Der Verehrer

LinkCharlo_DerVerehre_9783442442546.jpg
Als in einem Waldstück die Leiche einer erst kürzlich ermordeten jungen Frau gefunden wird, stehen die Polizei und die Angehörigen vor einem Rätsel. Denn die Frau galt seit sechs Jahren als spurlos verschwunden. Der Telefonanruf einer ehemaligen Urlaubsbekanntschaft liefert den ersten Anhaltspunkt für die Ermittlungen - aber erst ein weiteres Verbrechen, das in Art und Ausführung dem ersten auffallend ähnelt, führt auf eine konkrete Spur.
Alle Fäden scheinen bei einer Frau zusammenzulaufen: bei der vierzigjährigen Leona Dorn, deren Leben seit einiger Zeit völlig aus den Fugen gerät. Durch einen tragischen Zufall ist sie Zeugin eines Selbstmordes geworden, ohne ihn verhindern zu können; zudem hat ihr Mann sie wegen einer anderen Frau verlassen. Leona kann dies alles kaum verkraften.
Sie ahnt jedoch nicht, dass sie erst am Beginn einer Kette dramatischer Ereignisse steht - und dass sie am Ende all ihre Kraft und Entschlossenheit brauchen wird, um ihr Leben zu retten...

Meine Gedanken zum Buch: 

Ich persönlich lese Bücher von Charlotte Link ja immer gern und finde auch dieses Buch recht gelungen. Bei Links Psychothrillern geht es mir jedoch meistens so, dass ich die Protagonisten immer relativ unsympathisch finde und ich mich manchmal mit den überraschenden 180-Grad-Wendungen nicht richtig anfreunden kann. Deshalb war ich von diesem Buch sehr überrascht, da es diesbezüglich meiner Meinung nach etwas aus der Reihe fällt (zB im Gegensatz zu "Am Ende des Schweigens" oder "Das andere Kind"...). Nicht anders sind die Themen, die rund um die Morde herum in die Geschichte eingesponnen werden, hier bevorzugt Link auch wieder familiäre Probleme wie zB Ehekrisen, schwierige Verhältnisse etc.
Das Buch beginnt spannend, zeitweise flacht diese Spannung dann etwas ab, was aber der kurzweilige und flüssig zu lesende Schreibstil wieder wett macht. Wie schon gesagt, ich habe bisher alles von Charlotte Link verschlungen und habe auch an diesem Buch nicht wirklich etwas auszusetzen.

Er hatte ihr dreizehn Jahre Ehe vor die Füße geworfen, darüber hinaus dreizehn weitere Jahre romantischer, naiver Jugendliebe. Naiv war das Wort, dass er heute für die Gefühle von damals fand. Wenn man mit fünfzehn Jahren beschließt, einander zu heiraten, wenn man es mit achtundzwanzig Jahren schließlich tut und dabei der Überzeugung ist, niemals etwas zu vermissen, niemals insgeheim andere versäumte Gelgenheiten zu bedauern - dann war man ein Tor. Dann hatte man eine falsche Vorstellung vom Leben und musste zwangsläufig irgendwann Schiffbruch erleiden.

Seitenangabe für Zitat1: 
39

Krisen bringen die besten oder die schlechtesten Seiten in einem Menschen ans Tageslicht.

Seitenangabe für Zitat2: 
339
Verlag: 
Goldmann Verlag
Auflage: 
36. Auflage
ISBN: 
978-3-442-44254-6