Die Frau als Hausärztin

Mein Mann hat heute auf dem Dachboden seines Elternhauses einen sensationellen Fund gemacht: "Die Frau als Hausärztin", die 3. Jubiläums-Auflage aus dem Jahre 1905. Frau Dr. med. Anna Fischer-Dückelmann gibt Auskunft zu den Bereichen Gesundheitspflege, Heilkunde, und das Kind und zwar zu den verschiedensten Themen: Sonnenlicht und Sonnenwärme, Kleidung, Bett und Wohnung, Ruhe und Bewegung u.v.a. Außerdem gibt es zahlreiche Illustrationen wie z. B. die "Mediceische Venus" auf S. 80 b. Dazu auf S. 80 a: Wer wissen will, wie er gebaut sein sollte, der betrachte unsere Venus recht oft und vergleiche sich mit ihr. Er wird immer mehr entzückt werden von dieser Harmonie der Gestalt, dieser Fülle bei solcher Anmut, dieser natürlichen Schönheit.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dieses Buch ist sehens- und lesenwert. Ich könnte von jeder Seite zitieren, diese Frau weiß Bescheid in allen Dingen des Lebens. Sensationell. Noch dazu gibt es zahlreiche Illustrationen, auf die sie im Text auch eingeht. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus.

Was sollen wir essen? Was sollen wir kochen? Nachdem wir alle Nahrungsmittel durchgesprochen, bleibt uns noch auszuführen übrig, wie wir nach den Anforderungen der Gesundheitslehre, der Chemie und der Erfahrung zu essen und zu kochen haben. Man "kocht", weil man glaubt, nur weniges in rohem Zustande verzehren zu können, weil die kultivierten Menschen Gekochtes und Erweichtes besser verdauen und so viel für die menschliche Verdauungsgsorgane Unpassendes zur Ernährung heranziehen, daß nur durch den Einfluß der Wärme des Wassers oder künstlicher Zutaten Eßbarkeit erreicht wird, oder weil gesunder Hunger etwas so seltenes geworden ist, daß das Essen überhaupt aufhören würde, wenn die Nahrung nicht gaumenreizend und durch allerlei Veränderungen und Mischungen verlockend gemacht würde.

Seitenangabe für Zitat1: 
99

Pflege der Schönheit.
 
Schönheit ist Macht, - sie ist eine der herrlichsten Beigaben, die uns Mutter Natur in die Wiege gelegt, - sie gewinnt die Herzen und zieht alle Blicke an und leitet oft im geheimen die Handlungen der Menschen, aber - sie kann ohne Gesundheit nicht bestehen, und sie kann auch nur dann ihre höchsten Triumphe feiern, wenn Geist und Gemüt dem schönen und gesunden Körper ihre Merkmale aufgedrückt haben.

Seitenangabe für Zitat2: 
185

Die Ehe darf unbedingt nicht die Bedeutung behalten, die sie heute hat, vor allem nicht für die Frau, für die sie sozusagen fast alles bedeutet: Lebensaufgabe, Versorgung, Lebensstellung. Alles gibt und leistet dabei der Mann! Die Frau empfängt nur in der demütigendsten Weise.

Seitenangabe für Zitat3: 
233
Verlag: 
Süddeutsche Verlags-Institut Stattgart
Auflage: 
3. Jubiläums-Auflage
ISBN: 
0