Elio Rigosa - Der Maestro

Der_Maestro.jpgLeuchtfeuer in Verona. Nachts.
Ein Mann trifft eine Frau.
Er ist der weltberühmte Tenor; sie weiß, was seine Arbeit ist: Verzaubern.
Er gehört zu den Künstlern, auf die unser Jahrhundert schaut: Weil sie Träume verwahren, die sich keiner mehr eingesteht; in einer Kunstform, die Paradiese zulässt.
Aber Elio Rigosa ist auch ein einsamer Mensch. Er braucht die Liebe zu Vivianna, die seine Assistentin wird. Als Künstler steht er vor der großen Wende seines Lebens. Doch dann: entscheidet das Schicksal ganz anders.

Meine Gedanken zum Buch: 

Ich habe dieses Buch bei einem Bücherflohmarkt entdeckt und war ehrlich gesagt lange unschlüssig... sollte ich es mitnehmen oder doch nicht......???????
Irgendwie hatte ich so das Gefühl, dass das nicht so das richtige für mich ist.... Liebesgeschichten, ja warum nicht, nur blos nicht zu schmachtend und zu schmalzig.... und genau das vermute ich noch immer hinter dieser Geschichte..... ABER Teile des Klappentextes haben mich dann doch überzeugt:
 
"Er gehört zu den Künstlern, auf die unser Jahrhundert schaut: Weil sie Träume verwahren, die sich keiner mehr eingesteht; in einer Kunstform, die Paradiese zulässt. "..... und
"Ein Buch wie die Musik von Tosca"
 
Doch, ich denke... dieser Roman ist das RICHTIGE  für mich und ich hoffe, dass er mir einen Hauch von Verona... einen Hauch von Oper ins Wohnzimmer bringt
(Im Notfall kann ich ja musikalisch noch ein bissl nachhelfen... hihihi..... ;o)))))..... )

Verlag: 
Weitbrecht Verlag
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
3 522 71755 4

Kommentare

 mmmhhhh... so ganz hat`s mich noch nicht gepackt. Was aber komisch ist... ich hab lt. Beschreibung im Inneren des Buches immer das Gefühl, dass dieser Rigosa wirklich gelebt haben muss.... im Netz findet man aber nix dergleichen....

Er hatte versucht, Kraft zu tanken, Kraft für ein Spektakel, das er sein würde, heute Abend, dreieinhalb Stunden lang, bei lebendigem Leib.

"Du hast sie aber noch mal hingeprobt, die Chöre?"
"Aber ja, meine Liebe.... Die Italiener bringen ihren Dirigenten immer erst nach der letzten Vorstellung um."
"Ein Kulturvolk", fand Rigosa.

Die Welt war eine Bühne. Und in jedem Teil waren die Sehnsüchte gleich. Helfen kann Musik der Welt nicht, dachte Rigosa. Aber sie befreien....

... ein sehr eigenartiges Paar....
Auf der einen Seite ist da Elio Rigosa.... ein Mann, beinahe 60 Jahre alt, verheiratet, ein weltberühmter Tenor, eine große Stimme, geliebt und vergöttert von so Vielen. Ein Mann, der die Kunst beherrst, Menschen mit seiner Stimme zu verzaubern, aber eben auch ein Mann, der genau desshalb immer im Rampenlicht steht, nie für sich sein kann.... ein Mann, dem immer mehr die Luft zum Atmen fehlt.... er liebt und schätzt seine Gabe, seinen Beruf.... und trotzdem ist er an einem Punkt angekommen, an dem er nur mehr funktioniert...
Diesen Zwiespalt bringt die Autorin dem Leser sehr deutlich vor Augen. Schnell wird einem bewusst, dass diese Gabe auch zu einer Belastung werden kann und wie sehr Menschen, die so im Rampenlicht und in der Öffentlichkeit stehen, auch unter diesem Ruhm leiden. All das kann einen ehren, aber auch erdrücken.
Teil`s hat mir Faerber in dieser Hinsicht zwar ein bisschen zu dick aufgetragen und dieses Hadern bzw. diesen Kampf auch zu sehr ausgedehnt... aber gut.... trotzdem bringt sie es sehr anschaulich und ich muss gestehen, oft leidet man fast ein bisschen mit Rigosa... wünscht ihm Ruhe und neue Kraft.
 
Und dann ist da Vivianna. Ein junge Frau, seine Assistentin. Die Frau in seinem Leben (nicht seine Ehefrau, um das nur noch mal klarzustellen), die ihm eben die nötige Kraft und die Zuversicht gibt. Ist ist ihm ergeben, in jeder Hinsicht... liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Es gibt nicht`s, was sie nicht für in regelt... und ich muss gestehen, genau das nervt mit der Zeit auch ein bisschen.... diese Demut ist teil`s oft schon nicht mehr auszuhalten... zieht sich durch den ganzen Roman. Schon auf S. 37 heißt es: "sie musste ihm helfen, in diesen Tagen; sie hatten viel zu wenig Zeit, um ihn zu kurieren"....
Na bravo.... ja, eine sehr noble und fast heldenhafte Einstellung. Fragt sich nur, wer kuriert sie?????
 
Die "Liebe" zwischen diesen beiden Menschen scheint für mich viel mehr auf Abhänigkeit zu basieren.... vorallem bei Vivianna schwingt immer Angst mit... Angst zu versagen, Angst zu verlieren..... kaum traut sie sich zu widersprechen, ihre Meinung zu äußern.... ist immer nur bedacht, für ihn RICHTIG zu sein.....
 
Na ja.... die letzten 40 Seiten werden zeigen, wie diese Geschichte endet... in einem Happy End oder doch eher tragisch, wie in ein Oper.... man wird sehen....

... doch ein Ende wie in einer Oper: tragisch
Und so soll es auch sein, denn sonst hätte das dem Roman einen eher billigen Nachgeschmack gegeben.
 
Die Geschichte rund um den Tenor Elio Rigosa ist zwar kein Highlight aber trotzdem ganz ok zu lesen.
In einem flüssigen Stil geschrieben, hatte ich aber leider oft doch den EIndruck, dass die Autorin vieles zu sehr ausschlachtet und ausdehnt. Irgendwie dreht man sich im Kreis, das macht die e nur 254 Seiten oft etwas langatmig. Machmal ist weniger eben mehr.
Lt. Autorenbeschreibung im Buch hat Regina Faerber an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart studiert und war auch schon als Schauspielerin und Regieassistentin tätig.
Ihr Einblick in dieses Umfeld der Oper und auch desTheaters ist zwar sicher von Vorteil,  bringt aber desshalb nicht automatisch das Feingefühl und den Ideenreichtum für die Schreiftstellerei mit sich.