Die Brandungswelle

Brandungswelle.gifLa Hague im Nordwesten der Normandie: Nur wenige leben hier, am Ende der Welt, am Meer, dort, wo die Menschen ebenso schroff sind wie die Natur. Sie hat ihren Mann verloren und sich in diese raue Gegend geflüchtet. Sie beobachtet Vögel, eine monotone Arbeit, die ihr gut tut und sich mit ihrem Seelenleben deckt. Sie lebt in einem Haus, der Griffue, das fast im Meer steht; niemand versteht, wie man es dort aushalten kann. Das Leben ist ruhig, von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten, es wird vom Wetter, vom Wind, den Gezeiten bestimmt, bis eines Tages Lambert auftaucht. Fremde, die länger bleiben, gibt es selten; sie werden von den Einheimischen argwöhnisch beäugt, aber Lambert ist nicht wirklich fremd: irgendwie gehört er dazu. Vor vierzig Jahren starben hier seine Eltern und sein jüngerer Bruder bei einem Bootsunglück. Nun ist er zurückgekommen, um das dramatische Unglück von damals aufzuklären. Und allmählich bröckelt die Wand des Schweigens, hinter der jeder Dorfbewohner ein Geheimnis zu verbergen scheint. Was das Meer genommen hat, das spuckt es irgendwann wieder aus ...

Meine Gedanken zum Buch: 

ABSOLUTE Leseempfehlung - das ist mal das Erste, was ich hierzu sagen muss.
 
Die Autorin schreibt ruhig, aber doch sehr krafvoll, Ihr Stil ist schwermütig... melancholisch....
Böse Zungen behaupten, dieses Buch wäre langatmig... von wegen, es gibt kein einziges Wort, das unnötig..... das überflüssig wäre.
Den Titel dieses Romans finde ich sehr passend gewählt (nicht  nur den Inhalt betreffend). Unvorhergesehen und erbarmungslos wie die Brandungswelle packt einen dieses Buch. Nimmt den Leser von der ersten Zeile an mit auf eine Reise in einen kleinen Ort in der Normandie wo viele Geschichten und Geheimnisse aufeinander treffen.....
 
Und noch mal zum Abschluss: SEHR EMPFEHLENSWERT !!!!
Mitreissend und spannend ohne Ende, es war ein richtiges Vergnügen, diesen Roman von Claudie Gallay zu lesen. Hoffentlich versorgt sie uns bald mit neunem Lesestoff!!!

Man sagt hier, der Wind sei manchmal so stark, dass er den Schmetterlingen die Flügel fortreiße.

Seitenangabe für Zitat1: 
102

Seit Monaten verschmolz ich mit dieser Landschaft, langsam wie ein Tier im Winterschlaf. Ich schlief. Ich aß. Ich lief. Ich weinte.
Vielleicht war meine Anwesenheit hier deswegen möglich. Weil sie akzeptabel war. Wegen meiner Stille.

Seitenangabe für Zitat2: 
264

Die Erinnerung an dich ist wie eine Nadel, die tief in meinem Fleisch steckt. Manchmal vergesse ich dich. Und dann genügt eine Bewegung, eine falsche Regung, un der Schmerz kommt zurück, heftig.

Seitenangabe für Zitat3: 
409
Verlag: 
BTB Verlag
Auflage: 
1. deutschsprachige Auflage 2010
ISBN: 
978-3-442-75242-3

Kommentare

Das klingt wirklich interessant! Und Deine Begeisterung spricht ja auch Bände, ich denke, das Buch kommt gleich auf meine Wunschliste, allerdings werde ich auf die Taschenbuchausgabe warten. Ich war vor einigen Jahren in La Haugue, das ist eine wunderschöne und sehr beeindruckende Gegend, und der Wind hat mich damals fast fortgetragen Smile

Echt jetzt??? Hey, das find ich ja voll interessant!!!!! Wie hat`s dich denn dort hin verschlagen?????
Na dann ist dieses Buch ja mehr oder weniger Pflicht für dich Smile (und vorallem freut`s mich, dass ICH mal endlich die jenige bin, die dir einen Tipp geben kann, normal lief`s ja bis jetzt immer umgekehrt Wink
 
Ich hoffe, du magst diesen schwermütigen Schreibstil der Autorin, ich fand in einfach toll. Und jetzt, wo das Wetter bei uns ja teils auch immer grimmiger wird, passt das Buch ja hervorragend. Da kann man sich das raue Wetter der Normandie noch viel besser vor Augen führen.

