Ghetto Kidz

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Kalon ist zwölf Jahre alt und lebt mit seiner Großmutter und seiner Schwester Nia in einem amerikanischen Großstadtghetto. Der Afroamerikaner will sich aus dem Bandenkrieg, der um ihn herum tobt, raushalten. Das gelingt ihm jedoch nicht lange. Als Nia schwanger wird und die Großmutter ihren Putzjob verliert, muss er irgendwie an Geld rankommen. Er schließt sich der Gang aus seinem Block an und folgt bald den brutalen Gesetzen des Asphaltdschungels.

Meine Gedanken zum Buch: 

Zuvor hatte ich noch kein Buch gelesen, in dem es um das Thema Gewalt in Ghettos gegangen ist, da ich der Meinung war, mich würde das nicht interessieren. Doch gleich nach den ersten Seiten konnte ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die spannende Geschichte von einem Jungen, der schon immer in einem Ghetto gelebt hat und es nicht anders gewohnt ist, jeden Tag Schießereien zu hören und Armut und Gewalt zu sehen, beschreibt den schwierigen und gefährlichen Alltag eines Bewohners dieser Siedlungen. Morton Rhue erzählt alles sehr realistisch und versucht immer wieder mit Spannung zu punkten, was ihm sehr gut gelingt.
Ich war bei mehreren Stellen sehr schockiert, da Mord in diesen Ghettos ganz normal ist. Allein schon der Anfang des Buches war sehr traurig und hat nur so vor Brutalität gesprüht. Dass es solche Ghettos gibt, in denen Gewalt Überhand gewinnt und sich Gangs gegenseitig umbringen, finde ich sehr arg.
Auch mit diesem Buch hat mich Morton Rhue nicht enttäuscht. Sein Schreibstil war wie immer schön flüssig zu lesen und man konnte sich alles sehr gut vorstellen, was er zu beschreiben versuchte.
Dieses Buch macht einen nachdenklich und traurig, besonders der Schluss. Doch ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!

Es war das erste Mal, dass ich eine echte Pistole in der Hand hielt. Sie war klein, aber schwerer, als ich gedacht hatte. Mein Herz hämmerte und meine Hand zitterte, aber ich zwang mich, sie ruhig zu halten.
Und dann überkam mich plötzlich ein ganz neues Gefühl. Die Waffe verlieh mir Macht, jetzt bestimmte auf einmal ich, was lief.

Seitenangabe für Zitat1: 
140

Die Leute, die in schicken Anzügen in Diskussionsrunden saßen und sich so vornehm ausdrückten - die mochten behaupten, auch wir hätten eine Chance.
Die Lehrer, die ein Jahr lang an unserer Schule unterrichteten und dann wieder verschwanden, mochten sich einbilden, auch wir hätten eine Chance.
Die Politiker, die jeden Vorwand nutzten, um ins Fernsehen zu kommen, mochten den Zuschauern weismachen, auch uns gäbe man eine Chance.
Aber alle kannten die Wahrheit: Wir hatten keine Chance. Wer im Ghetto lebt, hat keine Chance.

Seitenangabe für Zitat2: 
177
Verlag: 
Ravensburger Buchverlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3473352920 / ISBN-10: 3473352926