Die Mumie oder Ramses der Verdammte

Der reiche Hobbyarchäologe Lawrence Stratford findet das Grab eines Ägyptischen Königs, und entdeckt sonderbare Schriften sowohl in ägyptischen Hyrogliphen als auch in lateinischer Sprache, die scheinbar die Geschichte von Ramses II. erzählen. Stratford kann die Fundstücke mitsamt der Mumie aus dem Grab leider nicht mehr selbst nach London bringen, da er bevor er den Fund der Öffentlichkeit präsentieren kann von seinem Neffen Henry umgebracht wird. Stratfords Tochter Julie stellt die Fundstücke im Haus ihres Vaters aus - als Henry versucht auch sie umzubringen entsteigt die Mumie von Ramses II. ihrem Sargophag und rettet Julie. Alles Neue in sich aufsaugend wie ein trockener Schwamm zeigt Julie "Mr. Ramsey" die neue Welt, dem Ramses hat 3000 Jahre lang geschlafen. Bald zieht es Ramses nach Ägypten in seine Welt, und zu seiner größten Liebe - Kleopatra - deren Mumie als "unbekannt" im Museum in Kairo liegt.

Meine Gedanken zum Buch: 

Anne Rice denkt ihre Geschichten immer von vorne bis zum Schluss. Es gibt keine unlogischen Stellen - die Geschichte ist schlüssig , selbst wenn sie noch so fantastisch ist. Das Elixier das jedem Wesen egal ob Tier, Mensch, Pflanze, oder schon vor Jahrtausenden gestorbenem Unsterblichkeit verleiht, möchte irgendwie jeder Mensch besitzen. Wie könnte man auch einem solchen Elixier wiederstehen? Aber welche Konsequenzen hätte die Unsterblichkeit für uns? Will man nach reiflicher Überlegung wirklich unsterblich sein? Würde man ob der Geschehnisse in dieser Welt nicht unendlich müde? Würde man sich nicht wünschen wieder sterblich zu sein?

Sie machen einen großen Pharao aus meinem Englischmann. Meinem wunderschönen Englischmann. Sie legen ihn in Bitumen und machen eine Mumie aus ihm. Für die Touristen.

Seitenangabe für Zitat1: 
339

Mein Volk konnte die unsterbliche Nahrung nicht verdauen. Es hat sich in den Eingeweiden der Menschen nicht zersetzt. Sie starben einen qualvollen Tod, als hätten sie Sand gegessen. (...) Und als ich die Felder niederbrennen und die unsterblichen Hennen und Milchkühe schlachten ließ, musste ich mit ansehen, wie der verbrannte Weizen jedes mal neu austrieb, wenn die Sonne darauf schien. Ich sah, wie verbrannte und geköpfte Kadaver wieder auferstanden.

Seitenangabe für Zitat2: 
378
Verlag: 
Der Goldmann Verlag
Auflage: 
Neuausgabe
ISBN: 
978-3-442-42247-0

Kommentare

den Gedanken unsterblich zu sein unheimlich. Unendlich schlimm, wenn man allein unsterblich ist und die ganze Familie und alle Freunde nach und nach verliert. Aber auch arg, wenn man vielleicht zu zweit unsterblich ist. Meinem Gefühl nach verliert es an Wert, das Leben an sich, wenn es in alle Ewigkeit auf dieser Erde andauern soll. Ich befürchte, man wird dann mit der Zeit wirklich des Lebens müde, nur gibt es kein Entrinnen. Das Leben ist vielleicht auch wertvoll durch die Begrenztheit des "irdischen Daseins".

... das Buch sehr gut gefallen und ich warte heute noch auf eine Fortstetzung. Ist ewig her, dass ich es gelesen habe, aber irgendwie war das Ende so offen, dass gerade von Anne Rice, die ja immer Fortsetzungen schreibt, noch mehr zu erwarten gewesen wäre. Schade!
 
@Gabi - ich möcht auch nicht ewig leben, vor allem wenn es keine Option gibt, es selbst zu beenden (klingt jetzt komisch, aber ich hoffe, Du verstehst, wie ich das meine). Das einzig Gute bei diesen ewiglebenden Romanfiguren ist, dass ihre Körper nicht verfallen - nie wieder Hexenschuss, das wär schon was! Smile