Die schwarze Seele des Sommers Commissario Montalbanos zehnter Fall

Alle machen Urlaub - bis auf Commissario Montalbano. Als er auf der Suche nch einem vermissten Feriengast eine alte Villa durchforstet, macht er eine grauenvolle Entdeckung: In einem Koffer findet er die Leiche einer Frau, die seit Jahren als vermisst gilt. Kurz darauf nimmt eine geheimnisvolle Unbekannte Kontakt zu ihm auf, die der Toten zum Verwechseln ähnlich sieht. Und das alles in einem brütend heißen sizilianischen Sommer.

Meine Gedanken zum Buch: 

Montalbano ist wie immer der menschelnde Kommissar, diesmal macht ihm vor allem sein Alter zu schaffen.  So etwas wie eine Midlife-crisis? Adriana, diese geheimnisvolle, bildschöne junge Frau ist da wie Balsam auf seiner Seele. Sie schafft es damit aber auch, den Kommissar ganz schön zu verwirren, was die Ermittlungen nicht gerade einfacher macht. Im Endeffekt muss er aber erkennen, dass er doch nur das Mittel zum Zweck war. Ich hätte nicht gedacht, dass Krimi und Midlifecrisis-Bewältigung so gut zusammenpassen!

Zitate: 

Da klingelte das Telefon. Es war Adriana. ...
"Ich hab Lust dich zu sehen." Bleib stumm, Montalbano, bleib stumm. Schneid dir lieber die Zunge heraus, Salvo, aber sag nicht dieses "ich auch", das dir gerade entwischen wollte. Die Worte der jungen Frau, fast geflüstert, ließen ihm den Schweiß ausbrechen.

Seite 247

Als Adriana sehr viel später gegangen war, brach für Montalbano eine weitere elende Nacht an, die aus Hin- und Herwälzen bestand, aus Aufwachen und Einschlafen, aus Brand und Verbrennen.
Die Hitze natürlich. Das Schuldgefühl, sicher. Ein bisschen Scham, auch das, Auch ein Funke Selbstverachtung. Und schließlich auch eine Spur Gewissensbisse.
Aber vor allem eine unendliche Wehmut, als sich ihm ganz unvermittelt die Frage stellte: Wenn du nicht fünfundfünfzig wärst, hättest du dann Nein sagen können?

Seite 278
Verlag: 
Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr: 
2008
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
9 783404 164547