Ich war dort während meiner letzten Normandiereise, meine Mutter kannte dieses schöne Fleckchen, weil sie in ihrer Jugend dort Urlaub gemacht hat.
Wir werden sehen, das Buch steht auf der Wunschliste.

Ich muss Claudia in allem zustimmen, was sie oben sagt.
 
"Die Brandungswelle" ist ein ruhig dahinfließendes Buch, das mit sparsamenn Worten das Wiedererwachen einer Frau erzählt, die schwer traumatisiert vom Tod ihres Partners nur langsam in der Lage ist, wieder am Leben teilzunehmen.
 
Nur bruchstückhaft erfahren wir die Geschichte der namenlosen Ich-Erzählerin, und zugleich rollt sie ein Geheimnis auf, das das Schicksal mehrerer Familien nachhaltig beeinflusst hat. Liebe und Leidenschaft in einer Umgebung, die kaum Freiraum lässt für Dinge jenseits der Normen. Ein winziger Ort auf einem kargen Felsen, tosende Stürme und meterhohe Wellen, ein Paradies für Seevögel, das im Schatten der atomaren Wiederaufbereitungsanlage auf immer dünneren Beinen steht. La Hague, der Zipfel im Westen der Normandie, von dem man die Kanalinseln und bei Schönwetter bis nach England sehen kann, das in seiner Kargheit und Wildheit die Menschen für ihr ganzes Leben lang prägt.
Gallay liefert dem Leser nicht nur Einblick in das Leben der Hauptfigur, sondern sie zeichnet sehr deutlich und liebevoll eine große Anzahl von Nebencharakteren, die zum Verlauf der Geschichte garnichts beitragen, die einfach als Fixpunkte in dieser Gesellschaft leben, dem Dorf seinen unvergleichlichen Charakter geben. Das kleine Mädchen mit der Hasenscharte, der immer leicht verwirrte Max, der leidenschaftliche Künstler Raphael und seine gelangweilte Schwester Morgane, sie alle tragen dazu bei, dass sich die Erzählerin nicht so weit aus dem Leben zurückziehen kann, wie sie es gerne täte. Und natürlich Theo, der ehemalige Leuchtturmwärter, der sich mit einer Schar von Katzen umgibt, die besonders liebevoll beschrieben werden.
Eine wunderbare Kombination aus Atmosphäre, Spannung und Emogion, ein Buch, das man nur schweren Herzens aus der Hand legt.
 
 

Ich muss Claudia in allem zustimmen, was sie oben sagt.
 
"Die Brandungswelle" ist ein ruhig dahinfließendes Buch, das mit sparsamenn Worten das Wiedererwachen einer Frau erzählt, die schwer traumatisiert vom Tod ihres Partners nur langsam in der Lage ist, wieder am Leben teilzunehmen.
 
Nur bruchstückhaft erfahren wir die Geschichte der namenlosen Ich-Erzählerin, und zugleich rollt sie ein Geheimnis auf, das das Schicksal mehrerer Familien nachhaltig beeinflusst hat. Liebe und Leidenschaft in einer Umgebung, die kaum Freiraum lässt für Dinge jenseits der Normen. Ein winziger Ort auf einem kargen Felsen, tosende Stürme und meterhohe Wellen, ein Paradies für Seevögel, das im Schatten der atomaren Wiederaufbereitungsanlage auf immer dünneren Beinen steht. La Hague, der Zipfel im Westen der Normandie, von dem man die Kanalinseln und bei Schönwetter bis nach England sehen kann, das in seiner Kargheit und Wildheit die Menschen für ihr ganzes Leben lang prägt.
Gallay liefert dem Leser nicht nur Einblick in das Leben der Hauptfigur, sondern sie zeichnet sehr deutlich und liebevoll eine große Anzahl von Nebencharakteren, die zum Verlauf der Geschichte garnichts beitragen, die einfach als Fixpunkte in dieser Gesellschaft leben, dem Dorf seinen unvergleichlichen Charakter geben. Das kleine Mädchen mit der Hasenscharte, der immer leicht verwirrte Max, der leidenschaftliche Künstler Raphael und seine gelangweilte Schwester Morgane, sie alle tragen dazu bei, dass sich die Erzählerin nicht so weit aus dem Leben zurückziehen kann, wie sie es gerne täte. Und natürlich Theo, der ehemalige Leuchtturmwärter, der sich mit einer Schar von Katzen umgibt, die besonders liebevoll beschrieben werden.
Eine wunderbare Kombination aus Atmosphäre, Spannung und Emogion, ein Buch, das man nur schweren Herzens aus der Hand legt.