Der Tod des Teemeisters

Der_Tod_des_Teemeisters.jpgJapan im Zeitalter der Samurai. Auf Befehl des Kriegsherrn Hideyoshi begeht der berühmte Teemeister Sen no Rikyu Selbstmord. Sein Schüler, der Mönch Honkaku, forscht nach den Gründen für den geheimnisumwitterten Tod und deckt Intrigen und geheime Machenschaften auf.

Meine Gedanken zum Buch: 

Ehrlich gesagt hat mich die Geschichte eher gelangweilt als interessiert. Die im Klappentext indirekt angekündigte Spannung wollte nicht wirklich aufkommen, von Intrigen und geheimen Machenschaften war nur wenig zu bemerken.
Aber man lernt natürlich eine Menge über die alten Traditionen, die im Japan des 16. Jahrhunderts hochgehalten wurden. Vor allem die Teezeremonie spielt eine große Rolle, Teemeister sind hoch angesehen und werden an jedem Hof bewundert und fast schon wie Stars verehrt. Wenn einer nicht mehr tut, was von ihm erwartet wird, dann geht's ihm allerdings an den Kragen, er erhält den Auftrag, sich selbst zu richten.
Wenn man sich für Japan interessiert, sollte man dieses Buch auf jeden Fall lesen, dann kann man ihm wahrscheinlich auch mehr abgewinnen. Es ist schlicht geschrieben, der Ich-Erzähler ist an sich schon sympathisch, und seine Begegnungen mit den Größen der damaligen Teewelt haben auch berührende Elemente. Kein schlechtes Buch, aber nicht wirklich mein Ding.

"Im Aler zwischen fünfzehn und dreißig Jahren sollte man die Anweisungen seines Meisters aufs strengste befolgen. Zwischen dreißig und vierzig muss man sich von ihm lösen und allein leben. Die Jahre zwischen vierzig und fünfzig sind die Zeit, in der der Schüler eine dem Meister entgegengesetzte Richtung einschlägt, um einen eigenen Stil zu schaffen und sich einen Namen zu machen, damit der Weg des Tees frisches Grün treibt. Zwischen fünfzig und sechzig kehrt man zum Meister zurück und ahtm auch kleine Gesten wie das Umgießen von Wasser nach. Und nimmt sich alle Meister zum Vorbild. Mit siebzig sollte man den vollendeten Stil Soekis gemeistert haben, den kein anderer Meister zu erreichen vermochte."

Seitenangabe für Zitat1: 
55
Verlag: 
Suhrkamp Verlag
Auflage: 
4. Auflage
ISBN: 
978-3518460252

Kommentare

Du hast recht! Dieses alte Japan, diese Denkweise ist doch wirklich sehr fremd für uns.Interessant fand ich es dann doch, ein wenig in dieses Gedankengut hineinzuschnuppern. Ich wußte zum Beispiel nicht, dass Bogenschießen, die Teezeremonie und die Zen-Meditation als gleichwertig gesehen wurden. Letzteres wird ja immer wieder angeboten, ist aber nur ein Teil dieses Ganzen.