Der Steppenwolf

Der_Steppenwolf.jpg"Es war einmal einer namens Harry, genannt der Steppenwolf. Er ging auf zwei Beinen, trug Kleider und war ein Mensch, aber eigentlich war er doch eben ein Steppenwolf"

Meine Gedanken zum Buch: 

Harry Haller, genannt der Steppenwolf... man könnte auch sagen: Harry Haller, der Zerissene.... so kommt es mir nämlich vor.
Harry ist ein eigenartiger Mann. Sehr ruhig, in sich gekehrt....... eine Persönlichkeit, die immer am Schwanken ist.
Auf der einen Seite ist da der Mensch, der sich nach Gesellschaft sehnt, der das Normale sucht, der Seiten wie du und ich in sich trägt... und dann ist da eben der Wolf.... der Einzelkämpfer, der die Einsamkeit sucht...... der das banale Bürgerliche belächelt und auch teils verachtet.... Harry Haller... ein Zerrissener.
Wie lange kann ein Mensch so leben????? Entweder er lässt eine Seite siegen.... oder.....???
 
Hermann Hesse schreibt wie gewohnt in herrlicher Sprache. Es wird mir nie zu lang.... nie zu langatmig, seine Geschichten zu lesen und immer wieder wenn ich einen seiner Romane lese kommt mir Folgendes in den Sinn: Lesen ist nicht gleich Lesen!!!! Hesse ist anders!!!

Verlag: 
Suhrkamp
Auflage: 
52. Auflage 2012
ISBN: 
978-3-518-36675-2

Kommentare

  1. War das worum wir Narren uns mühten, schon immer vielleicht nur ein Phantom gewesen? (Hesse)

     
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  2. 2 Min.
    War es vielleicht überhaupt nie echt und lebendig gewesen? (Hesse)

     
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  3. 3 Min.
    War das, was wir "Kultur", was wir Geist, was wir Seele, was wir schön, was wir heilig nannten, war das bloß ein Gespenst, ..? (Hesse)

     
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  4. 5 Min.
    Natürlich war sie, mit Bach und Mozart und wirklicher Musik verglichen, eine Schweinerei ... (Hesse weiter über "Jazz")

     
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  5. 7 Min.
    Untergangsmusik war es, im Rom der letzten Kaiser mußte es ähnliche Musik gegeben haben. (Hesse spricht von "Jazz")

     
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  6. 9 Min.
    ... denn die Zeit war für mich vorüber, wo ich eine winterliche Regennacht laufend im Freien verbringen konnte. (Hesse)

     
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  7. 10 Min.
    Die goldene Spur war aufgeblitzt, ich war ans Ewige erinnert, an Mozart, an die Sterne. (Hesse)

     
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  8. 11 Min.
    Und wersuchte über den Trümmern seines Lebens den zerflatterten Sinn ...? (Hesse)

     
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  9. 11 Min.
    Wer las nachts überm Rhein die Wolkenschriften der zahlreichen Nebel? Es war der Steppenwolf. (Hesse)

     
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  10. 12 Min.
    Magisches Theater, Eintritt nicht für jedermann, nur für Verrückte! (Hesse)

 

Danke für die Empfehlung. Hesse schreibt wunderbar und sehr nachvollziehbar. Das Leben vom Steppenwolf wird aus mehreren Perspektiven beschrieben - auch aus seiner eigenen.

  1. ... sie sind bereit, sich wegzuwerfen und hinzugeben, auszulöschen und zum Anfang zurückzukehren. (Hesse)

     
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  2. 1 Min.
    ... aber nahe an ihn heran kam niemand, Bindung entstand nirgends, sein Leben zu teilen war niemand gewillt und fähig. (Hesse)

     
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  3. 2 Min.
    ... jeder starke Mensch erreicht unfehlbar das, was ein wirklicher Trieb ihn suchen heißt. (Hesse)

     
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  4. 3 Min.
    Der Machtmensch geht an der Macht zugrunde, der Geldmensch am Geld, der Unterwürfige am Dienen, der Lustsucher an der Lust. (Hesse)

     
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  5. 4 Min.
    ... nie hat er in den Stunden vor Mittag Gutes getan, gute Einfälle gehabt, sich und anderen Freude bereiten können. (Hesse)

