Die Mars-Chroniken (Audiobook)

Die_Mars-Chroniken.jpg Ein Klassiker der Science Fiction Literatur. Trotz der Wirklichkeitsnähe, mit der Bradbury technische Fortschrittsvisionen beschreibt, gilt sein eigentliches Interesse dem Menschen, dessen sozialer und emotionaler Entwicklung in den alten wie in den fiktiven neuen Lebensräumen. Kurzweilig, humorvoll aber auch mit bitterer Ironie reflektiert Bradbury eine mögliche Bevölkerung des Mars. Bradbury ist zwar ein genialer Zukunftsvisionär aber auch Realist genug , um nicht in den allgemeinen Jubelchor der Fortschrittsgläubigen miteinzustimmen.

Meine Gedanken zum Buch: 

"Die Mars-Chroniken" waren mein erstes Buch von Ray Bradbury, sehr gut gelesen von Rufus Beck.
Anfangs fand ich es ehrlich gesagt etwas langweilig, zu einfach gestrickt, zu naiv. Dann legt es doch an Tempo zu und wird tatsächlich kritisch und leicht bissig, nur um am Schluss dann in ein paar, meiner Meinung nach völlig unnötigen, Geschichterln zu enden, die das Werk in die Länge ziehen.
Den Aufbau des Buches finde ich ganz witzig. Die ersten Geschichten haben alle die selbe Ausgangssituation, nämlich die Landung von Menschen auf dem Mars, jede dieser Missionen endet auf andere Art und Weise, da fehlte mir allerdings irgendwo die Spannung, und auch etwas mehr Sarkasmus wäre angebracht gewesen, versteht sich das Buch doch als Kritik an der US-Gesellschaft nach dem 2. Weltkrieg.
Schön waren die Beschreibungen der Marslandschaft und ihrer Bewohner, die hatten etwas sehr Mystisches, und besonders amüsiert habe ich mich bei den Missionierungsbestrebungen der Priester. Am liebsten mochte ich die Geschichte im House of Usher - mehr wird nicht verraten, vielleicht interessiert sich ja doch noch jemand von Euch für dieses durchaus unterhaltsame Werk.
Was mich extrem gestört hat, aber daran kann der Autor nix, wohl aber Rufus Beck, der auch Regie geführt hat, waren diese grässlichen Posauneneinlagen zwischen den Geschichten. Ich hasse Hörbücher mit Musik, und dann noch dazu mit einer, die einem gleich das Trommelfell durchlöchert, wenn man den iPod nicht schnell genug leiserdreht, grässlich! Ich höre ja auch beim Lesen nicht Musik, und Jazziges aller Art vertrage ich am besten live, aber nicht direkt ins Ohr posaunt.

Verlag: 
Diogenes
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3257801811

Kommentare

... zur Zeit spielt es im Kino die Verfilmung von "Die Prinzessin vom Mars" von Edgar Rice Burroughs:
 
"John Carter - Zwischen den Welten"
 
 

Ja, da hab ich den Trailer gesehen, der Film ist meiner Meinung nach so schlecht gemacht, dass ich ihn mir sicher nicht anschauen werde. Ich bin sowieso kein SciFi-Fan, dieses Buch hab ich nur gehört, weil mich Bradbury an sich interessiert hat.
 
Ich will von ihm noch auf jeden Fall "Fahrenheit 451" lesen oder hören, dann reicht's mir aber auch wieder.

... ist so schlecht gemacht (das Filmplakat übrigens auch), dass einem das Interesse fehlt, ihn anzusehen.
ABER: ich habe den Film gesehen und ich finde, in diesem Fall kann man sich nicht am Trailer orientieren ... Mir hat er gut gefallen: tolle Effekte, liebenswerte Charaktere und streckenweise auch recht witzig; ich bin allerdings ein SciFi- und Fantasy-Fan.
Ich denke, jemandem, der Star Wars und Avatar mochte, wird auch dieser Film gefallen.
 
 
"Fahrenheit 451" solltest Du auf jeden Fall lesen - wie da mit eigenständigem Denken und dem Lesen von Büchern umgegangen wird, ist beängstigend und eine sehr düstere, durchaus mögliche Zukunftsvision.
Ich bin schon sehr auf Deine Meinung dazu gespannt. 

Nur mal so nachgefragt (ohne Hintergedanken) war es das englische Original oder eine dt. Übersetzung ? Ich habe noch nie ein Hörbuch (in voller Länge) hören können, aber bei den Mars Chroniken würde ich es noch einmal versuchen.

Der Klassiker der utopischen Romane ! Leider mit sehr düsterem Ende - der Zerstörung der Erde und bis 2026 könnten wir das noch schaffen Sad
rotbart

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren

Eine deutsche Übersetzung, aber meiner Meinung nach eine gute. Und Rufus Beck liest wirklich sehr gut.
 
Bei audible.de gibt es übrigens eine Originalversion, die von Ray Bradbury selbst gelsen wird, wobei bei so alten Aufnahmen halt die Qualität nicht immer so berauschend ist. Aber man kann dort ja auch reinhören: http://www.audible.de/pd/B004FON6KS
 
 
Wir haben sogar noch länger Zeit, die Erde zu quälen, sie wird erst 2057 zerstört, soweit ich mich erinnern kann.

... ich lese Bücher lieber im Original - eigentlich kann ich nur Englisch gut genug - und habe fast alle Werke Bradburys vor Jahren verschlungen und habe sie damals sehr gemocht; es wäre interessant, ob er mir heute auch noch gefällt ...
 
Eine von Bradbury himself gelesene Originalversion - da könnte ich mich doch fast hinreissen lassen, es mit einem Hörbuch zu versuchen Wink

Wobei nicht jeder Autor, der gut schreibt, auch gut liest! Ich denke mit schaudern an Arno Geiger, den musste ich nach nicht einmal 5 Minuten aus dem CD-Player fetzen, sonst hätte ich das gute Stück zertrümmert. Wenn ich nicht vorher schon eingeschlafen wäre, und das kommt beim Autofahren immer so schlecht... Wink
 
Also auf jeden Fall vorher reinhören! Noch dazu sind diese alten Aufnahmen oft in der Qualität so schlecht, dass man sie nicht wirklich mit Genuss hören kann. Aber um einfach mal die Stimme des Autors zu hören, ist es auf jeden Fall gut!

Ich habe bis jetzt nur Lesungen von Autoren - die wenigen, bei denen ich war - besucht, die auch gut gelesen haben; ich denke da an Tad Williams oder Alfred Komarek.
 
Nachdem ich aber das geschriebene Wort dem gehörten vorziehe, wäre es ja nur wegen der Stimme desjenigen, dessen Bücher mich vor langer Zeit einmal begeistert haben.

Ransmayr liest auch ganz toll, der füllt das Burgtheater, und alle sind ganz traurig, wenn er zwecks Einhaltung der Sperrstunde aufhört zu lesen Wink
 
Na dann viel Spaß mit Bradbury! Musst dann berichten, wie es Dir gefallen hat, falls Du Dich entschließt, das Buch zu hören!