Geliebter Che

Sie ist schon viel Male in das parchtvoll verfallene Havanna gereist, ist von Tür zu Tür gegangen, immer auf der Suche nach ihrer Mutter Teresa. doch keiner erinnert sich an Teresa - so wenig, wie sie selbst sich an sie erinnert. Sie war noch ein Wickelkind, als der Großvater mit ihr aus dem Kuba der Unfreiheit Anfang der Sechzigerjahre flo.
Nach Jahren der vergeblichen Suche erhält die junge Frau plötzlich ein Päckchen von ihrer Mutter mit Fotografien und Briefen. Darin schildert Teresa der Tocher ein Leben in Fragmenten, verschwommene Erinnerungen an eine längst vergessene Zeit, an ihre Kindheit in Havanna, als dort noch purpurne Blumen blühten, an ihre Jugend, als das Streben nach Gerechtigkeit alle erfüllte, und an ihre einzige wahre Liebe: Ernesto "Che" Guevara.
In diesen Briefen schmückt Teresa für die Tochter seine guten wie auch schlechen Seiten aus, denn Guevara ist ihr Vater.

Meine Gedanken zum Buch: 

Schon eine spannende Geschichte: Tochter sucht ihre Mutter und bekommt plötzlich ein Paket mit Briefen und Fotos, wonach "Che" ihr Vater sein soll. Eine verzweifelte Suche nach der Wahrheit beginnt, kann es möglich sein, das dies alles stimmt? Die Nachforschungen der Tochter ergeben nichts Konkretes...so bleibt eigentlich ihre Herkunft sehr vage.
Sehr romantisch, streift die Ereignisse der Revolution im "Liebes-Roman-Kontext". Aber irgendwie hat mir etwas gefehlt.

Zuerst hoffte ich noch, ich könnte mir einen Reim darauf machen, wenn ich irgendeine Ordnung in die Notizen, Briefe, Erinnerungen brächte, doch jedes Wiederlesen zog mich tiefer und tiefer in den Sog der Worte, bis ich fürchtete, mich zwischen den Seiten zu verlieren, in einem Tropfen meines eigenen Blutes zu ertrinken.

Seitenangabe für Zitat1: 
21

Genosse Guevara, sagt mein Mann in allzu pompäsem Ton, das ist Senora de la Landre. Der Revolutionär zuckt ein wenig zurück. Viel später erscheint mir dies als der Augenblick, in dem wir zu einer geheimen Verständigung gelangt sind.

Seitenangabe für Zitat2: 
57

Seine Brust ist schmal und eingefallen von seiner Krankheit. Er flüstert mir ins Ohr. Süße, süße Wildheit. Die Zeit zerfällt in unseren Händen. Ich schlafe ein und wache von seinem Mund wieder auf.

Seitenangabe für Zitat3: 
90
Verlag: 
Wihelm Heyne Verlag
Auflage: 
-
ISBN: 
978-3-453-40195-2

Kommentare

ich hätte dieses Buch schon längst hier vorgestellt Smile Fein, dass Du es jetzt tust, denn ich fand es wirklich sehr schön. Natürlich entbehrt es jeglicher Realität, aber ich empfehle es immer wieder, wenn jemand Literatur über Kuba und den Che sucht, weil es einfach die Stimmung der Fünfziger in Havanna gut einfängt.

ich dachte, es geht ein bisserl mehr auf die Revolution ein und ist schneller geschrieben. Aber schön ist es allemal.