Der Vampir von Ropraz

Der_Vampir_von_Ropraz.gifZu Beginn des 20. Jahrhunderts treibt im kleinen Dorf Ropraz im Jura der Schweiz ein bestialischer Leichenschänder sein Unwesen. Die Bevölkerung des ganzen Landstrichs ist in Aufruhr; Angst und Wut brauchen einen Schuldigen.

Meine Gedanken zum Buch: 

Chessex zeichnet ein düsteres Bild des Lebens in einem kleinen Bergdorf, in dem Aberglaube und unterdrücke Sexualität keine Spielräume lassen. Ein unglaubliches Verbrechen, ein Tatverdächtiger, der selbst immer nur Opfer war. Ein Ende, das einen bitteren Geschmack zurücklässt.
Kein Schauermärchen, sondern ein sorgsam recherchierter Kriminalfall, der die Menschen sogar in Übersee beschäftigte.

In diesem abgelegenen Landstrich ist ein junges Mädchen ein Stern, der Verrücktheiten anzieht. Inzest und dumpfes Brüten, im zölibatären Schatten, des ewig begehrten und verbotenen Fleischlichen
 
Der sexuelle Notstand, wie man später dazu sagen wird, gesellt sich zur umherstreifenden Angst und der Vorstellung vom Bösen.

Seitenangabe für Zitat1: 
11

Dieses Mal liegt kein Schnee, der die Spuren des Vampirs verraten könnte. Es gibt nur den abgeschnittenen Schädel mit dem schwarzen Blut und eine lange, noch mit Perlen besetzte Haarsträhne auf dem Rasen des Friedhofs, hinter Kirche und Schule.

Seitenangabe für Zitat2: 
41

Wem von seinen Peinigern begegnet man noch einmal? Gewalttätige und vergewaltigende Männer, zuschauende, schweigende, lüsterne Frauen, die das Kind zum Opfer werden lassen oder zu ihrem eigenen Zweck missbrauchen.

Seitenangabe für Zitat3: 
64
Verlag: 
Nagel & Kimche
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3312004164