannigfachsten Abenteuer verknüpft, aus denen er vielfach nur mit Mühe herausfindet. Vicki Baum entfaltet dabei ihr ganzes unnachahmliches Geschick, Frauengestalten der verschiedensten Gesellschaftsschichten und -sphären um eine Zentralfigur zu gruppieren.

Da sind vor allem die schöne, reiche May und die rührende kleine Puck, die dem Leben mit der ganzen Unbefangenheit eines Naturkindes gegenübersteht. Sie alle und noch manche andere schwärmen für Hell, sie alle lieben ihn, jede auf ihre Weise. Die Spannungen ballen sich zur Katastrophe zusammen.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dieses Buch liest sich wie ein Heimatfilm, allerdings ohne Schmalz und Jodelei, sondern mit vielen liebenswerten schrulligen Charakteren und netten Landschaftsbeschreibungen. Vicki Baum, die Großmeisterin des Unterhaltungsromanes, zeichnet ein lebendiges Bild der Sommerfrische in den Zwanzigerjahren, wo die Reichen auf die Ärmsten treffen, wo Hoffnungen wachsen und wie die Seifenblasen wieder zerplatzen.
Natürlich ist der Stil etwas antiquiert, aber gerade das macht mir persönlich viel Freude. Eine Emfpehlung für alle, die gerne gut geschriebene, harmlose Unterhaltung lesen.

"Bist du mit dem Grafen Sztereny verheiratet? Ich glaub, das ist ein Ekel. Ich mag ihn garnicht."
"Warum denn, Bulli?"
"Weil: er hat so was Windhundmäßiges. So darf ein Mensch nicht ausschauen, bitte um Entschuldigung."
"Ah geh" Windhunde sind doch was Nettes. Mir gefällt er, der Windhund."

Seitenangabe für Zitat1: 
68

"Hast du gehungert?" fragte May schnell. Und ebenso schnell erwiderte Hell: "Nein, gar nicht."
May legte vorsichtig ihre Hand über Hells Hand, die den Rand des Brettes umklammerte: "Sag's nur, du. Sprich nur -", sagte sie leise.
Hell nichte etwas später mit dem Kopf. "Ja. Gehungert habe ich auch", antwortete er fast unhörbar. "Lieber Urban, lieber", flüsterte May. "Sprich nur -"

Seitenangabe für Zitat2: 
98
Verlag: 
Deutsche Buch-Gemeinschaft
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ASIN: B0028NN720