     
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  6. 5 Min.
    ... der Schaum des Augenblicksglückes spritzt zuweilen so hoch und blendend über das Meer des Leides hinaus. (Hesse)

     
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  7. 6 Min.
    Das ist nun wieder ein Frage, über welche müßige Leute nach Belieben brüten mögen. (Hesse)

     
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  8. 6 Min.
    Auch wer keinen Wolf in sich hat, braucht darum nicht glücklich sein. (Hesse, "Steppenwolf")

     
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  9. 7 Min.
    ...wie denn jeder Mensch die ihm zufallenden Leiden für die größten hält. (Hesse)

     
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  10. 8 Min.
    Nun, jeder hat sein Los, und leicht ist keines. (Hesse)

 

  1. Das Genie ist nicht so selten, wie es uns oft scheinen will ... (Hesse)

     
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  2. 2 Min.
    Der Weg in die Unschuld, ins Unerschaffene, zu Gott führt nicht zurück, sondern vorwärts ... (Hesse)

     
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  3. 3 Min.
    ... ein klein wenig Geist ist nicht nur erlaubt, sondern wird sogar gefordert. (Hesse)

     
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  4. 4 Min.
    ... der Mensch ist eine aus hundert Schalen bestehende Zwiebel, ... (Hesse)

     
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  5. 4 Min.
    Als Körper ist jeder Mensch eins, als Seele nie. (Hesse)

 

  1. Ich solle schlafen, hatte sie gesagt. Ach, gutes Kind, du hast eine Ahnung von meinem Schlaf, der scheuer ist als ein Wiesel! (Hesse)

     
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  2. 8 Min.
    ... mach die Augen zu und schlafe ein wenig; das ist, was du nötig hast. (Hesse)

     
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  3. 9 Min.
    Du scheinst ein recht schwieriger Herr zu sein, daß keine bei dir bleibt. (Hesse)

     
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  4. 10 Min.
    Nichts tut mir mehr leid, als einen Befehl von Ihnen nicht ausführen zu können. (Hesse)

     
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  5. 11 Min.
    Sie fragten mich nach lauter Dingen, auf welche eine aufrichtige Antwort nicht zu geben war. (Hesse)

     
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  6. 12 Min.
    ... sei dem wie ihm wolle ... (Hesse)

     
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  7. 12 Min.
    Goethes Feuerauge

     
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  8. 13 Min.
    ... niemand weinte, der Tote schien allen entbehrlich zu sein. (Hesse)

  1. Abschiednehmen ist schön, es stimmt sanft. (Hesse)

     
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  2. 16 Min.
    Ein leichtes Leben, eine leichte Liebe, ein leichter Tod - das war nichts für mich. (Hesse)

     
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  3. 16 Min.
    ... wir müssen durch so viel Dreck und Unsinn tappen, um nach Hause zu kommen. (Hesse)

     
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  4. 17 Min.
    Hoffen wir, daß andere Zeiten besser waren und wieder besser sein werden, reicher, weiter, tiefer. (Hesse)

     
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  5. 18 Min.
    ... verlangt, für den ist diese hübsche Welt hier keine Heimat. (Hesse)

     
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  6. 19 Min.
    Wer statt Gedudel Musik, statt Vergnügen Freude, statt Geld Seele, statt Betrieb echte Arbeit, statt Spielerei echte Leidenschaft ...(Hesse)

     
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  7. 20 Min.
    Maria hatte keine Bildung, sie hatte diese Umwege und Ersatzwelten nicht nötig ... (Hesse)

     
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  8. 21 Min.
    Wir ... träumen alle von einer Sprache ohne Worte, welche das Unaussprechliche sagt, das Ungestaltbare darstellt. (Hesse)

     
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  9. 23 Min.
    "Nun ja. Aber auf was denn kommt es an?" "Darauf, daß man musiziert ... so gut und so viel und so intensiv wie möglich musiziert." (Hesse)

     
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  10. 25 Min.
    Es kommt ja in der Musik nicht darauf an, daß man recht hat, daß man Geschmack und Bildung hat und all das. (Hesse)

     
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  11. 27 Min.
    geistige Freundschaftseifersucht (Hesse)

