Erebos

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und - wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise.

Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel!

Meine Gedanken zum Buch: 

Da ich mich für Computerspiele nicht begeistern kann, konnte ich dem Bann von „Erebos“ lange widerstehen. Nach Lektüre dieses unglaublich spannenden Thrillers weiß ich nun nicht, ob ich jemals wieder Skypen oder eine E-Mail mit persönlichem Inhalt versenden kann, ohne das Gefühl von „Big brother is watching you“ zu haben. Unglaublich, wie komplex die virtuelle Welt von Erebos aufgebaut war und unglaublich, wie geschickt es Menschen zu manipulieren verstand, wie es das Böse in Ihnen weckte. Die Gier nach dem nächsten Level vermochte jegliche Skrupel und moralische Bedenken in Sekundenschnelle niederzureißen und der Spieler war auch im realen Leben nur noch eine Marionette des Spielmachers. Erschütternd auch der detailliert beschriebene Suchtfaktor und die damit einhergehende Vernachlässigung der Familie, des Freundeskreises, der Schule und zuletzt sogar der Nahrungsaufnahme und der Körperpflege. Erschütternd vor allem deshalb, weil es sich hierbei nicht nur um einen Roman handelt, sondern weil solche Auswirkungen der Spielsucht tatsächlich auch im realen Leben vorkommen.

Verlag: 
Loewe
Auflage: 
2. Auflage
ISBN: 
978-3-7855-6957-3

Kommentare

Gestern habe ich "Erebos" aus der Hand gelegt, nachdem es mir an zwei Tagen zuvor kaum gelang. Endlich mal wieder ein Buch, dass in mir meine Lesesucht aktiviert.
Ich finde, die Autorin versteht etwas von dem Sujet, über das sie schreibt. Im Buch geht es über die Faszination eines Spieles, dem sich kaum jemand entziehen kann. Und auch das Buch hat diesen Effekt, da sie durch den Blick der Hauptfigur den Leser in eben diese Welt entführt.
Zu keinem Zeitpunkt war dieses Buch für mich langweilig! Absolut empfehlenswert!
 
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