Die Spur des Teufels

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Michael Gardiner lebt mit seiner Frau zurückgezogen am Rande des schottischen Küstenortes Coldhaven. Bis er eines Morgens in der Lokalzeitung liest, dass sich seine Jugendliebe Moira umgebracht und ihre beiden kleinen Söhne mit in den Tod genommen hat; nur ihre halbwüchsige Tochter Hazel ließ sie am Leben. Schlagartig sind bei Michael die Erinnerungen wieder da: an seine Eltern, beide Künstler, die auf der Suche nach Ruhe nach Coldhaven zogen und von den Einwohnern jahrelang tyrannisiert wurden; an Moiras Bruder Malcom, der ihn als Kind bis aufs Blut quälte; an Mrs. Collings, selber eine Außenseiterin in Coldhaven, die ihm damals riet, sich nicht alles gefallen zu lassen. Michael befolgte ihren Rat - und hütet seither ein düsteres Geheimnis. Doch Moiras Tod bringt nicht nur die Schatten der Vergangenheit zurück. Michael verfällt auch der Idee, Hazel sei seine Tochter. Er beginnt sie zu beobachten, lernt sie kennen und überredet sie schließlich zur Flucht. Für beide ist dies die Chance, einer Welt zu entfliehen, die sie gefangen hält. Und die Chance auf einen Neuanfang.

Meine Gedanken zum Buch: 

Packend und spannend, ein literarisches Meisterwerk von großer emotionaler Intensität Es ist sein  erstes Buch auf Deutsch, ein packender Roman um Schuld, Einsamkeit und die Kraft des Bösen.

Dies war die Geschichte, die ich mir jahrelang erzählte: Eines Nachts, als die Bewohner von Coldhaven schliefen, stieg der Teufel aus dem Meer, ging in Westen an Land, lief die Shore Road entlang, an dem Hang vorbei, der zu meiner Haustür führte, und wandte sich dann landeinwärts, niemand wusste, wohin. Niemand wusste,  wohin er ging oder warum er sich ebenjene Stelle ausgesucht hatte, um seine Anwesendheit kundzutun. Es wusste auch niemand, woher er kam, aber ich nehme an, man stellte sich eine andere Dimenson vor, einen dunklen Ort tief im Inneren der Erde, eine Verwerfungslinie, an der das Land aufs Meer trifft, eine Kluft zwischen dieser Welt und einem fremden Reich, anderen Gefilden,  einer Welt wie die Welt, in der Gott auf immer in all seiner Gegenwart herrscht. Doch gab es keine andere Welt, es gab nur diese: die Luft, der Himmel, der Schnee, diese seltsame Spur, das Wasser und gelegentlich eine Windböe, die mich anfiel, während ich der Spur zu jener Stelle folgte, an der sie aufhörte, ganz plötzlich, genau dort, wo mein Pfad von der Straße abwich. Nun, es gab keine andere Welt, hatte vielleicht nie eine gegeben, doch wie konnte der Teufel verschwinden? Ich hatte immer geglaubt, er - oder sie oder es - sei eine Erfindung, eine Verballhornung einer älteren, edleren Präsenz, eines Gottes der Erde, eines Geistes, der alles miteinander verband, es mit Mark, Blut und Vogelgesang verknüpfte und zu etwas Ganzem machte.

Seitenangabe für Zitat1: 
238
Verlag: 
Albrecht Knaus Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
10: 3-8135-0296-1