     
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  12. 27 Min.
    Sind denn die Ideale zum Erreichen da? (Hesse)

 

  1. ... hätte nichts dagegen, nochmals diese Nacht zu beginnen. (Hesse)

     
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  2. 2 Min.
    ... Steppenwolf ... aber keineswegs das Buch eines Verzweifelten ist, sondern das eines Gläubigen. (Hesse)

     
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  3. 3 Min.
    Außerdem können ja auch Mißverständnisse unter Umständen fruchtbar sein. (Hesse)

     
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  4. 4 Min.
    Schon mancher Autor hat Leser gefunden, denen sein Werk durchsichtiger war als ihm selbst. (Hesse)

     
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  5. 5 Min.
    ... ich fühlte mich ausgehöhlt und bereit, ein Jahr lang zu schlafen. (Hesse)

     
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  6. 5 Min.
    Aber natürlich sind Sie zu allem in der Welt bereit, nur nicht zu dem, was von Ihnen verlangt wird! (Hesse)

     
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  7. 6 Min.
    Sie sind ungewöhnlich schwach begabt... (Hesse)

     
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  8. 7 Min.
    Auch kann dem Angeklagten die Strafe einmaligen Ausgelachtwerdens nicht erlassen werden. (Hesse)

     
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  9. 10 Min.
    Lernen Sie ernst nehmen, was des Ernstnehmens wert ist, und lachen über das andre! (Hesse)

     
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  10. 11 Min.
    Das ganze Leben ist so, mein Kleiner, und wir müssen es so sein lassen, und wenn wir keine Esel sind, lachen wir dazu. (Hesse)

     
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  11. 12 Min.
    Muß das sein, Mozart? (Hesse)

     
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  12. 12 Min.
    Da ging die Logentür auf, und herein kam, erst beim zweiten Blick von mir erkannt, Mozart, ohne Zopf, ... (Hesse)

     
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  13. 13 Min.
    Immer roter glühte der gemalte Munde aus dem erlöschenden Gesicht. (Hesse)

     
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  14. 14 Min.
    Nie wird dieser Kerl ernsthaft werden, dachte ich, alles bringt ihn zum Lächeln. (Hesse)

     
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  15. 14 Min.
    Bald wir es keine Jahre mehr geben. (Hesse)

     
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  16. 15 Min.
    Auch der mäßig Begabte, wenn er ein paar Jahrhunderte durchrannt hat, wird reif. (Hesse)

 

Nun, man hat mich vor diesem Buch gewarnt und gleichzeitig hat man es mir empfohlen. Die Binsenweisheit, dass ein und derselbe Mensch nicht nur gut sondern auch schlecht ist, wollte Hesse an sich nicht wirklich wahr haben. Unvorstellbar ein Literat, der "Siddhardha" geschrieben hat, ein Buch, das vor lauter Gutigkeit nur so strotzt, ein solch Literat hat später auch "Steppenwolf" geschrieben. Dieser Steppenwolf ist ein Suchender, Träumender, Glaubender, jemand, der in Träumen seine schlimmste Seite kennen lernt. Als eigentlicher Ober-Pazifist meuchelt er hinterlistig und versteckt. Er schießt auf Autos, die sich dann hilflos überschlagen - furchtbar. Alles in ihm. Nun ja, Binsenweisheit, die man heutzutage schon öfters gelesen hat. Aber, das Buch hat noch einen besonderen Handlungsstrang. Die Freundschaft zu einer Dame, die ihn in die "Tanz-Szene" einführt und ihn dazu bringt sein einsames Steppenwolf-Dasein zu ergründen. Auch zeigt sie ihm, wie kalt, oberflächlich und unliebenswürdig er wirkt. Gerade das, diese "Challenge" nimmt sie jedoch wahr und führt in wunderbar vor. Amüsant und bestätigend. Zur Schreibtechnik noch ein Wort: Es ist trotz seines schwierigen Rufs leicht zu lesen, gerade Sätze mit gewohnter stimmiger Grammatik. Es lohnt sich trotzdem Hesses "weiße" Seite (Demian, Siddhardha, ...) zuerst zu lesen und dann aber auch eben diesen Steppenwolf; für mich ist das ein köstliches Lesevergnügen gewesen.