Die grosse Welt

die_grosse_welt.jpg1974: Am Morgen eines schönen Augustsommertags starren die Passanten in Lower Manhattan ungläubig zu den Twin Towers hinauf. Fast einen halben Kilometer über ihnen läuft, springt und tanzt ein Hochseilartist - ein schwebender Moment von absoluter Freiheit und künstlerischem Triumph in einer Stadt des ewigen Überlebenskampfes. Seine Magie lässt unten auf den Straßen in den gewöhnlichen Existenzen das Besondere hervortreten. Etwa in Corrigan, dem verrückten, aufopferungsvollen Iren, der sein Leben den Straßenhuren in der Bronx widmet. Er hat in seinem Kleinbus vor dem Zentralgericht am World Trade Cente übernachtet, um zweien seiner Schutzbefohlenen bei einem Anklageerhebungstermin beizustehen: Tillie, die schon mit 38 Großmutter ist, und ihrer schönen Tochter Jazzlyn. Doch Corrigan weiß nicht, dass dieser Tag, der so großzügig Freiheit schenkt, auch den Tod bringen und damit das Leben zahlreicher Menschen verändern wird, die ihm und den beiden Frauen in seiner Obhut nahestehen.....

Meine Gedanken zum Buch: 

Er beschreibt viele scheinbar kleine Welten veschiedenster Büger New Yorks. All diese verbindet ein enziger Tag, an dem ein Seiltänzer hoch über ihren Köpfen zwischen den beiden Twin Towers sein Seil betritt und in völliger Ruhe den Augenblick der Freiheit genießt.

All die Leben, die wir leben könnten, all die Menschen, die wir nie kennen, die wir nie sein werden, sie sind überall.
Dies ist die Welt.
Aleksandar Hemon: Lazarus

Seitenangabe für Zitat1: 
7
Verlag: 
Rohwolt Verlag
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
3-498-04511-3

Kommentare

... wie ich dieses Buch einordnen soll; auf der einen Seite haben mich einzelne Kapitel sehr berührt und teilweise auch schockiert; auf der anderen Seite waren mir manche Passagen zu langatmig bzw. konnte ich mit dem dargestellten Schicksal bzw. Ereignissen so gar nichts anfangen.
 

Sehr beindruckt hat mich jedoch, wie es dem Autor gelungen ist, den Charakteren durch die unterschiedliche Wortwahl und Formulierungen Leben einzuhauchen, sodass ich sie vor mir sah und förmlich reden hörte.